Menschenwürde

Menschenwürde

Ethik und Unterricht | Ausgabe Nr. 3/2019

Das Konzept der Menschenwürde beruht auf einer einfachen normativen Vorstellung: Würde kommt jedem Menschen zu, bloß indem und weil er Mensch ist. Daher hat jeder Mensch den gleichen moralischen Wert, verdient gleichermaßen Wertschätzung, ist in seinen fundamentalen Rechten und Interessen in gleicher Weise geschützt und berechtigt. Doch was heißt es überhaupt, dass die Menschenwürde »unantastbar« oder mit einem unbedingten und allgemeinen Geltungsanspruch verbunden ist? In welchem Sinne gibt (oder gab) es Menschenwürde, unabhängig von historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen, gewissermaßen »schon immer«?

Inhaltsverzeichnis
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Ebenbild Gottes - die historische Basis menschlicher Würde
Historische Wurzeln, zeitgenössische Bedeutungen, problematische Anwendungen Welchen Wert hat die Menschenwürde?
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Hintergrund Schuljahr 5-13

Die Idee der Menschenwürde ist so simpel wie bestechend: Jedem Menschen kommt, bloß indem und weil er Mensch ist, Würde zu. Mit einem historischen und systematischen Zugang wird der Würdebegriff in seinen verschiedenen Bedeutungen ausgeleuchtet und auf den normativen Zusammenhang mit der Vorstellung vom gleichen Wert jedes Menschen und dem Konzept der Menschenrechte hin befragt.

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Würde ist auch Raum zur Entfaltung.
Menschenwürden als Wesensmerkmal, Recht oder Haltung Würde: Basis oder Ziel moralischer Normen
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Hintergrund Schuljahr 5-13

Dass der Begriff der Menschenwürde unter Rückgriff auf ein allgemeines Verständnis von Würde verstanden werden muss, ist hier die Ausgangsthese. Nach einer Strukturanalyse des Begriffs werden verschiedene Bedeutungen der Menschenwürde erläutert – Würde als Basis und als Ziel von Normen – und Menschenwürdeverletzungen als ganz spezifische moralische Verstöße erläutert.

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Menschenwürde - Anspruch und Verpflichtung
Menschenwürde als Ansprung und Verpflichtung Was WÜRDEst du tun?
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 5-6

Allen Deutungen des Menschenwürdebegriffs ist gemeinsam, dass dem Menschen als Individuum und als Gattungswesen eine besondere Wertigkeit zugeschrieben wird. Hierbei kommen der Wert und die Würde des Einzelnen vor allem im sozialen Miteinander, in Konfrontation mit anderen Menschen und mit sozialen Institutionen, zur Geltung. Die verschiedenen Facetten des Würdebegriffs, insbesondere der »kleinen Menschenwürde«, erkunden die Schülerinnen und Schüler anhand eines Bilderbuchs.

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Würdevolles Leben?
Eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Obdachlosigkeit Menschenwürde ohne Dach
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 8-9

Geht es in unserer Wohlstandsgesellschaft allen gut? Oder verliert sie zunehmend die aus dem Blick, die nicht mehr klar verortet sind, marginalisiert sie sogar? Und trägt so dazu bei, dass im Darüber-hinweg-Sehen Menschen mehr verlieren als vielleicht ihre Wohnung? Schülerinnen und Schüler setzen sich damit auseinander, was geschehen kann, wenn Menschen übersehen werden.

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Menschenrechte und -würde im kulturellen Kontext Universalismus und Kulturrelativismus
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 9-10

Eine Aspekt bei der Auseinandersetzung mit den Konzepten der Menschenrechte und Menschenwürde ist die Fragen nach ihrer Geltung: Ist ihr Anspruch auf Universalität gerechtfertigt, oder sind sie kulturell relativierbar? Insbesondere in kulturell vielfältigen und pluralistischen Gesellschaften stellt sich die Frage nach dem Geltungsbereich. Diese verlangt nach Klärung, weil sie Konsequenzen hat für das gesellschaftliche Zusammenleben, den Umgang mit Interessenkonflikten sowie der Frage nach den Grenzen individueller Freiheit.

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Zur Aktualität des Folterverbots Nur über meine Menschenwürde
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 10-13

Anhand einer konkreten Situation, dem »Fall Daschner«, setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit einem moralischen Dilemma auseinander und reflektieren die Positionen mit einem Fokus auf dem Postulat der Menschenwürde. Indem sie die relevanten Gesichtspunkte erkennen und abwägen, erarbeiten sie sich verschiedene Handlungsoptionen und kommen zu einer begründeten eigenen Position.

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Streitschlichter gibt es mittlerweile an fast jeder Schule.
Zum Umgang mit Diskriminierung in Schule und Unterricht "Du Jude!"
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Praxis Schuljahr 5-13

Häufig werden wir im pädagogischen Alltag Zeuge von zum Teil heftigen Beschimpfungen unter Schülerinnen und Schülern, die uns ratlos oder schockiert zurücklassen. Vor allem bei rassistischen, homophoben oder auch antisemitischen Beschimpfungen wird eine Grenze überschritten. Doch wie machen wir diese Grenzen deutlich sichtbar? Und wie wahren und schützen wir diese Grenzen? Was tun, wenn unsere pädagogischen Mittel, ja manchmal auch schlicht unsere Geduld, ausgeschöpft sind?

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Würde-Fragen am Beginn des menschlichen Lebens - Demo gegen PID
Kritik des Menschenwürdebegriffs in der Bioethik Auf wie viel Würde können wir verzichten?
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 10-13

Gelangt das Konzept der Menschenwürde in der Bioethik an die Grenzen seiner Aussage- und Begründungskraft? Anhand zweier konträrer Positionen in einer bioethischen Kontroverse erarbeiten die Schülerinnen und Schüler sich den Würdebegriff und entwickeln so ein sensibles und kritisches Verständnis für diesen komplexen, vielfach definierten und umstrittenen normativen Grundbegriff.

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Edgar Wasser: Faust Ethik & Philosophie im Song
Premium-Beitrag der Zeitschrift "Ethik & Unterricht" Unterricht Schuljahr 8-10

Ausgehend von den Fragen, ob der Gebrauch diskriminierender Sprache (nicht nur im Rap) legitim ist und wieso diskriminierende Sprache überhaupt zu Zwecken der Beleidigung verwendet wird, reflektiert Edgar Wasser in seinem Text Beispiele aus seiner eigenen Karriere, in denen er das Wort »behindert« als Schimpfwort, als Waffe zur Demütigung anderer, verwendet hat. Der Song regt eine kritische Auseinandersetzung mit alltagssprachlichen Floskeln an.