Thomas Hoffmann

BNE in der Entwicklungszusammenarbeit

Weltkarte aus Gras
© Cherries/Shutterstock.com

Thomas Hoffmann

Schüler erkennen „Bildung als zentrale Strategie der realen Entwicklungszusammenarbeit

Bildung ist traditionell eine der zentralen Säulen der Entwicklungszusammenarbeit. Während lange Zeit die formale Bildung im Vordergrund stand, ist in jüngster Zeit eine deutliche Tendenz zugunsten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung als zeitgemäße Form zu erkennen. Wie dieser BNE-Ansatz realisiert werden kann, erarbeiten die Schüler in einem Planspiel, das sich am realen Entwicklungsprojekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung: Deutschland, Indien, Mexiko und Südafrika orientiert.

Sachanalyse
Sowohl die globalen Entwicklungsprogramme der Vereinten Nationen als auch die Positionen der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit der jüngsten Vergangenheit betonen Bildung als einen der zentralen Tätigkeitsbereiche. Seit der Verabschiedung der Millenniumsentwicklungsziele durch die UN zu Beginn des neuen Jahrtausends sind hier, zusätzlich zu vielen Einzelmaßnahmen, vor allem folgende Programme zu nennen:
  • das Millenniumsentwicklungsziel von 2000 – 2015, das die „Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung festschrieb,
  • die 2012 vom UN-Generalsekretär ins Leben gerufene globale Initiative „Education First, deren Ziele es sind, jedem Kind eine Schulbildung zu ermöglichen, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Erziehung zum Weltbürger zu stärken,
  • die Bildungsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von 2010 – 2013,
  • das aktuelle Positionspapier des BMZ „Entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit globalen Entwicklungspartnern vom Mai 2015, in dem insbesondere die Förderung der beruflichen Bildung im Kontext einer ökologischen und sozialen wirtschaftlichen Entwicklung betont wird,
  • das Ziel 4 der Sustainable Development Goals (SDG), die für die Zeit von 2015 – 2030 die globale Entwicklung leiten sollen. Dieses lautet: „Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern,
  • die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014 (Informationen unter www.bne-portal.de) sowie
  • das sich daran anschließende Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung, das zunächst von 2015 – 2020, voraussichtlich aber darüber hinaus laufen wird (Informationen unter www.bne-portal.de).
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Bildung offensichtlich ein zentraler Ansatz im Rahmen der aktuellen sowie für die kommenden Jahre formulierten Entwicklungspolitik ist. Zudem fällt auf, dass „Bildung zunehmend als „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) konkretisiert wird.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Um eine Vorstellung davon zu entwickeln, was „Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet, ist zunächst der Prozess der „nachhaltigen Entwicklung zu klären. Dies setzt wiederum ein gemeinsames Verständnis des zunehmend sinnentleerten Begriffs „Nachhaltigkeit voraus.
Nachhaltigkeit ist gegeben, wenn der Human Development Index (HDI) einer gesellschaftlichen Gruppe oberhalb eines als „hoher Entwicklungsstand klassifizierten Werts von 0,8 liegt und gleichzeitig deren ökologischer Fußabdruck weniger als 1,8 Globalhektar beträgt. Legt man dieses messbare Verständnis von Nachhaltigkeit zugrunde, ist „nachhaltige Entwicklung als der Prozess zu verstehen, diese Wertekombination zu erreichen.
Für die Gesellschaften des globalen Südens mit ihrem niedrigen ökologischen Fußabdruck (s. Abb. 1 ) und geringen HDI-Werten bedeutet „nachhaltige Entwicklung in erster Linie, ihre ökonomischen und sozialen Gegebenheiten zu verbessern. Demgegenüber bedeutet „nachhaltige Entwicklung für die Mehrheit der wohlhabenden Länder angesichts ihrer hohen HDI-Werte und ihres zumeist sehr hohen ökologischen Fußabdrucks, ihren Energiebedarf, ihre Ressourcennutzung und die damit einhergehenden Emissionen zu reduzieren.
„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 327 / 2016

Entwicklungszusammenarbeit

geographie heute Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13