Corinna Böwing | Jan Jasper Wildhage

Eine Nachrichtensendung erstellen

Corinna Böwing | Jan Jasper Wildhage

Die Broadcast-Methode ist eine Form der Simulation. Sie organisiert eine Form des kooperativen Lernens, in der die Lernenden in Gruppen fachliche Informationen zu einem konkreten Ereignis recherchieren entweder in Eigenarbeit oder aus ihnen zur Verfügung gestellten Materialien. Ihre Rechercheergebnisse bereiten sie zu einer Fernsehberichterstattung oder einer Radiodokumentation (broadcast) auf. Im szenischen Spiel übernehmen die Lernenden dann klassische Rollen des Nachrichten- oder Dokumentationsgenres (z.B. Nachrichtensprecher/Moderator, Außenreporter vor Ort, Augenzeuge, Experte im Studio). In diesen Rollen erläutern sie die Fachinhalte sach- und adressatengerecht. Dies setzt die gewissenhafte Bearbeitung der Materialien und die Aneignung von Fachwissen voraus. Beim Erarbeiten dieser Nachrichtensendungen orientieren sich die Lernenden an vorstrukturierten Arbeitsschritten (s.Artikel Böwing, worksheet  3 und Artikel Wildhage, worksheet 3 ). Dabei sind sie in der kreativen Gestaltung lediglich durch die Konvention des Genres gebunden. Subject literacy, also Fachsprache auf verschiedenen Ebenen, ist nötig, um das „unterrichtlich erworbene Fachwissen und -können in lebensweltlichen Kontexten wirksam zu machen. (Hallet 2016:144 und 160): Nur wer präzise Kenntnis vom Gegenstand hat, kann es sowohl in einer angemessenen Fachsprache als auch allgemeinsprachlich kommunizieren. Dies bedarf sprachlicher Mittel zur Darstellung (narration), Erläuterung (explanation) und Problematisierung (discussion) von Fachinhalten (s.Basisartikel). Die als Film oder Audiodatei festgehaltenen Ergebnisse werden anschließend mit der Klasse bzw. dem Kurs anhand verschiedener Kriterien (angepasst an Thema, Alter und Leistungsstand) ausgewertet.
In folgenden Schritten kommen die Lernenden von der Aufgabe zum Produkt:
Modelltext kennenlernen
Zunächst hören oder sehen die Lernenden ein Beispiel einer Radiosendung oder eines Beitrags für die Fernsehnachrichten. Für jüngere Lernende ist dieser Modelltext unverzichtbar, um überhaupt eine Vorstellung von dem Genre zu erhalten und den Aufbau eines broadcast kennenzulernen. Dabei unterscheiden sie zwischen unterschiedlichen Sprechbeiträgen in der Anmoderation, der Präsentation von Nachrichten, dem Zuschalten von Augenzeugen oder Reportern vor Ort oder der Integration von Studiogästen. Per noticing-Verfahren sammeln ältere Lernende geeignete Redemittel aus den Beiträgen. Außerdem werden in der Klasse Merkmale und ggfs. Grenzen der jeweiligen Form der Berichterstattung thematisiert.
  • Radio: rein auditive Vermittlung (Anmoderation, O-Töne, Live-Schalten, evtl. Musik, Jingles und/oder Geräusche)
  • TV (ergänzend zum Radio): Einsatz von Bildmedien
Sendung planen
Die Lehrkraft initiiert durch eine realitätsnahe Aufgabe innerhalb eines motivierenden situativen Rahmens fachspezifische Arbeitsprozesse. So entwickeln die Lernenden Ideen zum Aufbau ihrer Sendung (structure) und zu den Rollen bzw. Gästen, die sie einladen und/oder vor Ort interviewen möchten, z.B. Experten oder Augenzeugen. Für ihr Interview entwickeln sie relevante Fragen zum Thema (content: e.g. cause and effect, description of daily routine, effect on other people/countries). Für eine Radiosendung wählen sie geeignete auditive Elemente wie eine Anmoderation, Live-Schalten und auch Musik etc. aus. Ergänzend kommen bei einer Fernsehsendung unterstützende Bildmedien hinzu.
Script für den Beitrag erstellen
Auf dem Weg zum Produkt, also der fertigen Sendung, kommunizieren die Lernenden nicht nur über strukturelle und gestalterische Ideen, sondern insbesondere über Inhalte ihrer Sendung. Dabei verwenden sie einen fach-, themen- und genrespezifischen Wortschatz. Sie nehmen ihre Rollen ein und erstellen materialgestützt die Fragen der news presenter/reporter sowie die Antworten der Gäste. Sie befinden sich in ständigem Austausch mit den news presenters/reporters, um...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 148 / 2017

Aufgaben im Bilingualen Unterricht

Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 6-13