Werner kIeweg

A Parents’ Guide to the Protection of Children

Werner kIeweg

Einen Ratgeber erstellen, Modalverben üben

Vor der Schule stauen sich die Autos, weil Eltern ihre Kinder dorthin chauffieren, im Wald spielen ist nicht erlaubt wegen Zeckengefahr und Inlinern ist verboten helicopter parents schränken die Entwicklung ihrer Kinder aus Überfürsorge ein. In einem Ratgeber empfehlen die Lernenden Eltern, welche Verhaltensweisen diese ändern sollten auch wenn sie noch so gut gemeint sind.

Die Gesellschaft ändert ihre Vorstellungen von einer problemarmen oder gar sorgenfreien Kindheit und Jugendzeit permanent. Das zeigt sich allein schon in den epochenspezifischen Etikettierungen und Typisierungen der jeweils favorisiert praktizierten Erziehungsstile. Im Gegensatz zu vergangenen Erziehungskonzepten ist heute bei vielen Eltern ein oftmals überzogenes Sicherheitsdenken zu beobachten, welches zuweilen geradezu skurrile Formen annimmt. Wie reagieren nun die Heranwachsenden auf die überzogene Fürsorge und permanente Observierung ihrer Eltern, die das individuelle Erleben von Kindheit doch wesentlich prägen? Wie lästig empfinden sie die praktizierten Formen von Überbehütung und ständiger Gängelung und welche dringenden Veränderungen sind für sie erstrebenswert?
Überbehütung ihre Folgen
Die elterliche Wahrnehmung potenzieller Gefahren ist omnipräsent und zeigt sich häufig in eigenartigen Formen von Überbehütung und Rundumüberwachung (paranoid parenting/parental paranoia). So bietet die Kindersicherheitsindustrie zuverlässig GPS-gesteuerte Armbanduhren mit permanent aktiver Satellitenortung an, die den Eltern eine präzise Überwachung ihrer Kinder in einem definierten Mobilitätsradius ermöglichen und die bei jeglicher unerwarteter Ortsveränderung Alarm schlagen. Selbst vor der Idee, Sensorimplantate (microchip implants) als eine zuverlässige Überwachungstechnologie unter der Haut der Heranwachsenden zu installieren, schreckt man nicht zurück. Für Eltern, die eine geradezu umfassende Kontrolle und Überbehütung ihrer Kinder anstreben, kreierte bereits im Jahre 1969 der israelische Psychologe Haim Ginott den populärsprachlichen Begriff der helicopter parents, die in geradezu paranoider Art und Weise zum Schutze ihrer Kinder beständig über deren Köpfe schweben:
[T]odays children have become subjected to greater surveillance and control than previous generations. While children may appreciate that adult control is necessary at times to protect them from exposure to risks that they themselves may not yet have the experience to understand, at other times they view the level of control as unnecessary and constraining and a source of risk to the childs autonomy …”
(Helen Little).
Pädagogen und Psychologen warnen seit Langem vor den Folgen des weltweiten Trends zur Überängstlichkeit und Infantilisierung (Josef Kraus, Wendy Mogel, Doug Hewitt). So fehlen den betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten zur Entwicklung des unabhängigen Handelns und Denkens. So können sie so bedeutsame Fähigkeiten wie das Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Durchhaltevermögen, Risikobereitschaft, psychologische Widerstandsfähigkeit (Resilienz), prosoziales Verhalten und die Wahrnehmungsfähigkeit für reale Gefahren nicht entfalten.
Thema overprotection
Das Phänomen der „Pädachondrie (Begriff von Josef Kraus, 2016) durch über-trieben fürsorgliche Beobachtung (exaggerated surveillance) eignet sich ob seiner realen Ubiquität ideal als Thema auch für den Englischunterricht. In ihrer psychosozialen Entwicklung verfügen die Schülerinnen und Schüler bereits über die Fähigkeit, die praktizierten erziehungsrelevante Konzepte ihrer Umwelt wahrzunehmen, zu hinterfragen und kritisch zu beurteilen.
Einstieg: für die Problematik sensibilisieren
Mit Hilfe von passenden Abbildungen und Cartoons lässt sich ein themenspezifischer Einstieg mühelos gestalten (worksheet 1 ). Im interaktiven Unterrichtsverlauf betrachten die Lernenden die projizierten Bilder, bewerten dabei...
Unterricht Englisch
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 149 / 2017

Childhoods

Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 6-6