Evelyn Walach

Apprendre à éviter les fautes

Lernende beim Schreiben
Aufspüren von Fehlern ohne Zwang, Foto: Kzenon–/–stock.adobe.com

Evelyn Walach

Für das Aufspüren von Fehlern ohne Zwang motivieren

In diesem Beitrag sollen Methoden aufgezeigt werden, wie Lernende bereits im Anfangsunterricht bei der Nachbereitung von Klassenarbeiten auf der Grundlage ihrer selbstständigen Textproduktionen für einen positiven und kompetenten Umgang mit Fehlern sensibilisiert werden können.

Wenn man die Nachbesprechung einer Klassenarbeit vorbereitet, denkt man als Lehrkraft vor allem an die Zusammenstellung und Systematisierung der von den Schülerinnen und Schülern gemachten Fehler. Dies sollte in jedem Fall ein zentrales Anliegen der Nachbesprechung sein. Um jedoch nicht sofort in medias res der Fehlerkorrektur zu gehen, hat sich als guter Einstieg für die Auswertung von Klassenarbeiten das Würdigen von positiven inhaltlichen Leistungen der Lernenden erwiesen.
Dazu werden bestimmte markante Äußerungen der Schülerinnen und Schüler, die sie im Rahmen einer Schreibaufgabe verwendet hatten, von der Lehrkraft abgetippt und die entsprechenden Lernenden dabei jeweils namentlich genannt. Mithilfe des Ar-beitsblattes können die notierten Stellungnahmen im Plenum von einzelnen Schülerinnen und Schülern vorgelesen werden. Dabei ist bei allen in der Regel ein hoher Grad an Konzentration feststellbar, was als Hinweis auf das Interesse an den Äußerungen der Mitschüler gedeutet werden kann. Im Sinne eines positiven Feedbacks wird beim Zusammentragen der Textauszüge darauf geachtet, dass die Beiträge jedes einzelnen Lernenden in das Arbeitsblatt Eingang finden. Außerdem werden aus demselben Grund ggf. fehlerhaft verfasste Äußerungen fehlerfrei wiedergegeben.
Als Alternative kann beim Zusammenstellen der Äußerungen auch auf die Nennung der Vornamen verzichtet werden und es kann geraten werden, um wessen Äußerung es sich handelt.
Die Phase der Fehlerkorrektur
Nach dem inhaltlichen Feedback, das der Wertschätzung der erbrachten Leistungen und dem Wecken einer positiven Lern(er)disposition dient, folgt die Phase der eigentlichen Fehlerkorrektur. Dabei soll den Lernenden verdeutlicht werden, dass die gemachten Fehler zwar Verstöße gegen die sprachliche Norm sind, aber gleichzeitig eine selbstverständliche Erscheinung des Spracherwerbsprozesses darstellen (vgl. Basisartikel).
Durch die inzwischen im Anfangsunterricht verstärkt eingesetzten textsortenspezifischen Strukturvorgaben, die entsprechende Redemittel enthalten, kann die Zahl der Ausdrucksfehler insgesamt deutlich minimiert werden. Im Fokus der Betrachtung stehen daher markante elementare und thematisch relevante Fehler aus den Bereichen der Orthografie sowie der Grammatik.
Die von der Lehrkraft zusammengestellten Fehler sollen den Schülerinnen und Schülern Lerngelegenheiten bieten, sich im Erkennen von Verstößen und im Bestimmen von Fehlerarten zu üben, und sie abschließend in die Lage versetzen, die identifizierten Fehler in Kleingruppen zu berichtigen, bevor nach der Rückgabe der Klassenarbeit die weiter unten beschriebene individuelle Nachbereitung beginnt.
Methodisch bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Arbeit an den Fehlern an. Im Folgenden sollen als erprobte Beispiele näher vorgestellt werden:
  • eine Variante, bei der frequente Fehler in Übungen zu bestimmten Fehlerkategorien schwerpunktmäßig gebündelt werden,
  • eine Variante, die elementare Fehlerquellen im interlingualen Vergleich bewusst macht,
  • eine chasse aux fautes classique sowie ihre spielerische Alternative der vente aux enchères.
Bündelung von Fehlerquellen
Bestimmte frequente Fehler, die bei der Beschreibung von Freizeitaktivitäten in einem Tagebucheintrag bzw. einer E-Mail bei den Lernenden häufig anzutreffen waren, werden für die Nachbesprechung gebündelt und zu drei Themenblöcken zusammengefasst:
  • Setzung der Akzente,
  • Gebrauch des Adjektivs cher in der Anrede,
  • article contracté vs. reines de.
Die drei Schwerpunkte werden anhand von fdt1 benannt und zu den einzelnen Schwerpunkten werden im Plenum die Regeln...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Französisch Nr. 165 / 2020

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Kennzeichnung Premium-Beitrag aus "Unterricht Französisch" Schuljahr 6-7