Gisela Kanngießer-Krebs

¿Cómo se dice qué? y ¿qué se dice dónde?

Costa Rica: Parque Nacional Volcán Tenorio, Río Celeste
Was sagt man wo wie? Symbolfoto: Costa Rica, Parque Nacional Volcán Tenorio, © Foto: Leona Kanngießer

Gisela Kanngießer-Krebs

Dieser Basisartikel erläutert den Stellenwert der Aussprache beim Erlernen der Fremdsprache und zeigt Wege auf, wie das Training der Aussprache von Anfang an erfolgreich in den Spanischunterricht integriert werden kann.

Eine gute Aussprache wirkt wie eine ansprechend ausgestaltete Visitenkarte: Sie öffnet dem Fremdsprachler die Türen, native Sprecher bringen ihm von vornherein Sympathie entgegen. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Aussprache bei der ersten Begegnung mit Muttersprachlern einen weitaus intensiveren Eindruck hinterlässt als etwa die Beherrschung der zielsprachlichen Grammatik. Eine gute Aussprache wird von den Zuhörern sofort festgestellt und freudig begrüßt, „weil sie Interesse an und Respekt vor der fremden Sprache und Kultur und damit vor den Hörenden selbst vermittelt1.
Gleichzeitig ist eine gute Aussprache unabdingbar, um die Kommunikation in der Zielsprache im Fluss zu halten. Nicht selten entstehen Verständnisschwierigkeiten dadurch, dass bestimmte Wörter auf der phonetischen Ebene beim Hören nicht identifiziert werden, obgleich der Sprecher sie von der Sprachsystematik her „korrekt angewendet hat. Es kommt zu Fehldeutungen und damit zu Abbrüchen in der Kommunikation, die hoffentlich in den meisten Fällen mit Humor registriert werden, um sie dann mit dem Auffinden der „richtigen Variante“ – und mit einem herzlichen Lachen – wieder in Fahrt zu bringen.
Für das Erlernen einer Fremdsprache bedeutet dies, dass gleichzeitig mit dem Erwerb der hochkomplexen Textur von Wortschatz, grammatikalischen Strukturen, inhaltlichen, temporären, kulturellen und geografischen Bezügen, immer die phonetisch-akustische Ebene mit einbezogen werden muss: Die Sprache, und damit die Kommunikation, wird durch den KLANG erst lebendig. Für alle von uns, die wir uns mit dem Vermitteln der Fremdsprache Spanisch beschäftigen, klingt dies sicher wie eine Binsenweisheit. Und dennoch wird dem Thema Ausspracheschulung in Lehrbüchern, in den Curricula und auch in der Fachdidaktischen Literatur sehr wenig Beachtung geschenkt. Es scheint, als ginge man davon aus, dass die Aussprache sich im Unterricht bei den Lernenden von selbst ergibt. Die Erfahrung zeigt, dass dem nicht so ist. Als Lehrende haben wir uns darauf eingerichtet, beständig die Aussprache unserer Schülerinnen und Schüler im Auge – im Ohr – zu behalten. Und wir müssen ihnen mit vielen fantasievollen Übungen immer wieder Gelegenheiten bieten, den Klang des Spanischen auszufeilen. Wir wissen, dass sie anderenfalls kaum ihren „acento alemán ablegen werden.
Dieses Heft will einen Beitrag dazu leisten, dass der Stellenwert der Ausspracheschulung im Spanischunterricht an Kontur gewinnt, indem sowohl die Theorie der Lautung des Spanischen als auch mannigfache Erfahrungen aus der Praxis gebündelt und systematisiert werden, um so als praktikable Anregungen für den eigenen Unterricht – und auch für das Verbessern der eigenen Sprechweise – zur Verfügung zu stehen. Nicht nur im Hinblick auf die Anforderungen der Bildungsstandards ist es dabei unerlässlich, die Varietäten des Spanischen in den Blick zu nehmen. Sie werden spätestens dann bedeutsam, wenn Kontakte zu Sprechern aus verschiedenen spanischsprachigen Ländern oder Regionen die unterschiedlichen Färbungen in der Artikulation und auch in Lexik und Grammatik offenbaren. Hier kommt es dann zuweilen zu der Frage, welches denn nun das „korrekte Spanisch sei. Eine aus der Schülerperspektive legitime Frage, die sich nicht beantworten lässt. Denn, in der hispanischen Welt werden diese Varietäten im Konsens als gleichberechtigt betrachtet: [] se reconocen, cuando existen, las divergencias entre la norma española y la norma americana, o entre la norma de un determinado país o conjunto de países y la que rige en el resto del ámbito hispánico, considerando en pie de igualdad y plenamente legítimos los diferentes usos regionales2. Viele unserer Spanischkollegien bilden diese...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Spanisch Nr. 58 / 2017

Aussprache

Premium-Artikel aus "Unterricht Spanisch" Methode & Didaktik Schuljahr 5-13