Simone Reutemann

Hochwasser, tropische Wirbelstürme und Hitzeperioden

Satellitenbild eines Hurrikans
© elRoce/Shutterstock.com

Simone Reutemann

Weltweit extreme Wetterereignisse anhand von drei regionalen Beispielen erarbeiten

Hitzeperioden, extreme Niederschläge oder Dürrekatastrophen Extremereignisse treten als mögliche Folgen des Klimawandels in verschiedenen Regionen der Erde auf. Sie sind von besonderer Bedeutung, weil sie zu erheblichen Schäden führen können und so das Leben der Menschen beeinflussen. An drei Beispielen erarbeiten die Schüler in diesem Unterrichtsvorschlag, welche Auswirkungen Extremwetterereignisse haben können.

Sachanalyse
Laut IPCC-Bericht „Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation (SREX) von 2012 können extreme Wetterereignisse folgendermaßen definiert werden: Ein Wetterextrem ist das Auftreten von Werten einer Wettervariablen wie zum Beispiel der Temperatur über einem bestimmten Grenzwert am oberen oder unteren Ende einer festgelegten Skala. Quantitativ können Wetterextreme nach der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens oder bezogen auf einen festgelegten Grenzwert erfasst werden.
Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens kann angegeben werden durch die Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Ereignis in einem bestimmten Zeitraum wiederkehrt. Beispielsweise wird eine große Niederschlagsmenge an einem Tag definiert und untersucht, ob sie einmal in zehn oder in 100 Jahren auftritt. Eine weitere Möglichkeit bezieht sich auf die Verteilungsfunktion der betrachteten Wettervariablen.
Wetterextreme können auch anhand eines definierten absoluten Grenzwerts, der überschritten wird, erfasst werden. Beispielsweise können die klimatologischen Kenntage bestimmt werden: ein heißer Tag, ein Sommer-, Frost- oder Eistag lassen sich definieren. Ein Eistag ist zum Beispiel ein Tag, an dem das Lufttemperatur-Maximum in zwei Meter Höhe unter 0 °C bleibt, die Temperatur also den ganzen Tag den Gefrierpunkt nicht übersteigt. Der Vorteil dieser Möglichkeit ist die einfache Handhabung. Der Nachteil besteht darin, dass der Grenzwert für jede Region neu festgelegt werden muss.
Seltener lassen sich extreme Ereignisse auch nach ihren Folgen, zum Beispiel Schäden nach einem Sturm, unterscheiden. Aber die Folgen sind nicht nur vom Extremereignis allein abhängig, sondern auch davon, inwieweit Menschen, Tiere und Pflanzen diesem ausgesetzt sind und sich davor schützen können.
Durch den anthropogen verstärkten Treibhauseffekt können extreme Wetterereignisse häufiger und intensiver auftreten. Es lässt sich aber schwer nachweisen, dass ein Wetterextrem eine direkte Folge des Klimawandels ist.
Hochwasser
Unter Hochwasser an Flüssen wird der Hochstand der Wasserführung verstanden, der im Extremfall mit Überschwemmungen verbunden ist. Hochwasserereignisse als Ursache von Starkniederschlägen gehören zu den Wetterextremen, die möglicherweise durch den Klimawandel verstärkt werden und häufiger auftreten können.
Im 21. Jahrhundert wird es in den meisten Gebieten der Erde nach Klimamodellrechnungen zu einer weltweiten Zunahme der Intensität von Niederschlägen kommen. Nur in mediterranen Regionen, im Südwesten der USA und in Südwestaustralien nimmt die mittlere Niederschlagsmenge ab, aber die Niederschlagsintensität geringfügig zu. In Europa können die Starkniederschläge durch die zunehmende Erwärmung häufiger und intensiver vorkommen.
Beispiel Junihochwasser 2013
Das Hochwasser im Juni 2013 betraf neun Staaten Europas: Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien und Serbien. Die Unwetterlage begann am 30. Mai 2013 und hielt bis zum 3. Juni 2013 an.
Der Wasserwirtschaftliche Bericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt benennt folgende Ursachen des Junihochwassers 2013, von dem Bayern besonders betroffen war: „Das Niederschlagsgeschehen [] wurde durch ausgedehnte Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa ausgelöst. Dabei traten die beiden Großwetterlagen ‚Trog Mitteleuropa und ‚Tief Mitteleuropa auf und blieben sehr lange stationär. Ab Mitte Mai...
Geographie heute
Sie sind bereits Abonnent?

Mein Konto

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

Geographie heute abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 326 / 2015

Globale Erwärmung als Herausforderung

geographie heute Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9