Leseförderung per bookcrossing

Mal ehrlich: Wie häufig liest man eine Schnulze oder einen Historienschinken ein zweites Mal? Zieht man jemals einen Krimi wieder aus dem Regal, wenn man den Mörder schon kennt? Was liegt da näher, diese Bücher einfach zu verschenken. Bookcrossing, eine Art internetgestützte Schnitzeljagd nach Büchern, verbindet Leselust mit ein wenig Spürsinn und Freude an der Kommunikation mit anderen Lesern.

Wer sein Buch liebt, lässt es frei … nun nimmt Kontakt zu anderen Bücherfreunden auf Foto: congerdesign/Pixabay.de CC-SA-20

Auf Parkbänken, in Einkaufszentren, im Café, an der Bushaltestelle, am Denkmal und an so ungefähr jedem Ort, den man sich vorstellen kann, findet man sie: ausgesetzte Bücher. Findelbücher. Doch niemand hat die Bücher verloren und sie sind auch nicht von alleine ausgebüxt: Eine internationale community von Bookcrossern verschenkt bereits gelesene Bücher an Lesefans in aller Welt. Über eine Internetseite können dann alle Leserinnen und Leser über das Buch ins Gespräch kommen und andere Lesefans kennenlernen - auch offline.

Die Idee

Die Idee zum bookcrossing stammt aus den USA – seit 2001 steht die Seite der bookcrossing community im Netz. Derzeit gibt es weltweit 1,934,301 Bookcrosser – und jeden Tag kommen etwa 200 neue Bücherfreunde hinzu. Sie stammen aus allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten in 132 Ländern.

Die Internetseite verzeichnet derzeit über 12,7 Millionen Bücher, die durch die Weltgeschichte vagabundieren. In Deutschland leben derzeit mehr als 5000 Bücher in der freien Wildbahn – eine gute Chance, eines davon eine Zeit lang auf seiner Reise zu begleiten und danach an einen Unbekannten weiterzugeben. 

So geht's

Und das geht so: Wer ein Buch auf Wanderschaft schicken möchte, registriert es auf der Bookcrossing-Internetseite. Dadurch erhält es eine eigene BCID (BookCrossing-IDentifikationsnummer). Ein Etikett mit dieser Nummer wird in das Buch hineingeklebt. Dann wildert man das Buch an einem öffentlichen Ort aus – am besten geschützt durch einen Plastikhülle.

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Wie Sie die Schlüsselkompetenz "Lesen" aufbauen und fördern können, zeigen die hier neu zusammengestellten Unterrichtsideen.

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Wer ein Buch findet, meldet seinen Fund auf der Bookcrossing-Website. Anhand der BCID können andere Bookcrosser feststellen, wo sich das Buch gerade befindet, wo es schon überall gewesen hat und wann es wieder ausgesetzt wird – um sich dann gezielt auf die Jagd zu machen. Der Finder liest das Buch und

  • erstellt eine Rezension
  • verfasst einen Text mit seinen persönlichen Reaktionen auf das Buch
  • stellt Fragen an das Buch
  • schreibt einen Tagebucheintrag für das Buch mit den Erlebnissen, die es in seiner Obhut hatte (natürlich in der Sprache des Buches)
  • bastelt ein Lesezeichen oder ein ex libri für das Buch etc.

und lädt diese Texte auf der Bookcrossing-Seite hoch. Dazu muss man sich per E-Mail-Adresse und Passwort anmelden, die Anmeldung ist kostenlos. Auf der Internetseite tritt man nur unter einem selbstgewählten Benutzernamen oder einem Pseudonym in Erscheinung, die E-Mail-Adresse wird nirgendwo angezeigt und lässt sich auch nicht erschließen. In vielen Ländern und Städten gibt es auch offline-Treffs von Bookcrossern.

Dann wildert der Finder das Buch wieder aus. Angeblich gibt es Menschen, die so begeistert vom bookcrossing und der Kommunikation über Bücher mit Fremden sind, dass sie Bücher eigens für diesen Zweck kaufen …

Bookcrossing in der Schule

Der Jagdinstinkt und die Freude an der Kommunikation mit fremden Bücherfans über das Internet macht Bookcrossing zu einem idealen Instrument der Leseförderung. So könnte man

  • Buchspenden der Lernenden mit einer BCID versehen und auf der Bookcrossing-Seite als freigelassen registrieren. Die Lernenden verfolgen die Wege, die ihr Buch nimmt.
  • Die Lernenden fangen selbst Bücher ein, lesen die Kommentare, die andere Bookcrosser zu diesem Buch auf der Internetseite hinterlassen haben und verfassen selbst eine Rezension, bevor sie das Buch wieder losschicken.
  • Die Schule legt „analog“ ein Bookcrossing-Regal oder einen Tisch an, von dem die Lernenden ein Buch mitnehmen dürfen – im Tausch gegen ein anderes Buch (Diese Variante ist unter Backpackern und Gästen von internationalen Jugendherberge als book swap bekannt.)

Internetseite der bookcrossing community

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 5-10
Zeitschrift
Deutsch 5–10 Nr. 61/2019 Leseförderung

Die Erhebung der Lesekompetenz dient im Bildungsmonitoring als Gradmesser für die Bewertung der Leistungsfähigkeit von Schulsystemen. Lesen ist nicht nur Ziel, sondern auch Voraussetzung für Bildungserfolg, denn ohne solide Lesefähigkeiten ist es kaum möglich, sich vertieftes Wissen anzueignen. Die Ergebnisse aus der ersten PISA-Studie haben die Deutschdidaktik  dazu gezwungen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Zwar sind alle in diesem Zusammenhang entstandenen Maßnahmen der Leseförderung zu begüßen. Für Lehrerinnen und Lehrer ist es jedoch wichtig, zu wissen, welche Maßnahmen für welche Schülerinnen und Schüler besonders geeignet sind, um sie in der Entwicklung ihrer Lesekompetenz und -motivation zu unterstützen. Das Heft möchte zeigen, wie eine kontinuierliche und systematische Leseförderung aussehen kann, die auch motivationale Aspekte und spezifische Interessen berücksichtigt.

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Fachbuch
Grundlagen, Modelle und Materialien Lesekompetenz – Leseleistung – Leseförderung

Schlüsselkompetenz Lesen: Förderung und Leistungsüberprüfung

Lesen bedeutet, sich Zugang zu Informationen zu verschaffen, sich Möglichkeiten der Kommunikation zu eröffnen, aber auch einzutauchen in andere Welten, den eigenen Horizont zu erweitern. Wem es gelingt, eine hohe Lesekompetenz zu entwickeln, der hat es im Schulleben wie auch im Alltag leichter.
Daher gilt es, im Interesse der Kinder und Jugendlichen, das Bildungsziel Lesen zu fördern und die Maßnahmen sowie die Unterstützung, die es in Schulen, Familien und Bibliotheken gibt, besser miteinander zu verknüpfen.

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Zeitschrift
Praxis Deutsch Nr. 231/2012 Lesekultur

Leseförderung wird spätestens seit PISA in vielen Schulen betrieben. Doch meist enden die Maßnahmen an der Grenze des Deutschunterrichts, was zu wenig nachhaltigen Ergebnissen führt. Deshalb ist es wichtig, das Lesen fächerübergreifend in der Schulkultur und dem Alltagsleben der Jugendlichen zu verankern.

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