Sprechen spielerisch fördern

What happened the other day

Ein Drittel aller Schüler macht in einer Englischstunde kein einziges Mal den Mund auf. Doch egal ob in Alltag oder Schule, mit Freunden, Familie oder Fremden: Sprache wird zu 95% gesprochen und nur zu 5% geschrieben. Und man erlernt sie nur durchs Selbersprechen. Diese zwei spielerischen Sprechaufgaben lassen sich ohne viel Vorbereitung in jede Englischstunde integrieren.

Kettenkarussell bei Nacht
Ist die Luft raus im Unterricht? Zwei kleine Methoden aktivieren die Lernenden wieder. | Foto: KEEM IBARRA/Unsplash

Lernende befinden sich im Englischunterricht und im Alltag außerhalb der Schule immer wieder in der Klemme: Sie können (fremd)sprachlich nicht ausdrücken, was sie inhaltlich mitteilen wollen. Besonders deutlich wird das in mündlichen Kommunikationssituationen. Dafür kann man in der Regel keine Redemittel recherchieren oder Beiträge überarbeiten, da der Gesprächspartner auf eine Antwort wartet. Es lohnt sich, an alltagsnahen und inhaltlich ganz klar umrissenen Situationen zu üben, spontan in einem Gespräch zu reagieren oder einige zusammenhängende Sätze zu äußern. Wie wäre es mit einer kleinen Szene, in der ein Hotelgast zwar keine Stimme mehr hat, dafür aber ein Zimmer mit lauter ausgefallenen Extras buchen möchte? Oder mit einem kurzen Schwank aus dem Leben?

Lost voice

Ein Gast in einem Hotel hat seine Stimme verloren und versucht nun an der Rezeption pantomimisch zu erklären, dass er eine bestimmte Reservierung vornehmen möchte. So wünscht er ein Einzelzimmer mit Dusche, Frühstück und vegetarisches Abendessen. Er möchte auch seinen kleinen Hund mitnehmen, der bedauerlicherweise häufig bellt. Ansonsten benötigt er ein Kopfkissen, das mit Federn gefüllt ist. Ein Zimmer neben dem Aufzug kommt nicht in Frage usw. Die Lehrkraft bereitet Kärtchen mit jeweils einer dieser Bedingungen vor. Auch die Schüler können sich an der Erstellung dieser Karten beteiligen.

Die Klasse spielt kollektiv den Hotelangestellten. Sie muss versprachlichen, was der Gast wohl mutmaßlich wünscht („Ah, you need a feather pillow!“ That shouldn’t be a problem.“) Um die Sprachanteile weiter zu erhöhen, kann in einer Variante des Spiels eine Vorgabe sein, dass der Wunsch des Gastes leider nicht erfüllt werden kann. Die Hotelangestellten müssen ihm eine Alternative anbieten.

Die Rolle des Gastes kann von einer Schülergruppe übernommen werden. Abgesehen vom Unterhaltungs- und Motivationsaspekt, der immer mit einem solchen Ratespiel verbunden ist, sind pantomimische Übungen sinnvoll, da sie die Bedeutungen von Mimik und Gestik als ergänzendes Kommunikationsmittel verdeutlichen.

Zeitschrift
Unterricht Englisch Nr. 116/2012 Sprechaufgaben

Lernende befinden sich immer mal wieder in der Situation, dass sie (fremd)sprachlich nicht ausdrücken können, was sie inhaltlich mitteilen wollen. Aber: Sprechsituationen lassen sich üben.

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Non-stop storytelling

Die Lernenden arbeiten mit einem Partner zusammen und entscheiden, wer Partner A und wer Partner B ist. Auf einen Impuls der Lehrkraft hin erzählt Lerner A seinem Partner spontan, was ihm zu einem vorgegebenen Thema oder Impuls einfällt:

Turn to your partner. Establish eye-contact. Partner A begins. Get ready. Here’s your topic:

  • An embarrassing moment
  • What you did on a rainy day / when there was a blackout (no electricity) in your town that lasted two weeks.
  • A day in the life of a window cleaner.

Use the past tense.

Mehr Impulse für das Erzählen finden sich auf der Seite Creative Writing Prompts. Entscheidend ist, dass so viel wie möglich gesagt wird und dass der Redefluss nicht abbricht. Der Zuhörer darf zwar nichts sagen, kann aber aktives Zuhören demonstrieren, indem dem er Blickkontakt hält und durch seine Körpersprache mitteilt, dass er der Erzählung folgt. Nach einem erneuten Impuls (Now it’s partner B’s turn.) erfolgt der Wechsel und es erzählt Partner B.

Die Partnerarbeit bietet den Lernenden einen geschützten Raum, in dem sie ohne Angst vor Fehlern Englisch sprechen können. Neben dem zusammenhängenden (monologischen) Sprechen wird auch der Einsatz von Gesprächsstrategien trainiert wie z. B. den Faden wieder aufnehmen, wenn man ins Stocken geraten ist. Non-stop storytelling kann auch mit wechselnden Partnern erprobt werden.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-8
Sonderprodukt
40 Sprechaufgaben für jeden Tag Methodenkarten Englisch: SPEAKING

Sprechen lernt man am besten durch Sprechen. Die Methodenkarten Speaking bieten dazu Gelegenheit: Sie schaffen konkrete Situationen, in denen die Schülerinnen und Schüler mündlich (inter)agieren können. Dem jeweiligen Schwerpunkt und Ziel der Methode entsprechend finden sich offene sowie stärker strukturierte Aufgaben, die Freiraum fürs Spielen und Ausprobieren schaffen, aber auch Unterstützung anbieten. Die Methoden bedürfen keiner großen Vorbereitung und sind schnell und unkompliziert einzusetzen –fünf Minuten bis maximal eine Unterrichtsstunde reichen aus! 

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Online-Dokument
Unterricht Englisch Nr. 90/2007 Mündlichkeit Online-Dokument

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Fachbuch
Formen und Muster der sprachlichen Interaktion Genres im fremdsprachlichen und bilingualen Unterricht

Generisches Lernen im fremdsprachlichen und bilingualen Unterricht

Der generische Ansatz geht von der Überlegung aus, dass alle sprachliche Kommunikation ihrem Wesen nach eine regelgeleitete, strukturierte, kulturell konventionalisierte Form der sozialen Interaktion darstellt. Daher lassen sich für alle Akte der Kommunikation und Interaktion Formen und Muster identifizieren, die sich als Genres beschreiben lassen. Diese Genres, und zwar literarische wie nichtliterarische, stellen genau jene grundlegenden Formen der Kommunikation dar, die auch im Fremdsprachenunterricht erworben werden müssen.

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