Markus Buschhaus

Tantôt tests, tantôt tâches ?

Lernende bei einer Klassenarbeit
Schulfach Französisch im Wandel: Nicht nur die Prüfungsformate haben sich in den vergangenen Jahren geändert, sondern auch die Aufgabenformate im Unterricht und damit letztlich auch dieser selbst., Foto: Kzenon–/–stock.adobe.com

Markus Buschhaus

Zum Einsatz neuer Aufgabenformate im Französischunterricht

Die Art und Weise, Französisch in der Schule zu lernen und zu lehren sowie das Gelernte und das Gelehrte auf den Prüfstand zu stellen, unterliegt derzeit einem grundlegenden Wandel nicht zuletzt aufgrund neuer Aufgabenformate. Lesen Sie hier alles über aktuelle Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf Prüfungs- und Unterrichtspraxis.

Kernlehrpläne, Bildungsstandards und Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen: KLPs, BiStas und GeR sind in den vergangenen Jahren nicht spurlos an unseren Lerngruppen vorübergegangen. So haben Lernende bei der médiation allemand-français unzählige E-Mails an imaginäre Bekannte im frankofonen Ausland geschrieben. Sie haben anlässlich der compréhension de loral die Vorteile der Arbeit mit dem Bleistift wiederentdeckt. Sie haben sich angesichts von tâches au choix entscheiden dürfen, ob sie lieber schauspielern, kreativ gestalten oder philosophieren wollen. Und sie haben im Rahmen der autoévaluation zu Beginn von Unterrichtsreihen so etwas wie Französisch-Selfies in Schriftform von sich gemacht. Vor allem aber haben sie gemerkt, dass sich nicht nur Prüfungsformate im Abitur, in der Sek. II und gegebenenfalls in der Sek. I geändert haben, sondern auch Aufgabenformate im Unterricht und damit letztlich dieser selbst.
Dabei ist die Rede davon, dass der Fremdsprachenunterricht und der Französischunterricht im Besonderen sich wandele, seit Jahrzehnten auf Dauer gestellt mal als Zustandsbeschreibung, mal als Wunschvorstellung. Hier sei etwa an die kommunikative oder die interkulturelle Wende erinnert. Gegenwärtig aber vollzieht sich ein Paradigmenwechsel, der gekennzeichnet ist durch Kompetenz-, Standard- und Output-Orientierung und bei dem Aufgabenformate gewissermaßen die Matrix der Implementierung darstellen.
Neu sind diese Aufgabenformate nicht überall in gleichem Maße. Einerseits hängt dies zusammen mit Zeitpunkt, Tiefe und Umfang der curricularen Einführung der Bildungsstandards in den einzelnen Bundesländern. Andererseits kommen hier verschiedene Aspekte zum Tragen: der Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen, die Zusammenarbeit in den Fachkonferenzen, die Teilnahme an Fortbildungen, die Einführung neuer Lehrwerke und die Nutzung entsprechender Begleitmaterialien, die Kenntnisnahme fachdidaktischer Beiträge aus Theorie und Praxis sowie ganz maßgeblich die Unterrichtswirklichkeit in den Lerngruppen. Zeit also, eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Aufgaben in Zeiten der Kompetenzorientierung
Die neuen Aufgabenformate sind kaum denkbar ohne die im Jahre 2012 von der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossenen BiStas. Diese sind ihrerseits jenem GeR verpflichtet, in welchem 2001 erstmalig in allgemeingültiger Form Kompetenzen für den Fremdsprachenerwerb im Rahmen schulischen Lernens benannt wurden. Beide weisen den verschiedenen Kompetenzen grundsätzlich Kompetenzniveaus (A1 – C2) zu und versehen sie mit kompetenzspezifischen Standarderwartungen für bestimmte Zeitpunkte oder Kursformen (grundlegendes und erhöhtes Niveau) des Sprachlernprozesses, welche jeweils durch Deskriptoren ausführlich veranschaulicht werden.
Ein Blick auf Benennung und Anordnung besagter Kompetenzen in einem Raster, wie es zunächst in den BiStas von 2012 (BiStas 2012: 12) und in der Folge dann in den entsprechenden Lehrplänen der Bundesländer vorzufinden ist (etwa KLP 2014: 18), verdeutlicht zweierlei: Zum einen liegt insofern eine Gewichtung vor, als Sprachlernkompetenz (SLK) und Sprachbewusstheit (SB) eine eher flankierende Funktion zugewiesen wird: sie „unterstützen [...] die Ausbildung der anderen Kompetenzen. (BiStas 2012: 13). Hingegen sind die Text- und Medienkompetenz (TMK), die interkulturelle kommunikative (ikK) und die funktionale kommunikative Kompetenz (fkK) mittig platziert, wobei gerade die letzteren in den schriftlichen Erläuterungen zu dem Raster noch einmal hervorgehoben...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Französisch Nr. 153 / 2018

Neue Aufgabenformate

Friedrich+ Kennzeichnung Fachwissen Schuljahr 6-13