Dorothee Belling

Bildung gibt Perspektiven

Schüler mit Arbeitsblatt
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Dorothee Belling

Entwicklungsprojekte für Kinder und Frauen

Der Zugang zu Bildung bleibt Frauen und Kindern in Entwicklungsländern oft verwehrt. In Vietnam und Kambodscha engagieren sich daher zwei Organisationen dafür, ihnen durch Bildung einen Berufseinstieg zu ermöglichen. Am Beispiel dieser zwei Projekte diskutieren die Schüler in Form einer Fish-Bowl-Diskussion, inwiefern sie eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die soziale Integration der Kinder und Frauen spielen.

Sachanalyse
Bildung ist ein Menschenrecht sie ermöglicht jedem Einzelnen die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben. In vielen Ländern und Regionen dieser Welt ist Bildung jedoch noch kein universelles Menschenrecht, sondern ein Luxusgut. Weltweit besuchen etwa 57 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule, 54% dieser Kinder sind Mädchen (vgl. BMZ 2015a).
Seit 1990 sind zwar signifikante Verbesserungen in der Grundbildung von Menschen weltweit eingetreten, aber in vielen Entwicklungsländern gehen immer noch weniger Mädchen zur Schule als Jungen. Wenn es um Bildung geht, zählen Mädchen und Frauen zu den benachteiligten Gruppen. Für sie ist der Zugang zu Bildung schwieriger. Aufgrund von traditionellen Rollenverteilungen werden sie häufig nicht eingeschult, da sie im Haushalt mitarbeiten müssen. Auch frühe Heiraten und frühe Schwangerschaften sind Hemmnisse für die Schulbildung von Mädchen und Frauen. Hinzu kommt, dass sich viele Eltern die Schulgebühren, Bücher und andere Unterrichtsmaterialien nicht oder nur für einzelne Kinder leisten können. Mädchen sind hiervon besonders betroffen.
Bildung für alle
Um Bildung als Menschenrecht weltweit zu realisieren, wurde federführend von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) das Aktionsprogramm „Bildung für alle ins Leben gerufen. Auf dem Weltbildungsforum 2000 in Dakar haben sich 164 Länder verpflichtet, bis zum Jahr 2015 sechs Bildungsziele umzusetzen (vgl. UNESCO 2015). Zwei dieser Ziele der Ausbau der Grundbildung und der Abbau von Geschlechterdisparitäten sind identisch mit den Millenniumszielen der Vereinten Nationen.
Jahre zuvor wurde allerdings bereits offensichtlich, dass die bis zum Jahr 2015 angestrebten Ziele nicht erreicht werden können. Es wurden zwar große Fortschritte erzielt, aber nur jedes dritte Land erreichte die gesetzten Ziele. Zusätzlich müssten jährlich 22 Milliarden US-Dollar investiert werden, um Bildung als Menschenrecht weltweit zu verankern.
Gefordert wird von der UNESCO, dass der Fokus auf die Ärmsten insbesondere auf Mädchen und Frauen gelegt wird, da die Geschlechterdisparitäten in der Primar- und Sekundarbildung noch zu hoch sind. Ein Beleg hierfür ist, dass fast zwei Drittel der weltweit etwa 781 Millionen Analphabeten Frauen sind.
Regionale Verbreitung von Analphabetismus
Die meisten Analphabeten leben in Subsahara-Afrika und in Asien. In bildungspolitischen Debatten ist das Hauptaugenmerk jedoch auf die Entwicklungsländer in Afrika gerichtet. Der Region Südostasien wird häufig wenig Beachtung geschenkt, obwohl in einigen Staaten wie Vietnam und Kambodscha die durchschnittliche Schulbesuchsdauer nur etwas mehr als fünf Jahre beträgt.
Die Bildungssituation in diesen Staaten ist von starken räumlichen Disparitäten gekennzeichnet. Häufig ist die mangelnde Bildungssituation ein Hemmnis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dieser Staaten.
Vietnam
Das Bildungssystem in Vietnam unterliegt ständigen Reformen, durch die große Fortschritte, insbesondere in der Grundschulbildung, erzielt worden sind. Im Vergleich zu anderen südostasiatischen Staaten, wie beispielsweise Laos mit einer Alphabetisierungsrate von knapp 80%, ist die Alphabetisierung der Bevölkerung Vietnams mit 93,5% sehr hoch. Es gibt aber eine leichte Differenz zwischen den Geschlechtern: 95,8% der Männer und 91,4% der Frauen ab 15 Jahren können lesen...
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Fakten zum Artikel
aus: Geographie heute Nr. 327 / 2016

Entwicklungszusammenarbeit

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