Bilder lesen – Photography

Bilder lesen – Photography

Unterricht Englisch | Ausgabe Nr. 158/2019

Fotos lesen zu können ist eine zentrale Kompetenz im visuellen Zeitalter. Denn Fotos sind keine Abbildungen, sondern bewusst komponierte Bilder. Sie sollten nicht nur dazu dienen, Wortschatz zu semantisieren oder das Textverstehen zu unterstützen. Fotos sind ein eigenständiges Medium, für das Lernende Verstehensstrategien entwickeln müssen.

Inhaltsverzeichnis
Bilder: Sebastian Cigan, Roswitha Henseler
Schnell geklickt und sofort geteilt, kommentiert und gelikt: das Selfie ist derzeit das populärste Fotogenre. An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie sehr Fotos zur Versprachlichung und Kommunikation anregen
Fotografien lesen lernen im Englischunterricht Showing, reading, telling
Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 5-13

Viele Menschen halten ihren Alltag in Fotos fest und teilen diese mit Freunden – vom foodie des Frühstücks bis zum ussie auf der Party am Abend. Doch Fotos sind mehr als das, was sie zeigen: Seit ihrer Erfindung haben sie unsere Welt-Anschauung geprägt, z.?B. davon, wie ein „echter Indianer” aussieht. Deshalb sollte der Englischunterricht Fotos nicht nur in ihrer Funktion zur Semantisierung von Wortschatz, zur Unterstützung des Textverstehens oder als Sprechanlass nutzen: Fotos sind ein eigenständiges Medium, für das Lernende Verstehensstrategien entwickeln müssen.

Bilder: flo-flash/Photocase.de, pepipepper/Photocase.de
„Angles” oder „light and shadow” – auf dem Schulhof erjagen die Lernenden Motive, die diese Vorgaben in Bilder übersetzen
Auf Foto(schnitzel)jagd gehen, visual literacy erwerben Let’s go on a photo scavenger hunt!
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-10

Bei dieser Fotojagd geht es darum, Begriffe (entweder konkret wie Gegenstände oder abstrakt wie z. B. Stimmungen oder Themen) in Bildsprache zu übersetzen: Mit Handykameras schießen die Lernenden zu jedem Begriff mehrere Fotos, von denen sie dann die gelungensten auswählen und in der Klasse vorstellen. Dabei schulen sie ihre visual literacy. Der Artikel zeigt, wie man in zwei verschiedenen Klassenstufen zum selben Thema, aber mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen arbeiten kann, um macht so Kompetenzzuwächse deutlich.

Bild: iStock.com/AleksandarGeorgiev
Ein Selfie ist ein neues Bildgenre, eine Art des Selbstporträts, das soziale Interaktion, Körpersprache, Selbstwahrnehmung, Privatsphäre, Humor und das Verhalten in der Öffentlichkeit verändert hat
Fotografien und Selbstdarstellung in sozialen Medien reflektieren MySELFIE and I
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-10

Die Lernenden erhalten Rollenkarten und erstellen ein Selfie, das auf der Rollenkarte beschriebene Person ablichtet. Sie erproben Möglichkeiten der Selbstinszenierung mit der Kamera und wenden dabei fotografische Grundkenntnisse an. Dadurch hinterfragen die Lernenden gängige Selfie-Trends und Formen der Selbstdarstellung in sozialen Medien und reflektieren sie ihre eigene Mediennutzung.

Bilder. Bru-nO–/Pixabay.de, FlanellKamerasFilm/Pixabay.de
Sie sind wieder modern: Polaroids, eine Fototechnik aus den 1940ern, hat wieder Fans, die aus dem Unperfekten dieser Fotos künstlerische Effekte zaubern
Fotos und fiktionale Biografien im multimodalen Roman The Unforgotten Coat untersuchen Turning Liverpool into Mongolia by pointing a camera at it
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-9

Der multimodale Roman The Unforgotten Coat lebt von seiner Kombination aus Text und Polaroid-Fotos, die gemeinsam die fiktionale Welt entstehen lassen. Die Lernenden untersuchen, in welchen Verhältnis Text und Bild stehen und inwiefern die Fotos die Glaubwürdigkeit des Erzählten unterstützen oder unterminieren. So zeigt sich, wie Identitäten und Lebensgeschichten anhand kultureller Versatzstücke konstruiert sein können und welches Interesse dahinter steckt.

Foto: NeONBRAND/unsplash.com
Fotografieren und Sprache erwerben
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-13

Fotoprojekte sind motivierend und durch den Einsatz des eigenen Smartphones einfacher denn je! 8 Methodenkarten stellen folgende Fotoprojekte vor: Manners matter, That’s my (favourite) …, The incredible shrunken me, Picture introductions, Meme class rules, Forced perspective, 1, 2, 3 Triptych, A story in one shot. Sie können zu unterschiedlichen Themen und Inhalten im Englischunterricht oder im fächerverbindenden Unterricht eingesetzt werden. Die Fotos gewinnen an Qualität, wenn die Lernenden bewusst verschiedene Kameraeinstellungen und Fotoeffekte nutzen. Dafür erhalten sie ein glossary aus kleinen Bild-Text-Karten. Diese Fachbegriffe benötigen die Lernenden auch beim Planen, Präsentieren und Diskutieren ihrer Fotoergebnisse.

Bilder: Thomas Leuthard CC-BY-20
In einer Fotoausstellung rückt der Begleittext Momente aus dem Alltag in ein besonderes Licht
Dokumentarfoto-Serien und Begleittexte für eine Ausstellung erstellen Fiction out of reality
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10

Fotografie spielt in der Welt von Jugendlichen, vor allem in sozialen Netzwerken, eine große Rolle. Während bei Plattformen wie Instagram und Snapchat jedoch meist die Selbstinszenierung im Vordergrund steht, setzt sich Dokumentarfotografie mit dem sozialen Umfeld auseinander. Sie ist eine narrativ angelegte und oft sozialkritische Betrachtung. In dieser Unterrichtseinheit lesen die Lernenden dokumentarische Fotoserien des britischen Fotografen Martin Parr und gestalten Fotoserien aus ihrem persönlichen Umfeld mit passenden Begleittexten für eine Ausstellung.

picture-alliance/AP images
Kontexte und Rezeption von weltbekannten Kinder-Fotos recherchieren Iconic kids
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 10-13

Warum gibt es Fotos, die jeder kennt? Zum Beispiel das Foto eines zweijährigen syrischen Flüchtlingsjungen, der ertrunken am türkischen Strand angespült wurde. Oder das Foto des „Napalm Girl“ aus dem Vietnamkrieg. Diese Fotos sind Medienikonen, die ihre Ikonizität aus dem Bezug zu historischen Vor-Bildern gewinnen und selbst eine visual history generieren. Sie wecken Emotio­nen und werden für verschiedene Zwecke (miss-)braucht. Die Lernenden recherchieren Kontexte und Rezeption von ikonischen Kinderfotos und stellen ihre Ergebnisse in einem wall display aus.