Hannah Lathan · Arne Ortland

Dürre in der Landwirtschaft

Vertrockneter Mais
Mais im südlichen Sachsen-Anhalt im Sommer 2018, © imago images/Winfried Rothermel

Hannah Lathan · Arne Ortland

Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft in Deutschland diskutieren

Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden werden zukünftig als Folge der globalen Erwärmung zunehmen. Dies hat auch Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland wie bereits die Jahre 2018 und 2019 zeigten. Die Sommer waren durch eine lang anhaltende Trockenheit gekennzeichnet. In einem Gruppenpuzzle erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Anpassungsstrategien der Landwirtschaft an Dürre und bewerten diese.

Sachanalyse
Die Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC gelten als wissenschaftlich fundierteste Analyse des Klimawandels und seiner ökologischen und sozioökonomischen Folgen (vgl. Rahmstorf/Schnellnhuber 2007, S. 88). Der zuletzt erschienene, fünfte Sachstandsbericht des IPCC (2013) bekräftigt den anthropogenen Einfluss auf den Klimawandel und konstatiert die beobachtbaren klimatischen Veränderungen: Anstieg der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre, Anstieg der mittleren globalen bodennahen Lufttemperatur, Anstieg des Meeresspiegels, Abschmelzen der Kryosphäre, Zunahme von Extremwetterereignissen wie Hitzeperioden (vgl. IPCC 2013, S. 159ff.).
Diese klimatischen Veränderungen stellen aus Sicht der Landwirtschaft ernst zu nehmende Risiken dar. In Deutschland litt die landwirtschaftliche Produktion zuletzt vor allem unter den Folgen von anhaltender Dürre, besonders in den Sommermonaten. Ernteausfälle, neuartige Tier- und Pflanzenkrankheiten, Schädlingsbefall, Wasserknappheit sowie Hitzestress sind einige der dürrebedingten Begleiterscheinungen, mit denen sich auch die Landwirtschaft in den gemäßigten Breiten vermehrt auseinandersetzen muss (vgl. Sundström et al. 2014, S. 201ff.).
Dürre in Deutschland: klimatologische Faktoren
Die Sommer der Jahre 2018 und 2019 sind in Deutschland als „Hitzesommer in die Wetteraufzeichnungen eingegangen. Die außergewöhnlich lang anhaltenden Trockenheitsperioden und ausbleibenden Niederschläge haben die Landwirtschaft vor große Herausforderungen gestellt. So lagen beispielsweise die Hektarerträge bei Getreide im Jahr 2018 im bundesdeutschen Durchschnitt um 16 % unter dem dreijährigen Mittel der Vorjahre. Besonders betroffen waren Schleswig-Holstein (– 31 %), Brandenburg (– 27 %), Sachsen-Anhalt (– 26 %), Mecklenburg-Vorpommern (– 25 %) und Niedersachsen (– 26 %). Der verursachte Schaden belief sich auf rund 770 Millionen Euro. Als Reaktion stellten Bund und Länder rund 340 Millionen Euro als „Dürrehilfen bereit, um die wirtschaftliche Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern (vgl. BMEL 2018).
Die ungleiche Betroffenheit der Bundesländer von Ernteausfällen zeigt, dass sich das Phänomen der Dürre in den Teilräumen Deutschlands sehr unterschiedlich äußert. Die agrarrelevanten klimatischen Veränderungen für den deutschen Raum betreffen vor allem die klimatologischen Parameter Temperatur und Niederschlag.
Temperatur
In Bezug auf die Temperatur zeigt sich, dass es zusätzlich zum erwartbaren Anstieg der Mitteltemperaturen in Deutschland zu einer Zunahme der Temperaturextreme kommen wird. Es ist davon auszugehen, dass die Häufigkeit, mit der kalte Witterungsextreme auftreten, in etwa konstant bleiben wird, während warme Extreme häufiger und mit einer steigenden Intensität vorkommen werden (vgl. Deutschländer/Mächel 2017, S. 47f.).
Dies zeigt sich vor allem an der Zunahme der jährlich auftretenden Sommertage (Tage mit max. ≥ 25°C) und heißen Tage (Tage mit max. ≥ 30°C). Auffällig hierbei ist, dass die ersten Sommertage in den vergangenen Jahren bereits im April gemessen wurden, die letzten noch bis in den Oktober hinein. In den Monaten Juni und Juli werden indes häufiger Tage verzeichnet, die die Marke von 30 °C überschreiten. Die logische Konsequenz aus diesen Entwicklungen sind im Durchschnitt wärmere Sommer mit mehr überdurchschnittlich heißen Tagen. Die Tatsache, dass das Jahr 2019 mit einer...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 351 / 2020

Naturrisiken

geographie heute Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-11