Roswitha Henseler

Scenes From Disturbia

Roswitha Henseler|Monika Schäfers

Fotografien in Szene setzen

Eine Straße in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Was nicht ins Bild passt, ist der auf der Seite liegende Schulbus. Rauch steigt aus dem Fahrzeug auf. Jugendliche stehen auf der Straße oder sitzen auf dem Rasen vor den uniformen Häuschen. Was ist passiert? Mit Hilfe von spontanen Standbildern und freeze frame stories setzen sich Lernende mit einer inszenierten Fotografie von Gregory Crewdson auseinander.

Eine Straße in einer typischen amerikanischen Vorstadt. Was nicht ins Bild passt, ist der auf der Seite liegende Schulbus. Rauch steigt aus dem Fahrzeug auf. Jugendliche stehen auf der Straße oder sitzen auf dem Rasen vor den uniformen Häusern. Ein Junge steht auf dem Buswrack. Motive wie diese finden sich vielfach in Gregory Crewdsons Werk. Mit Untitled (Bus Fire) aus der Serie Twilight (1998 – 2002) (Kasten 1, material 3 ) beschäftigen sich die Lernenden intensiv in dieser Kurzreihe.
Gregory Crewdson und seine Fotografien
Gregory Crewdson und seine Fotografien
In seinen Fotografien bildet Gregory Crewdson das Leben in der amerikanischen Kleinstadt ab. Doch das scheinbar Alltägliche löst Unbehagen aus. Crewdson liefert keine Erklärungen. Aufgabe des Betrachters ist es, die surrealen verstörenden Bilder zu enträtseln und die Fragen, die sie aufwerfen, individuell zu beantworten. Folgende Fragen könnten Lernende z.B. an das Foto Untitled (Bus Fire) stellen: War es ein Unfall? Haben die Schüler das Unglück verursacht? Wo ist der Busfahrer? Diese Fragehaltung ist ganz im Sinne des Künstlers, der in einem Interview äußerte: „What the viewer brings to it is almost more important than what I bring to it.
Gregory Crewdsons Fotografien werden als staged photography bezeichnet. Alles im Bild ist inszeniert, Crewdson überlässt nichts dem Zufall. Sein Ziel ist es, den perfekten Moment zu erfassen, indem er eine für Spielfilme übliche mise-en-scène schafft.
Internet
https://www.youtube.com/watch?v=S7CvoTtus34 Art in progress: ein Blick hinter die Kulissen
https://www.youtube.com/watch?v=bqtyUkGSS14 Trailer von Gregory Crewdson: Brief Encounters
Die Annäherung an das Foto geschieht mit einfachen szenischen Inszenierungsformen, die es ihnen ermöglichen, Bildinformationen zu sehen und zu deuten.
Warming up: Spontane Standbilder zu Begriffen bauen
Als Hinführung und um die Lernenden mit der Methode des Standbildbauens vertraut zu machen, entwickeln sie spontane Standbilder. Alternativ können die Lernenden mit Lockerungsübungen „aufgewärmt werden (vgl. Methodenkarten). Zunächst schafft die Lehrkraft Ziel- und Verlaufstransparenz, indem sie eine kurze Einführung in freeze frames gibt und den Arbeitsauftrag erläutert: Freeze frames are frozen moments like a still in a film or a photograph. Die Lernenden sollen in Vierergruppen einen Begriff als Standbild darstellen: I am going to give each group a different cue. Talk about the cue in your groups and visualize the cue in a freeze frame. Dabei kann durch die Begriffe (material 1 ), die eine konkrete Situation vorgeben oder abstrakt sind, differenziert werden.
Die Lernenden brauchen Platz zur Umsetzung. Stühle und Tische werden dazu an die Wände des Klassenraums geschoben. Die Standbilder werden aussagekräftiger und wirken weniger gestellt, wenn sie den Schlusspunkt einer kurz durchgespielten Szene bilden. Dazu spielen die Lernenden ihre Szene einige Sekunden an (Give me five seconds of action.) und verharren dann in der Bewegung (Hold it and freeze!).
Während die Gruppen Umsetzungsmöglichkeiten für ihre Begriffe ausprobieren, geht die Lehrkraft herum und berät sie. Sie notiert außerdem, welche Redemittel ggf. fehlen und welche sprachliche Unterstützung für die Aushandlungsprozesse hilfreich sind.
Kriterien erarbeiten
Anschließend wird gemeinsam mit der...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 142 / 2016

Dramapädagogik

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-10