Bianca Hix

Zut, il faut attendre le pion !

Filmstill aus der Sendung "Karambolage"
Spielerisch und humorvoll Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen: Serie „Karambolage“ des deutsch-französischen TV-Senders „ARTE“, Foto: Auszug aus der Sendung «Karambolage» des deutsch-französischen TV-Senders «–ARTE–»,© Juliette Bailly – Arte France

Bianca Hix

Mit Sprachmittlungsaufgaben zu einem Karambolage-Film Besonderheiten des französischen Schulsystems kennenlernen

Le CPE, les pions und la salle de permanence sind Eigenheiten des französischen Schulalltags, die es in Deutschland nicht gibt und die auch in den Lehrwerken nicht zu finden sind. Anhand eines authentischen Kurzfilms begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungsreise und erschließen sich die Begriffe im Rahmen einer médiation.

Die Sendung „Karambolage des deutsch-französischen Senders ARTE widmet sich seit 2004 spielerisch und humorvoll den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Frankreich. In verschiedenen Rubriken wie lobjet oder le rite greifen sie in kurzen Filmbeiträgen interessante Aspekte heraus und stellen diese u.a. mit Comic-ähnlichen Animationen authentisch und vor allem einprägsam dar. Der unterhaltsame und kurzweilige Charakter der Filme bietet daher insbesondere bei Sendungen zu schülernahen Themen ein enormes Potenzial für den Einsatz im Französischunterricht. Zudem sorgen diese für eine interessante Abwechslung im lehrwerkbasierten Unterricht.
Der in der hier beschriebenen Unterrichtssequenz vorgestellte Kurzfilm „Le Conseiller Principal dÉducation eignet sich dabei hervorragend als Ergänzung zum Themengebiet „Schule in Frankreich und Deutschland, das einen festen Platz im Curriculum einnimmt und Schülerinnen und Schüler befähigen soll, bei einer ersten Begegnung mit Jugendlichen der Zielkultur ins Gespräch zu kommen, sei es bei einem Schüleraustausch oder in einem E-Mail-Projekt. Die im Film vorkommenden Begriffe CPE, pion und salle de permanence sind besonders für deutsche Lernende interessant, da sie diese aus ihrem eigenen Schulalltag nicht kennen. Somit trägt die Unterrichtssequenz zum interkulturellen Lernen der Schülerinnen und Schüler bei (s. auch Kasten 1 und 2).
Vorteile des Kurzfilms im Unterricht

Vorteile des Kurzfilms im Unterricht
Grünewald und Lusar (2006:224) weisen darauf hin, dass beim Rezipieren eines Films in der Originalversion bereits nach fünf Minuten die Aufmerksamkeit der Lernenden drastisch nachlässt. Kurzfilme eignen sich daher für den Fremdsprachenunterricht insbesondere aufgrund ihrer Kürze und der damit verbundenen Konzentration der Erzählzeit, da sie in der Regel nicht auf eine Vorgeschichte oder Vorwissen zurückgreifen und ihre Handlung oder ihr Inhalt in der Regel knapp, prägnant und deutlich dargestellt wird. Zudem ist den Lernenden dieses Medium aus ihrer Alltagswelt bekannt. Darüber hinaus wird durch den Einsatz eines witzigen court-métrage dem Wunsch nach einem verstärkten Einsatz digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht nachgekommen. Die bewegten Bilder ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, in die Welt des Kurzfilms einzutauchen, sich mit den Figuren zu identifizieren, Emotionen zu erzeugen und ihnen im Klassenraum somit ein Stück der französischen Kultur näherzubringen.
Kompetenzorientierung: Sprachmittlung

Kompetenzorientierung: Sprachmittlung
Der Einsatz eines fremdsprachigen Kurzfilms stellt viele Lernende sprachlich gesehen vor eine große Herausforderung, sodass in einem ersten Schritt durch rezeptionsunterstützende Maßnahmen das Verständnis des Filminhalts sichergestellt werden muss. Die inhaltliche Erschließung eines authentischen französischen Kurzfilms bietet den Lernenden ein Erfolgserlebnis und motiviert sie für die Weiterarbeit mit einer Sprachmittlungsaufgabe.
Die Sprachmittlung zählt zu den anspruchsvollsten Aufgabenarten im Fremdsprachenunterricht, die mehrere Kompetenzen mit einschließt und den Schülerinnen und Schülern einen großen Gestaltungsfreiraum bietet, da es nicht darum geht, Inhalte eins zu eins in die andere Sprache zu übersetzen (Dolmetschen), sondern je nach Situation, Adressat und Interesse Texte, Äußerungen oder Gesprächsinhalte sinngemäß in die andere Sprache zu übertragen.
Sprachmittlung wird von den Bildungsstandards als...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Französisch Nr. 147 / 2017

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Friedrich+ Kennzeichnung Praxis Schuljahr 8-9