Birte Christ

“Did you ever have the feeling …?”

Sometimes I have the feeling there’s a freet under my sheet …
Sometimes I have the feeling there’s a freet under my sheet …, Foto: marshi/Photocase.com

Birte Christ

Nonsens-Gedichte erfinden, sprechen und performen lernen mit Dr. Seuss Theres a WOCKET in my POCKET!

Das lyrische Ich im Nonsens-Gedicht beschleicht ein komisches Gefühl Sein Elternhaus ist bevölkert von seltsamen Wesen, die sich überall finden: Ein nureau in the bureau, ein zlock behind the clock und ein unfreundlicher vug under the rug. Mit Klang, Rhythmus und in unterschiedlichen Stimmungslagen performen die Lernenden das Gedicht und fügen ihm eigene Verse hinzu, in denen sie Orte und Präpositionen verbinden. Dabei schulen sie Aussprache und Prosodie.

Nonsens-Verse haben im englischen Sprachraum eine lange Tradition. Man denke nur an den berühmten Jabberwocky aus Lewis Carrolls Behind the Looking Glass. Doch haben diese Gedichte wirklich „no sense, keinen Sinn? Im Gegenteil! Gerade wegen der Abwesenheit semantischer Inhalte verdeutlichen Nonsens-Gedichte, wie Lyrik Sinn über Klang, Rhythmus und Prosodie erzeugt.
Sprache fühlen, sprechen, erfinden
Die kognitive formale und semantische Analyse steht im Unterricht beim Umgang mit Gedichten wie mit anderen literarischen Texten häufig im Vordergrund. Gerade bei Gedichten ist es jedoch das materielle, lautliche, rhythmische, körperliche Erleben von Sprache, das den imaginären Überschuss der Gedichte ausmacht das ihnen andere Ebenen von „Sinn verleiht. Diese Ebenen entziehen sich natürlich nicht der kognitiven Analyse. Für den Umgang mit gebundener Sprache und fremdsprachiger Lyrik in der Unterstufe eignet sich jedoch ein eher intuitiver und körperbezogener Zugang über die artikulatorische, szenische und bildsprachliche Performanz (s. Basisartikel). Dafür bieten sich solche Gedichte an, die sich gegen eindeutige Sinnzuschreibungen auf der lexikalischen Ebene sperren: Gedichte, die mit Nonsens- oder Fantasie-Wörtern arbeiten. Die Kinderbücher von Dr. Seuss arbeiten allesamt mit der Freude am Sprachspiel, Sprachwitz und Rhythmus so auch das Bilderbuch Theres a WOCKET in my POCKET!, das in dieser Unterrichtseinheit im Zentrum steht (Kasten 1
Dr Seuss: Theres a WOCKET in my POCKET
Dr Seuss: Theres a WOCKET in my POCKET
Dr. Seuss (1974):
Theres a Wocket in My Pocket.
New York: Scholastic.
„Dr. Seuss ist eins der Pseudonyme von Theodor Seuss Geisel (1904 – 1991), einem der berühmtesten Kinderbuchautoren der USA. Bekannt wurde der deutschstämmige Theodor Geisel mit Büchern wie Horton Hatches the Egg (1940), The Cat in the Hat (1957) oder Green Eggs and Ham (1960). Am ehesten bekannt ist in Europa seine Figur des Scrooge-artigen Grinch aus How the Grinch Stole Christmas! (1957). Dr. Seuss Bücher werden bis heute gelesen, denn ihr Hauptmerkmal, die Sprachspiele, sind zeitlos.
Im Bilderbuch Theres a WOCKET in my POCKET berichtet das lyrische Ich von seltsamen Wesen, die sein Elternhaus bevölkern und deren Namen sich jeweils auf die Bezeichnung eines Einrichtungsgegenstandes reimen. Für diejenigen Lehrkräfte, die das Gedicht nicht selbst vortragen möchten: Der Rapper Sir Nevaluze hat eine Rap-Version des Gedichts eingespielt, die einen guten Eindruck von dessen Rhythmizität vermittelt. Der Rap ist z.B. über das Internetradio Spotify abrufbar.
). Wie andere bebilderte Kinderbücher sollte Theres a WOCKET laut vorgelesen oder performt werden. Gleichzeitig liefern die Illustrationen eine mögliche Interpretation der Nonsens-Wörter, denn die Nonsens-Wörter in Theres a WOCKET beschreiben Fantasiewesen, die an verschiedenen Stellen im Haus eines Jungen wohnen.
Diese Unterrichtseinheit lädt die Lernenden einerseits dazu ein, über bewusste Performanz der Lautlichkeit und Rhythmik mit der Fremdsprache zu spielen und einen körperbetonten, nahezu anti-intellektuellen Zugang zu gebundener Sprache zu erfahren. Andererseits ist die target task der Einheit das Schreiben und Illustrieren eines kollektiven Nonsens-Gedichtes, was einen kreativen Umgang mit der Fremdsprache stärkt.
Reim, Bewegung und Kognition
Der...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 168 / 2020

Performing poetries

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-6