Lernerorientierung

Lernerorientierung

Unterricht Englisch | Ausgabe Nr. 143/2016

Lehrerinnen und Lehrer unterrichten nicht Fächer, sondern junge Menschen: Es sollten die Interessen, Erfahrungen und Sichtweisen der Schülerinnen und Schüler sein, die im Mittelpunkt des Englischunterrichts stehen. Denn Sprache(n) sind Teil der Persönlichkeit eines jeden Menschen, und es sind Individuen, die sie erlernen.

Damit Jugendliche Zeit und Mühe in das Sprachenlernen investieren, müssen sie an der Gestaltung von Lernprozessen beteiligt sein – auch wenn manche strukturelle Merkmale von Unterricht das auf den ersten Blick zu verhindern scheinen. Es sollten relevante und bedeutsame Themen und Inhalte aus ihrer Lebenswelt sein, die im Englischunterricht zur Sprache kommen.

Zum 50. Geburtstag der Zeitschrift Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch stellen Ihnen die Herausgeber Lernarrangements zu zentralen Handlungsfeldern des Englischunterrichts vor. Diese zeigen, wie man mit einfachen Mitteln Unterricht von den Lernenden aus denken kann.

Inhaltsverzeichnis
Foto: StartupStockPhotos/pixabay.com
Den Englischunterricht von den Lernenden her denken Auf die Lerner kommt es an!
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-13

Sprache ist Teil der Identität eines jeden Menschen – nicht nur die Muttersprache, sondern auch andere Sprachen, die nach und nach dazukommen. Denn jede/r Jugendliche ist ein Individuum, das durch persönliche Erfahrungen historisch, kulturell und sprachlich geprägt ist. Die Lernenden müssen die Gelegenheit haben, sich mit ihren individuellen Erfahrungen, Sichtweisen und Begabungen in den Unterricht einzubringen, um eine Fremdsprache erwerben und ihre Persönlichkeit entwickeln zu können. Woran liegt es jedoch, dass der schulische Unterricht ihre Bedürfnisse und Perspektiven oft so wenig berücksichtigt, und mit welchen einfachen Mitteln kann man das ändern?  

Foto: jarmoluk/unsplash.com
Lernerorientierte Aufgabeneinstiege
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-13

Engagiertes Involviertsein (involvement) ist Voraussetzung jeden nachhaltigen Lernens. Doch wie kann man Lernende dazu bewegen, Zeit, Aufmerksamkeit und Mühe in eine Aufgabe zu investieren? Motivierende Aufgabeneinstiege beziehen dazu das Vorwissen und Interessenlagen der Lernenden mit ein und informieren sie vorab über den Kommunikationszweck und mögliche Lernziele. An vielen Beispielen zeigt die Methode im Fokus, wie das geht. 

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Lernerorientiert mit dem Lehrwerk arbeiten Sourcebook Rather Than Coursebook
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-10

Das Lehrwerk dient häufig als Leitmedium im Fremdsprachenunterricht: Es hilft bei der Unterrichtsplanung, dient den Lernenden als verlässliches Nachschlagewerk und lässt Lernprozesse für die Lernenden und deren Eltern nachvollziehbar werden. Es darf jedoch nicht zum didaktischer Diktator werden: Häufig steuern seine Vorgaben den Unterricht zu starr und lassen die Interessen der Lernenden außer Acht. Wie man flexibel und trotzdem lernwirksam mit den Angeboten des Lehrwerks umgeht und die Lernenden in die Planung mit einbezieht, zeigt dieser Beitrag. 

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Filme lernerorientiert erarbeiten, eigene Heldenidentitäten erschaffen Saving People Is My Calling
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 6-7

Was macht einen Superhelden aus, welche Eigenschaften besitzt er und welche Taten zeichnen ihn aus? Der multimodale Roman bzw. dessen Verfilmung The Amber Amulet hat da andere Vorstellung als die von den üblichen Supermen und Catwomen. Die Lernenden erarbeiten sich die zentralen Aussagen des Films und entwerfen eigene Helden oder Heldinnen, die ihre Superkraft in einer Superhelden-Akademie unter Beweis stellen.

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Eigene Fragen an einen literarischen Text stellen, sich mit kulturellen Identitäten auseinandersetzen It Had a Really Weird Look About It
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9

Ein merkwürdiges rotes Ding sitzt am Strand, halb Kaffeekanne, halb Oktopus. Wie fühlt es sich? Wie ist es hierhergekommen? Was will es hier in einer durchmechanisierten Welt, in der für fantasievolle Wesen kein Platz zu sein scheint? Ausgehend von ihren eigenen Fragen an die graphic novel The Lost Thing setzen sich die Lernenden mit eigenen und fremden kulturellen Praktiken auseinander und entwickeln critical cultural awareness.

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Am Beispiel von surveillance Lernerorientierung als ethnographisches Forschen
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9

Lehrende sollten Kenntnis der Lebenswelten ihrer Schülerinnen und Schüler haben, denn nur so können sie ihren Unterricht an deren Vorwissen, Kenntnissen und Interessen ausrichten. Am Beispiel Überwachungsmechanismen im öffentlichen Raum und im Internet (surveillance) erkunden Lehrende und Lernende ein Phänomen unserer Gegenwart. Dazu entwickeln sie gemeinsam eine Forschungsaufgabe und schreiben eine Petition an Mitglieder des EU-Parlaments.