Ulrike C. Lange

Correction et corrigé

Tipps für Lehrende und Lernende zum Umgang mit Fehlern
Klausuren schreiben und korrigieren ist für Lernende und Lehrende eine Herausforderung.

Ulrike C. Lange

Tipps für Lehrende und Lernende zum Umgang mit Fehlern

Korrekturen sind aufwändig und werden nach der Rückgabe einer Klausur oft zu wenig beachtet. Lesen Sie hier, wie Sie nachhaltig korrigieren und wie Lernende zu einem systematischen Umgang mit den eigenen Fehlern gebracht werden können.

Die undankbarste Aufgabe für Lehrerinnen und Lehrer ist zweifelsohne das Korrigieren von Klassenarbeiten und Klausuren. Stunden über Stunden verbringt die Lehrkraft mit dem Markieren, Klassifizieren, Verbessern und Bewerten von Fehlern, im Bestfalle werden auch Positivkorrekturen vorgenommen und Kommentare mit Tipps zur Verbesserung geschrieben. Wenn die Arbeiten dann zurückgegeben und besprochen werden, interessieren sich Schülerinnen und Schüler jedoch vor allem für eines: die Note. Und so fragen sich viele Lehrkräfte, warum sie sich die ganze Arbeit des Korrigierens gemacht haben. Es bedarf einiger Mühe, die Lernenden dazu zu bringen, sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen und die oft abschreckend rot garnierten Seiten der Klausurbögen nach der Korrektur noch einmal durchzulesen oder gar damit zu arbeiten, um aus den eigenen Fehlern zu lernen und sich zu verbessern. Zumal die Korrekturzeichen für viele Lernende Hieroglyphen sind und sich womöglich noch von einer Lehrperson zur anderen voneinander unterscheiden. Nur in den seltenen Fällen, in denen in zentralen Arbeiten Zweitkorrekturen vorgesehen sind, merken die Korrigierenden manchmal auch, dass ganz unterschiedlich korrigiert werden kann, was die Lektüre der Korrekturen für die Lernenden nicht gerade erleichtert.
Wie kann man diesem Dilemma nun zumindest ein wenig entfliehen und Fehler, die zu Recht als Lerngelegenheiten angesehen werden können (vgl. Basisartikel), als solche einsetzen? Wie können Schülerinnen und Schüler erfolgreich dazu angehalten werden, Klausurkorrekturen nutzbar zu machen zum Wiederholen von Strukturen und zur zukünftigen Fehlervermeidung? Und wie können Fachschaften gemeinsam daran arbeiten, Fehlerkorrekturen transparenter zu machen, möglichst hilfreich zu gestalten und zu einem Leistungskonzept zu kommen, das mehr als nur die Erfüllung einer Auflage der Schulaufsicht ist?
Klausurkorrekturen in der Oberstufe
Am Beispiel von Klausurkorrekturen der Oberstufe zum gängigen Thema Paris sollen im Folgenden Tipps gegeben werden, wie Schülerinnen und Schüler zu einem systematischen Umgang mit den eigenen Fehlern gebracht werden können. Außerdem soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten Französischlehrkräfte einer Schule haben, gemeinsam an einem Korrekturmodus zu arbeiten, der zwar nicht die mühsame Arbeit des Korrigierens verringern kann, diese aber mit einem höheren Maß an Nutzbarkeit verbindet. Insgesamt soll auf diese Weise die Korrektur bzw. Berichtigung (= correction) und die Arbeit an der richtigen Lösung (= corrigé) möglichst fruchtbar in Beziehung zueinander gesetzt werden.
La correction Tipps zur nachhaltigen Korrektur
Der Basisartikel stellt zu Recht Fragen, wie Lehrende am besten korrigieren können. Müssen alle Fehler korrigiert werden? Wenn ja, wie genau, welche Korrekturzeichen werden benutzt, welche Kommentare an den Rand geschrieben? Werden nur Fehler markiert oder auch Positivkorrekturen in Form von Verbesserungen und Lob für gute Formulierungen angeboten? Wie geht man in der Besprechung der Klausuren im Plenum mit den von vielen Lernenden immer wieder gemachten Fehlern um? Wie oben bereits ausgeführt, ist es sinnvoll, dass Lehrkräfte sich auch über die verbindlichen Standards hinaus untereinander absprechen, wie sie die Fehlerkorrekturen handhaben und ihre Erfahrungen austauschen. Was selbstverständlich erscheint, kommt im Alltag vor allem aus Zeitgründen und manchmal auch aus Berührungsängsten zu kurz. Hier werden daher an ausgewählten konkreten Beispielen aus Klausuren zum Thema Paris (vgl. fdt1 ) Vorschläge gemacht, wie Fachschaften zu diesem Thema kooperieren können...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Französisch Nr. 165 / 2020

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Kennzeichnung Premium-Beitrag aus "Unterricht Französisch" Schuljahr 10-13