Plattentektonik-Arbeitsblatt zum Download

Plattentektonische Prozesse modellhaft darstellen - das Beispiel Subduktion

Plattentektonische Prozesse sind ein grundlegendes Thema im Geographieunterricht. Das Arbeitsblatt zum Download vergleicht verschiedene Plattengrenzen hinsichtlich Struktur, Aufbau und tektonischer Dynamik. Doch wie kann den Schülerinnen und Schülern dieses nicht einfach zu verstehende Thema näher gebracht werden? Am Beispiel der Subduktion stellen wir Ihnen eine Möglichkeit vor.

Karte mit Plattengrenzen
Das Plattengrenzen Arbeitsblatt thematisiert verschiedene Plattengrenzen. Foto: © Naeblys/Shutterstock.com
Zeischnung zur Subduktion
Plattentektonik Arbeitsblatt: Subduktion am Modell erklärt. Quelle: eigene Darstellung nach U. Brunner

Das Plattentektonik Arbeitsblatt zum kostenlosen Download greif konvergierende, divergierende und konservierende Plattenränder auf. Am Beispiel der Subduktion zeigen wir, wie Vorgänge an den Plattengrenzen mithilfe von Modellen dargestellt werden können. 

Vorgänge an den Plattengrenzen anhand von Modellen aufzeigen

Die an den Plattengrenzen ablaufenden Vorgänge können mit einfachen Mitteln den Schülerinnen und Schülern vorgeführt werden. Benötigt werden zwei Tische, die mit wenig Abstand auseinanderstehen, zwei Bücher, einen leicht biegbaren Karton sowie ein braunes Blatt Papier. Es gelten folgende Zuordnungen:

  • Karton = ozeanischer Plattenteil,
  • Buch = kontinentaler Plattenteil,
  • Papier = Sedimente,
  • Tisch = Erdmantel.

Abtauchen einer ozeanischen Platte: Subduktion

Das Abtauchen einer ozeanischen Platte (Subduktion) wird folgendermaßen dargestellt: Ein Buch wird an den Tischrand des einen Tisches gelegt (Buch 1), das andere Buch nicht ganz eine Blattbreite vom Tischrand entfernt auf den zweiten Tisch (Buch 2). Der Karton wird im unteren Bereich des Buches 2 eingeklemmt und zwischen den beiden Tischen hinuntergedrückt. Jetzt wird ein Blatt Papier ebenfalls in Buch 2 eingeklemmt und unter Buch 1 gelegt, sodass es auf dem Karton liegt. Mit den Händen wird auf der Seite des Papiers, die unter Buch 1 eingeklemmt ist, ein kleiner Wulst geformt.

Nun wird Buch 2 langsam Richtung Tischkante geschoben. Die Schülerinnen und Schüler können dabei beobachten, wie der Karton zwischen den Tischen eintaucht und das Blatt Papier sich aufwölbt. Vielleicht muss dabei mit den Händen ein wenig nachgeholfen werden. Die beiden charakteristischen Landschaftsformen sind nun deutlich zu erkennen: Ein Tiefseegraben und ein Faltengebirge am Kontinentalrand.

Da das Abtauchen in Wirklichkeit auf einer Kugel geschieht, bildet sich dabei immer ein zur abtauchenden Platte hin konvexer Halbkreis. Dies kann an einem Ball, der eingedrückt wird, einfach vorgeführt werden.

Folgen des Abtauchens

Das Abtauchen des ozeanischen Plattenteils geschieht nicht reibungslos; die Entladung von Spannungen führt zu heftigen Erdbeben. Der in den Mantelbereich eintauchende ozeanische Plattenteil bewirkt einen Überdruck und wird allmählich aufgeschmolzen. Das entstehende basische Magma steigt auf und dringt durch Risse in der kontinentalen Platte und den Sedimenten nach oben. Dabei wird auch saures Gestein verflüssigt. Dieses leichtere, zähflüssige Magma verstopft immer wieder die Ausgänge, sodass der Druck nicht entweichen kann. So entstehen explosive Vulkane, die beim Ausbruch nicht nur Lava, sondern auch große Mengen an Asche ausstoßen.

Beispiele für Subduktion

Ein klares Beispiel für diesen Vorgang bietet die Nordinsel Neuseelands. Die pazifische Platte taucht von Osten unter die Indisch-Australische Platte. Dabei bildete sich der an dieser Stelle nicht sehr tiefe Kermatec Graben und die mit aktiven Vulkanen besetzte Nordinsel. Einer dieser Vulkane auf der Nordinsel ist der 1 968 m hohe Tongariro, der zuletzt 2012 ausbrach. Außerdem erschütterten immer wieder heftige Erdbeben die Nordinsel, so 1855 als der Küstensaum von Wellington mit einem Beben der Stärke 8,3 um mehrere Meter gehoben wurde.

Im Südpazifik kommt es vor, dass zwei ozeanische Platten aufeinander zubewegt werden. Im Prinzip spielt sich dabei der gleiche Vorgang ab. Eine Platte taucht ab und bildet einen Tiefseegraben. Die Sedimente werden zu einem Faltengebirge zusammengeschoben. Dieses Faltengebirge ist als länglicher Inselkranz zu erkennen. Es kommt auch zu Erdbeben und explosivem Vulkanismus.

Einsatz des Plattentektonik Arbeitsblattes

Wie jedes Modell sind auch die hier vorgestellten Anordnungen eine sehr vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit. Sie können also nur Ausgangspunkt für eine vertiefte Diskussion der plattentekto­nischen Vorgänge sein. Zudem muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass auf der Erdkugel beim Eintauchen keine geraden Linien entstehen können. Drücken die Schülerinnen und Schüler einen Ball ein, wird sofort allen klar, dass die Linie des Eintauchens kreisförmig ist.

Mit der Aufgabenstellung "Zeigen Sie den Verlauf von verschiedenen Plattengrenzen an einer tektonischen Weltkarte auf" gehen die Schülerinnen und Schüler im Atlas auf die Suche nach Orten, an denen die entsprechenden Beispiele zu finden sind. Mithilfe des Internets können dann detaillierte Informationen zu den Prozessen an den gefundenen Orten recherchiert werden. Die Bewegungsrichtung der Platten und die Art der Plattengrenzen können mit den Aufgaben des Plattentektonik-Arbeitsblattes erarbeitet werden. Hier sind auch nähere Informationen zu finden zu verschiedenen Plattengrenzen.

Arbeitsblatt "Plattentektonik" zum Download

Weitere Beispiele für die Darstellung von Seafloor Spreading, Hotspots und Verwerfungen sind zu finden in der Augsabe „Südpazifik“ von geographie heute.

Fakten zum Artikel
Unterricht (< 2 Std.) Schuljahr 9-10