Ratgeber erstellen: modal auxiliaries

You needn't drive your kids to school

Vor der Schule stauen sich die Autos, weil Eltern ihre Kinder dorthin chauffieren, im Wald spielen ist nicht erlaubt wegen Zeckengefahr und Inlinern ist verboten – helicopter parents schränken die Entwicklung ihrer Kinder aus Überfürsorge ein. In einem Ratgeber empfehlen die Lernenden ­Eltern, welche Verhaltensweisen diese ändern sollten. Dazu nutzen sie modal auxiliaries.

Helikopter-Eltern Cartoon
Sie überwachen ihre Kinder in jeder Sekunde: Helikopter-Eltern. Wollen Kids das? Oder haben sie Ratschläge für ihre Eltern, was diese anders machen sollten? Eine Anwendungsfall für modal auxiliaries | Greg Williams in cooperation with the Wikimedia Foundation. CC-SA-30

Modal auxiliaries Übungen sind dann am sinnvollsten, wenn sie in einen realen und lebensweltlich relevanten Kontext eingebunden sind. Sprachlich notwendig sind modal auxiliaries in Ratgebern aller Art. Hier erstellen die Lernenden einen Ratgeber für ihre Eltern. Darin stellen sie mithilfe von modal auxiliaries aus Kindersicht dar, wie ihre Eltern sie behandeln sollten, was sie nicht tun dürfen oder unbedingt müssen. Eine Aufforderung zum Helikoptern wird sich dort wahrscheinlich nicht finden …

Modal auxiliaries Übungen zum Thema Helikopter-Eltern

Die Gesellschaft ändert ihre Vorstellungen von einer problemarmen oder gar sorgenfreien Kindheit und Jugendzeit permanent. Im Gegensatz zu vergangenen Erziehungskonzepten ist heute bei vielen Eltern ein oftmals überzogenes Sicherheitsdenken zu beobachten. Dieses nimmt zuweilen geradezu skurrile Formen annimmt. Wie reagieren nun die Heranwachsenden auf die überzogene Fürsorge und permanente Observierung ihrer Eltern? Wie lästig empfinden sie die praktizierten Formen von Überbehütung und ständiger Gängelung? Welche dringenden Veränderungen sind für sie erstrebenswert?

Beispiele für Maßnahmen von Helikopter-Eltern sammeln

Mit Hilfe von passenden Abbildungen und Cartoons lässt sich ein themenspezifischer Einstieg mühelos gestalten. Im interaktiven Unterrichtsverlauf betrachten die Lernenden die projizierten Bilder, bewerten dabei die Sinnhaftigkeit der gadgets (safety helmet, GPS tracker) und äußern sich zu den Sicherheitsmaßnahmen in der Küche.

Regeln zusammenstellen

Die Lernenden formulieren Empfehlungen an die Eltern, anhand derer diese ihre überfürsorglichen Verhaltensweisen diese minimieren bzw. völlig einstellen sollten. Die Meinungen werden vom „Schreiber“ der Gruppe auf leeren Zetteln (DIN A6) notiert und der Lehrkraft übergeben, z. B.

  • You needn’t drive your kids to school every day.
  • You mustn’t walk them to school.
  • We would rather walk with our friends.
  • Allow them to cycle to school with friends.
  • Don’t tell them to be in by six o’clock.
  • You shouldn’t check our e-mails.
  • Let us stay overnight at a friend‘s place.

Diese werden zu einem gemeinsamen Ratgeber zusammengestellt.

Modal auxiliaries kognitivieren und üben

Es gibt verschiedene sprachlich-strukturellen Möglichkeiten, sich mit Wünschen und Empfehlungen an die Eltern zu wenden. Dennoch bietet es sich hier an, in einem focus on form verschiedene modal auxiliaries-Übungen anzubieten.

Die häufige Verwechslung der Modalverben „needn’t / mustn’t“ (nicht brauchen/nicht dürfen) kann durch Kontrastierung fehlerprophylaktisch etwas entschärft werden (L1 vs. L2), wodurch eine umfangreichere und anspruchsvollere metasprachliche Kognitivierung zu vermeiden ist.

  • Englisch: You needn’t walk me to school. = Deutsch: Du brauchst mich nicht zur Schule begleiten.
  • Englisch: You mustn’t walk me to school. = Deutsch: Du darfst mich nicht zur Schule begleiten.

Mehr erfahren

In seinem Unterrichtsvorschlag „A Parent’s Guide to the Protection of Children. Einen Ratgeber erstellen, Modalverben üben.“  stellt Fachdidaktiker Werner Kieweg noch weitere Tipps zu den modal auxiliaries und Arbeitsmaterialien zusammen. Dieser Unterrichtsvorschlag ist erschienen in Ausgabe 149 des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch zum Thema Childhoods. Die Unterrichtsideen in dieser Ausgabe beschäftigt sich mit den Fragen

  • Was bedeutet es, ein Kind zu sein?
  • Was sind Lebensbedingungen, Träume und Pläne von Kindern weltweit?
  • Wo gleichen sie, wo unterscheiden sie sich?
  • Welche Rolle spielen Bildungschancen für das Leben von Kindern, besonders für das von Mädchen?

Diese Unterrichtsvorschläge fördern eine Bildung für nachhaltige Entwicklung, die in den Lehrplänen aller Bundesländer auch für das Fach Englisch verpflichtend ist.


Dieser Beitrag basiert auf: Werner Kieweg (2017): „A Parent’s Guide tot he Protection of Children. Einen Ratgeber erstellen, Modalverben üben.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Ausgabe 149 [Childhoods]. 12 – 15. 

Fakten zum Artikel
Unterricht (< 45 Min) Schuljahr 6