World War I

World War I

Unterricht Englisch | Ausgabe Nr. 155/2018

Vor hundert Jahren endete der Erste Weltkrieg, doch in anglophonen Kulturen ist die Erinnerung daran in Texten, Kunst und Alltagskultur noch sehr lebendig. Die Lernenden erwerben Kontextwissen, das Voraussetzung für interkulturelles Verstehen und Friedenserziehung ist.

Inhaltsverzeichnis
Bild: Harry R. Hopps 1917
Da es in Großbritannien zunächst keine Wehrpflicht gab, übten Propaganda-Plakate Druck auf junge Männer aus, sich „freiwillig“ zum Kriegsdienst zu melden
Kulturelles, literar-ästhetisches und historisch-politisches Lernen am Ersten Weltkrieg The great seminal catastrophe
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-13

Im November 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal – Anlass für Gedenkfeiern in vielen Ländern. Eine kulturwissenschaftliche Didaktik leitet Lernende dazu an, sich die historischen Hintergründe zu erschließen und sich anhand von Literatur und anderen künstlerischen Repräsentationen mit der Erfahrung des Krieges auseinanderzusetzen. Dies hilft, heutiges politisches Geschehen einzuordnen und mahnt, den Frieden und globale Zusammenarbeit zu schätzen und zu wahren.

Foto: Mrs C L Caulfield/Europeana 1914-1918, www.europeana.eu CC BY-SA
Verschickt mit zärtlichen Gedanken an die Liebste zuhause – bestickte Feldpostkarte aus dem Ersten Weltkrieg
Bildquellen lesen und kontextualisieren
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 7-13

Bilder sind mehrfach kodierte Texte, in denen verschiedene Botschaften stecken. Wenn sie in der Werbung oder zur politischen Propaganda eingesetzt werden, sind diese Absichten sehr bewusst gestalterisch umgesetzt. Anhand von Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg, einem damaligen Massenmedium, lernen die Schülerinnen und Schüler, die Botschaften dieser Bilder oder Text-Bild-Kombinationen zu entschlüsseln. Dazu erarbeiten sie Hintergrundwissen in Kontextualisierungsaufgaben und erwerben Bildanalyse-Strategien. Sie übertragen ihr Wissen auf Bilder von heute.

Foto: © imageBROKER / Alamy Stock Foto
Bei einer Mittelklasse-Familie zuhause (Küche): Das BBC radio play Archie Dobson’s War inszeniert, wie die Familie Dobson die Kriegsjahre 1914–1918 erlebt
Ein Album über die Erlebnisse von Kindern während des Ersten Weltkriegs erstellen At the home front
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 6-7

Anhand von Ausschnitten aus dem multimedialen BBC School Radio Programme Archie Dobson’s War und weiterer Materialien erwerben die Lernenden Wissen über den Alltag in Großbritannien während des Ersten Weltkrieges und nehmen am Schicksal der fiktiven Familien Dobson und Carter teil. Sie versetzen sich in den zehnjährigen Archie Dobson hinein, indem sie Fakten und seine Erlebnisse in einem Album festhalten.

Foto: © imago/Cinema Publishers Collection
Sozialen Wandel an der home front anhand der TV-Serie Downton Abbey untersuchen “War deals out strange tasks“
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10

Im Krieg ist alles anders: Während die Männer an der Front sind, übernehmen die Frauen der adeligen Familie Crawley das Kommando auf dem britischen Landsitz Downton Abbey, dem Schauplatz der gleichnamigen TV-Serie. Die Lernenden setzen sich mit den Lebensentwürfen der Protagonisten der 2. Staffel der TV-Serie auseinander und untersuchen den sozialen Wandel an der home front. Für eine der Figuren verfassen sie einen Tagebucheintrag, in der diese rückblickend ihre Erlebnisse während des Ersten Weltkriegs reflektiert.

Bilder: Ernst Sandau, Adolph Behrens (1913)/Wehrgeschichtliches Ausbildungszentrum der Marineschule Mürwik
Zar Nikolaus II. mit seinem Cousin König Georg V. (rechts) in deutschen (!) Militäruniformen in Berlin 1913, Kaiser Wilhelm II. in Großadmiralsuniform 1913:  Wie konnte es dazu kommen, dass diese drei Cousins nur wenig später ihre Länder gegeneinander in den Krieg führten?
Die Kriegsschuldfrage in einer TV-Debatte diskutieren (Not) playing the blame game
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10

In einem Rollenspiel schlüpfen die Lernenden in die Rolle dreier zeitgenössischer Historiker und tauschen deren kontroversen Positionen zur Kriegsschuldfrage und ihre Perspektive auf die Julikrise 1914 in einer TV-Debatte aus. Dabei machen sie sich Perspektivität und Kontroversität in der historischen Diskussion bewusst. Sprachliche Unterstützungssysteme fördern und erleichtern dabei den bilingualen Lernprozess.

Foto: picture-alliance/AA
Mehr als 888.000 britische Soldaten fielen im Ersten Weltkrieg – an jeden von ihnen erinnert eine von Freiwilligen „gepflanzte“ Mohnblume aus Keramik am Tower of London
Sich mit Erinnerungskulturen des Ersten Weltkriegs auseinandersetzen In Flanders‘ fields the poppies blow
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13

In einer komplexen Kompetenzaufgabe gestalten die Lernenden eine Poster-Präsentation, die einerseits über das Symbol Klatschmohn informiert, andererseits John McCraes Gedicht In Flanders‘ Fields analysiert und interpretiert sowie bewertet, warum es das einflussreichste Gedicht des Ersten Weltkrieges und der Klatschmohn zum Symbol desselben wurde. Sie bewerten dessen Rolle in englischsprachigen Erinnerungskulturen und betrachten die Erinnerungskultur des deutschen Kulturraumes kritisch im Vergleich.

Foto: picture-alliance/dpa
An Weihnachten 1914 unterbrachen deutsche (Mitte) und britische (außen) Soldaten die Kampfhandlungen und spielten stattdessen Fußball zwischen den Schützengräben (reenactment-Gruppe)
Über Ethik in der Werbung diskutieren All is calm, all is bright
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13

An Weihnachten 1914 kam es historisch verbrieft mitten im Krieg zum sogenannten Weihnachtsfrieden (Christmas Truce). Dabei trafen sich britische und deutsche Soldaten zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier. Diese historische Situation nutzt ein Werbeclip der britischen Supermarktkette Sainsbury’s hundert Jahre später, um Konsumenten zu suggerieren, ihre Weihnachtseinkäufe dort zu tätigen. Der Clip nutzt filmische Mittel und Musik, um die Situation ästhetisch zu überhöhen. Dürfen Werbetreibende das oder sollte der britische Werberat ASA eine Rüge erteilen? Diese Frage diskutieren die Lernenden hier und setzen sich dafür anhand eines digitalen Materialpakets mit der in Großbritannien intensiv geführten Debatte auseinander.

© 2015, Picture Window Books, a Capstone imprint. Amoret Tanner / Alamy Stock Foto
Für Tiere endete der Krieg genauso tödlich wie für die Menschen – aus Mangel an überlebenden Pferden wurden sogar Zootiere zum Kriegsdienst eingezogen
Materialien und Unterrichtsimpulse Animals at war
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-10

Auch Tiere dienten in den Armeen des Ersten Weltkriegs: Sie warnten vor Giftgas, transportierten Medikamente oder übernahmen Spionagetätigkeiten – und starben dabei genauso wie menschliche Soldaten. Ihre Perspektive auf die Grausamkeiten des Kriegs ist Ausgangspunkt für Unterrichtsideen schon für junge Lerner und kann der Friedensziehung dienen. Eine Vorstellung von passenden Jugendromanen, Bilderbüchern und Fotosammlungen.