Anita Rösch

Lokale Handlung – globale Auswirkungen

Kiribati –  Der Inselstaat ist bereits zu großen Teilen überschwemmt.
Kiribati – Der Inselstaat ist bereits zu großen Teilen überschwemmt., © jeremy sutton-hibbert–/–Alamy Stock Foto

Anita Rösch

Ein Mystery zu Folgen des Klimawandels ab Klasse 8

In einer globalisierten Welt haben Entscheidungen und Handlungen in einem Teil der Welt unweigerlich Auswirkungen auf andere Regionen. So wird nicht nur durch unseren ständig steigenden Konsum die Umwelt in anderen Teilen der Welt erheblich belastet und werden die Produzenten dort ausgebeutet. Auch wirkt sich der CO2-Ausstoß in Deutschland auf andere Teile der Welt aus, indem durch Klimaerwärmung und steigende Meeresspiegel Regionen der Welt aktuell und in Zukunft unbewohnbar werden.

Erderwärmung
Durch die Analyse von Temperaturdaten der letzten 150 Jahre lässt sich feststellen, dass zwischen 1880 und 2012 die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde um 0,85 °C angestiegen ist (Abb. 1 ). Ursache dieser rapiden Erwärmung ist die massenhafte Nutzung fossiler Brennstoffe, vor allem in Form von Kohle und Erdöl, die zu einem enormen Anstieg der Treibhausgase geführt hat, die in die Atmosphäre abgegeben werden und dort eine Verweildauer von mehreren Tausend Jahren haben.1
Den größten Anteil am globalen Ausstoß von Treibhausgasen haben mit über 70% die Verbrennung fossiler Brennstoffe, dazu gehört auch die Verbrennung durch Mobilität, sowie industrielle Prozesse wie beispielweise die Chemieindustrie. Prozentual untergeordnet, aber relevant sind die Freisetzung von in Böden und Wäldern gespeicherten Treibhausgasen durch die Landwirtschaft und die Rodung mit 5% und die Freisetzung von Methan durch Viehzucht sowie die Förderung fossiler Brennstoffe (Erdöl/Erdgas) mit 15%.2 Ebenfalls relevant ist das massive Wachstum der Bevölkerung, das einen stetig steigenden Energie- und Ressourcenverbrauch nach sich zieht. Obwohl sich in den letzten Jahrzehnten durch technologische Fortschritte die Energieeffizienz deutlich erhöht hat, wird diese Effizienzsteigerung durch den sogenannten Rebound-Effekt wieder zunichte gemacht.3 Niedrigere Energiepreise führen zu erhöhter Nachfrage. Die eingesparten Energiekosten erlauben es den Konsumenten, mehr Geld für den Verbrauch auszugeben, sodass z.B. Autos mit weniger Energieverbrauch, dafür aber mit höherer Motorenleistung gekauft werden.
Maßnahmen gegen den Klimawandel
Die drohende Klimakatastrophe wurde lange Zeit weitestgehend ignoriert, obwohl die einflussreiche Publikation The Limits of Growth des Club of Rome bereits 1972 veröffentlicht wurde.4 Erst 1997 wurde das völkerrechtlich bindende Kyoto-Protokoll verabschiedet, das alle Staaten verpflichtet, ihre Emissionen bis 2012 auf 5,2% unter dem Wert von 1990 zu senken. Die Erfolge waren eher gering. 2015 wurde dann das Pariser Klimaabkommen beschlossen. Dieses ist noch weniger erfolgversprechend, da es auf Freiwilligkeit der Unterzeichner setzt und die USA ihre Mitarbeit bereits aufgekündigt haben. Der neueste Klimagipfel von Madrid hat diese Befürchtungen bestätigt. Auch das bundesdeutsche Klimapaket steht als halbherzig und ineffektiv in der Kritik. Ein zu niedriger CO2-Preis, eine Verhinderung der Windkraft durch Abstandsregelungen, Bahnsanierung, Förderung von Gebäudesanierung und klimafreundlicheren Heizungsanlagen reichen bei Weitem nicht aus.
Folgen
Während die nationale und internationale Politik noch verhandeln, sind die Folgen des Klimawandels bereits jetzt unübersehbar. Als Beispiel soll hier der Pazifik- Inselstaat Kiribati angeführt werden.5 Der Inselstaat besteht aus 32 Atollen, die sich auf 5,2 Millionenkm2 verteilen, aber nur aus 811km2 Land bestehen.6 Der Großteil des Landes befindet sich weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel. Aufgrund dieser geografischen Situation dürfte Kiribati (Abb. 2) das erste Land sein, das infolge des Klimawandels vom Meer überschwemmt wird. Das ohnehin arme Land hat dem wenig entgegenzusetzen. Daher hat der Präsident schon jetzt 2500km2 auf den Fidschi-Inseln gekauft, um die Bevölkerung evakuieren zu können. Mit der Evakuierung soll ab 2020 begonnen werden.
Klimawandel im Mystery
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aus: Ethik und Unterricht Nr. 2 / 2020

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Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 8-8