Karin Lampl

Mutter Latein und ein paar ihrer Kinder

Italienische, spanische und französische Flaggenfarben in Sprechblasen
Eine mögliche Übung, um die Verwandtschaftsbeziehung des Lateinischen und der romanischen Sprachen genauer zu beleuchten, beinhaltet die Auseinandersetzung mit Sprichwörtern., Happy Art / shutterstock.com

Karin Lampl

Auch wenn Latein die Basis der Romanischen Sprachen bildet, so wird im Latein-unterricht oft nur wenig Zeit darauf verwendet, diese Verwandtschaftsbeziehung genauer zu beleuchten. In der Spracherwerbsphase werden unter den Vokabeln zwar Hinweise zu den Modernen Fremdsprachen gegeben, doch eigene Übungs-formen oder Vertiefungen fehlen oftmals. Im bayerischen Abitur gibt es dann aber sehr häufig die Aufgabenstellung, aus Alltagssätzen wie in Gebrauchsanweisungen oder Informationen für Touristen den groben Inhalt und einzelne Worte herzuleiten.
Sprichwörter erschließen
Eine mögliche Übung für die Lektürephase zu diesem Thema soll hier vorgestellt werden, und zwar anhand von Sprichwörtern. Diese eignen sich gut als Einstieg in die Arbeit mit den modernen Sprachen, da der Inhalt der Sprichwörter den Schü-lerinnen und Schülern oft aus der Muttersprache bereits vertraut ist, sodass sie die Aufgabe bearbeiten können, ohne jedes einzelne Wort der Fremdsprache kennen zu müssen. So wird ihnen zugleich auch die anfängliche Scheu vor der Beschäftigung mit der unbekannten Sprache genommen. Möglicherweise lernen die Schülerinnen und Schüler aber auch bereits mehr oder weniger lang Französisch oder haben Spanisch bzw. Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache gewählt. Diese Schüler können dann als „Experten auftreten.
Ein Ziel der Übung ist es, dass die Schülerinnen und Schüler Latein und die Romanischen Sprachen nicht mehr als getrennt voneinander betrachten und dass sie erkennen, dass das Beherrschen des Lateinischen zugleich den Zugang zu den Romanischen Sprachen erleichtert.
Sprachliche Entwicklungen
Es ist sinnvoll, einige sprachliche Entwicklungen zu besprechen, ohne dabei allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Italienisch macht dabei aufgrund seiner Nähe zum Lateinischen die wenigsten Probleme; es genügt daher, die Endungen der Substantive bzw. Adjektive, die Formen des Artikels und die Verbalendungen der 3. Ps. Sg. Präs. Ind. zu besprechen (s. Tabelle ). Sinnvoll für jede Sprache sind auch die Formen von esse bzw. habere. Mehr Schwierigkeiten bereitet das Französische wegen seiner vergleichsweise starken Weiterentwicklung, auch was die Auswahl geeigneter Sprichwörter einschränkt. Werden die romanischen Sprachen regelmäßig im Lateinunterricht in den Blick genommen, lohnt es sich, eine Tabelle zur Entwicklung der Formen anzulegen. Jedes neue romanische Wort kann das Schema ergänzen oder die eine oder andere Ausnahme vor Augen führen.

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Fakten zum Artikel
aus: Altsprachlicher Unterricht Nr. 3 / 4

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Premium-Beitrag aus "Der Altsprachliche Unterricht" Unterricht (< 2 Std.) Schuljahr 9-13