Monika Reuschenbach

Lithiumabbau in Chile – Fluch oder Segen?

Lagune in Salzsee
Salar de Atacama, ein riesiges Reservoir für Lithium, © istock.com/MaRabelo

Monika Reuschenbach

Mit einer Dilemmadiskussion die Vor- und Nachteile des Rohstoffs abwägen

Lithium ist bereits heute ein wichtiger Rohstoff. Das Alkalimetall wird verwendet für die Herstellung von leichten und langlebigen Batterien, die zunehmend für die Produktion von Elektrofahrzeugen gebraucht werden. Die größten Lagerstätten befinden sich in Chile. Allerdings hat der Abbau von Lithium Folgen für die Umwelt. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die ökologischen Auswirkungen und bewerten die Produktion von Lithium in Chile.

Sachanalyse
Lithium ist ein sehr leichtes Alkali-Metall. Es kommt gebunden in Gesteinen oder Mineralien vor, allerdings meistens in geringen Konzentrationen. Verbreitet ist Lithium in Salzlaugen bzw. Salzseen zu finden (s. Abb.). Dort wird es hauptsächlich auch abgebaut. Der Großteil des Lithiums auf der Erde kommt in Chile, Argentinien, Bolivien und Peru vor, kleinere Mengen gibt es in den USA, in Kanada, Australien, Simbabwe und im Tibet.
Das silbrig weiße Leichtmetall hat eine hohe Wärmekapazität sowie eine geringe Dichte und eignet sich dadurch bestens für kompakte (kleine) und langlebige Batterien. Lithium wird auch zur Herstellung von Aluminium, Glas, Keramik und vor allem von Akkus verwendet. Deshalb gehört Lithium zu den begehrtesten Rohstoffen auf dem Weltmarkt. Nicht nur Elektroautos, auch Notebooks und Mobiltelefone brauchen Lithium-Ionen-Akkus. Mit dem zunehmenden Ruf nach fossilfreier Energie werden Lithium-Akkus aber besonders auch im Energiebereich nachgefragt. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Lithium auf dem globalen Markt. Für eine Elektroautobatterie werden etwa 10 – 20 Kilogramm Lithium gebraucht. Experten gehen davon aus, dass sich der globale Bedarf an Lithium bis zum Jahr 2030 mindestens verdoppeln wird. Dies bedeutet, dass zukünftig allein in der Autoindustrie rund 240000 Tonnen Lithium pro Jahr benötigt werden. Im Jahr 2018 kostete eine Tonne Lithium rund 12300 Dollar und brachte etwa 8000 Dollar Gewinn ein.
Weltmarktführer Chile
Chile ist einer der weltgrößten Lithium-Produzenten. Die größten Lithium-Vorkommen liegen im „Lithium-Dreieck von Bolivien, Chile und Argentinien. Gefördert wird das Lithium in Chile in der Atacamawüste. Die Salzwüsten der Atacama liegen auf etwa 2300 Meter ü. NN, die Luft ist sauerstoffarm, kühl und trocken. Außer den Salzseen prägen karge Kakteenlandschaften die Regionen, wenige indigene Völker leben von der Lamazucht und dem Kunsthandwerk. Umliegende Naturreservate mit Geysiren, Vulkanen und Flamingos locken Touristinnen und Touristen aus aller Welt an.
Die chilenische Regierung will die Lithiumproduktion steigern. Es wird auch die Möglichkeit diskutiert, die Batterien in Chile zu produzieren. So könnte das Land mit der bekannten Abhängigkeitsstruktur die Rohstoffe werden in Lateinamerika abgebaut, aber die Produkte nicht dort produziert brechen. In Chile liegt die Lithiumgewinnung in wenigen Händen. Nur zwei Firmen kontrollieren diese: der US-Konzern Albermarle mit der Sociedad Chilena del Litio sowie die chilenische Firma SQM. Sie bauen zusammen mehr als die Hälfte der globalen Lithiumvorräte ab. Beide Firmen sind umstritten.
Gewinnung von Lithium
Aus ökologischer Sicht ist der Abbau von Lithium problematisch. Für die Gewinnung des kostbaren Rohstoffs werden große Mengen an Wasser benötigt, denn Lithium wird in einem Verdunstungsprozess gewonnen. Die Atacamawüste gehört aber zu den trockensten Gebieten der Welt, Niederschläge liegen je nach Gebiet unter einem Millimeter im Jahr. Das benötigte Wasser wird also aus dem Untergrund an die Oberfläche gepumpt und in die Ver-dunstungsbecken geleitet. Unter der heißen Wüstensonne verdunstet es, wodurch sich unterschiedliche Salze nach und nach im Becken absetzen.
Hat das Lithium in den Verdunstungsbecken die nötige Konzentration erreicht, wird die Lösung in eine Aufbereitungsanlage geleitet, in der Bor und Magnesium ausgefiltert werden und...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 349 / 2020

Chile

geographie heute Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9