World Refugee Day

A long, long way from home

Mehr als 68 Millionen Menschen befinden sich derzeit weltweit auf der Flucht vor Krieg und Terror, vor wirtschaftlicher Not und fehlenden Zukunftsperspektiven. Am Ort der Träume angekommen, türmen sich neue Herausforderungen vor ihnen auf – jeder Geflüchtete hat seine individuelle Geschichte zu erzählen. Anhand von verschiedenen Kurzfilmen lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Fluchtgeschichten kennen, versetzen sich selbst in die Lage von Flüchtlingen und beteiligen sich an einer Willkommenskultur, wie es sie in Deutschland und Großbritannien gibt.

Schattenrisse von Personen an der Wand
Tausende Geflüchtete kommen nach Europa - welche Lebensgeschichten bringen sie mit? Foto: Fancycrave/Pixabay

Menschen auf der Flucht sind mit existenziellen Erlebnissen konfrontiert: Vom Verlassen der Heimat über den entbehrungsreichen und häufig sogar lebensbedrohlichen Weg der Flucht bis zum Ankommen in der ‚neuen‘ Heimat, die vielleicht nur eine Heimat auf Zeit ist. Diese Erfahrungen prägen ihr Leben, ihre Sicht auf die Welt, ihre Hoffnungen und Erwartungen und ihren Umgang mit den Menschen in ihrer Umgebung. Die Situation geflüchteter Kinder ist dabei eine besondere: Ihre Geschichten verdeutlichen, dass Entbehrung, Angst und Traurigkeit zum Alltag gehören. Es kann in der neuen Heimat aber ebenso Erfahrungen einer ganz ‚normalen‘ Kindheit geben kann, wenn die Kinder z. B. neue Freunde finden,  wenn sie Unterstützung erfahren oder Pläne für ihre Zukunft schmieden. Anhand von fünf Kurzfilmen, die 2012 für die BBC produziert wurden, können sich Schülerinnen und Schüler mit den Fluchtgeschichten ihrer Altersgenossen auseinandersetzen.

Children’s stories of migration: Kurzfilme Seeking Refuge

Die fünf Kurzfilme Seeking Refuge erzählen die Fluchterfahrungen und Schicksale von fünf Kindern u. a. aus Afghanistan, Eritrea, Simbabwe und dem Iran. Es handelt sich um animierte Kurzfilme (Spieldauer: jeweils etwa vier Minuten), in denen die Kinder als Erzähler im voice-over-Format auftreten. Sie berichten, wie sie aus ihrem Heimatland geflohen und nach Großbritannien gekommen sind bzw. wie sie ihr Leben in der neuen Umgebung begonnen haben. Das Leben in ihrem Heimatland, die Erfahrung von Krieg, Zerstörung und Verfolgung, die Flucht und ihre Ankunft in Großbritannien sind zentrale Themen in jeder Erzählung: Die Schicksale der Kinder sind geprägt von den besonderen Ereignissen ebenso wie von der Frage, ob und wie sie mit ihrer Familie zusammen sein und in Sicherheit leben können, und von den Versuchen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und einzuleben.

Unterrichtsvorschlag und Materialien zu den Kurzfilmen

Zeitschrift
Unterricht Englisch Nr. 159/2019 Seeking refuge

Flucht und Migration sind unter den drängendsten Themen unserer Zeit, über die weltweit auf Englisch diskutiert werden und die globale Lösungen erfordern.

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I welcome refugees because

In Großbritannien wird jedes Jahr im Juni die Refugee Week gefeiert, dieses Jahr zum 20. Mal. In der Zeit vom vom 18. bis 24. Juni finden landesweit Aktionen statt, um die einheimische Bevölkerung auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam zu machen. Das geht am besten, wenn man zunächst die Lebensgeschichten von Geflüchteten kennenlernt. Dazu stellt die Refugee Week-Kampagnenseite authentische Geschichten von jugendlichen Flüchtlingen bereit.

Viel unmittelbarer ist es noch, sich selbst in die Situation von Menschen auf der Flucht hinzuversetzen: Wie wäre es, wenn z.B. eine Naturkatastrophe oder ein Reaktorunglück das Leben in Europa in ein Katastrophengebiet verwandeln würden? Wenn politische Wirren und Bürgerkrieg ausbrechen und die gesellschaftliche Ordnung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist? Wenn die Lebensmittelversorgung stockt? Wenn Europäer gezwungen wären, auf dem afrikanischen Kontinent Schutz zu suchen? Mit diesem Szenario spielt das Video When you don’t exist von Amnesty International – ein Video, das niemanden mehr ruhig im Sessel sitzen lässt…

Die geflüchteten Europäer in diesem Video würde sich sicherlich freuen, wenn sie im neuen Land auf eine Weise willkommen geheißen würden, wie es Kampagnen der britischen Refugee Week vorschlagen. So kann es ganz leicht sein, mit einem von 20 simple acts Zugewanderten die Ankunft und Integration in der neuen Gesellschaft leichter zu machen wie z.B.

  • einen Geflüchteten zum Tee einzuladen
  • ein Solidaritätsposter zu gestalten und online zu teilen (Postervorlagen
  • eine 20sekündige Willkommensbotschaft mit Worten der Unterstützung und Ermutigung per Handyvideo aufzeichnen
  • eine Liste mit "5 top facts about refugees" zusammenstellen und sich dafür z.B. auf der Seite des britischen Refugees Councils  oder der Seite der Student Action for Refugees informieren.

Oder haben Ihre Schüler noch mehr Ideen, die sie den Refugee Week-Organisatoren mitteilen möchten? 


Literatur

Britta Freitag-Hild (2017): "Children’s Stories of Migration. Globales Lernen mit Kurzfilmen, eine Ausstellung über Fluchtgeschichten konzipieren.". In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 149 [Childhoods]. 24 - 31.

Daniel Knippertz (2015): "Not In My Backyard! Sich in einer Streifrage zur Flüchtlingspolitik positionieren." In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 137 [Living Democracy]. 32 - 38.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-10
Zeitschrift
Unterr. Wirtschaft + Politik Nr. 2/2016 Migration

Die Rahmenbedingungen der deutschen sowie der europäischen Migrationspolitik sind im Umbruch. Fragen nach dem europäischen Solidaritätsprinzip, der Verantwortung einzelner Nationen und dem rechtlichen bzw. gesellschaftlichen Status der Asylsuchenden werden auf nationaler und europäischer Ebene debattiert. Aber welche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Bedeutung hat Migration?

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Zeitschrift
Lernende Schule Nr. 71/2015 Flüchtlingskinder brauchen Schulen Flucht und Vertreibung Tausender von Menschen aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten sind nicht mehr "nur" Unterrichtsinhalt, sondern die Betroffenen klopfen bei uns an und bitten um Hilfe und Asyl. Unter ihnen sind viele Kinder und Jugendliche, die Schutz suchen und lernen wollen. Wie können sich Schulen, Schulleitungen und Kollegien, dieser Aufgabe wirksam stellen, was sollten sie wissen und wer kann sie unterstützen?

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Zeitschrift
gruppe & spiel Nr. 4/2015 grenzenlos Die Flüchtlingsströme reißen nicht ab, damit kommen neue Herausforderungen – auch in der Kinder- und Jugendarbeit – auf Deutschland und andere europäische Länder zu. Kindern und Jugendlichen neben der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse auch angemessene Freizeitmöglichkeiten zu bieten, die sie fördern und fordern, ist neben allem anderen ein wichtiges Anliegen.

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