Mit Freebie: World War I

In Flanders fields the poppies blow

Er ist ein Symbol für Schönheit inmitten der Apokalypse, für die Blutstropfen auf den Schlachtfeldern in Belgien: Im Gedicht „In Flanders fields“ steht der Klatschmohn für die Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkriegs. In einer Poster-Präsentation analysieren und interpretieren die Lernenden das Gedicht und informieren über den Stellenwert der poppies in anglophonen Erinnerungskulturen. Das Gedicht eröffnet Zugänge zur „schwierigen“ Gattung Lyrik, der Leitgattung der damaligen Zeit.

Kreuze mit Mohnblüten
Die roten Mohnblüten erinnern an die Toten des Ersten Weltkriegs - woher stammt das Symbol? Foto: PublicDomainPictures / pixabay.de

„In Flanders fields the poppies blow / between the crosses, row on row“ – Die ersten zwei Zeilen des wohl berühmtesten Gedichtes des Ersten Weltkrieges führen den Klatschmohn als Mahnmal der Verwüstung und des sinnlosen Sterbens ein. Der kanadische Militärarzt John McCrae verfasste das Gedicht inmitten der Kämpfe um Ypern / Flandern aus Trauer über einen gefallenen Kameraden. Damit schuf er das Symbol, das die anglophone Erinnerungskultur des Ersten (und später auch Zweiten) Weltkrieges bis heute repräsentiert: Nicht nur Personen des öffentlichen Lebens tragen ab Ende Oktober poppies an der Kleidung, um der Kriegsopfer zu gedenken, sondern auch große Teile der Bevölkerung erwerben jährlich Klatschmohnblüten gegen Spenden.

Lyrik im Ersten Weltkrieg

Lyrik war zu Zeiten des ersten Weltkrieges eine extrem populäre Gattung. Die Texte der war poets eröffnen den Lernenden daher Zugänge zu zentralen kulturellen Erfahrungen der Zeit, aber auch Zugänge zu Gattung an sich: Die Lyrik der war poets will unmittelbar wirken und ist daher bewusst sprachlich zugänglich. Es herrscht kein feierlicher Sprachduktus vor oder eine metaphorische Überhöhung des Themas, die für Lernende den Zugang zu Lyrik erschweren. Vielmehr dominiert ein Alltagston, in dem sich ein Sprecher allgemeinverständlich ausdrücken möchte. (vgl. Genetsch 2018).

Das Gedicht

Das Gedicht „In Flanders fields“ bedeutete bereits während des Krieges sowohl für die Soldaten an der Front als auch für die Familien zu Hause Trost und Hoffnung und wurde zum berühmtesten Gedicht des Ersten Weltkrieges. Es ist auf vielen Mahnmalen und Gedenktafeln eingraviert. Seine Rezitation bzw. die Darbietung seiner vertonten Version ist oft Teil der Remembrance Day-Gedenkfeiern.

Zeitschrift
Unterricht Englisch Nr. 155/2018 World War I

Vor hundert Jahren endete der Erste Weltkrieg, doch in anglophonen Kulturen ist die Erinnerung daran in Texten, Kunst und Alltagskultur noch sehr lebendig.

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Hintergründe

In Großbritannien und Kanada finden sich ähnliche Erinnerungsrituale: Ab Ende Oktober werden Klatschmohn-Anstecker gegen Spenden erworben und bis zum Remembrance Day am 11. November getragen. Die nationale Gedenkfeier findet an diesem Tag am National War Monument in Ottawa statt.

In Großbritannien finden am 11. November, dem sogenannten Armistice Day, kleinere Gedenkfeiern, statt. Die nationale Gedenkfeier wird am Remembrance Sunday, dem Sonntag nach dem 11. November, am Cenotaph in London begangen. Neben dem Niederlegen von Klatschmohnkränzen durch politische bzw. militärische Repräsentanten oder Mitglieder des Königshauses, einer Schweigeminute, feierlichen Ansprachen und dem Singen der Nationalhymne werden auch militärische Rituale wie z. B. das Vortragen des sogenannten „Last Post“ in die Gedenkfeiern integriert.

Die Erinnerungsrituale in den USA unterscheiden sich von den kanadischen und britischen: Der 11. November wird als Veterans Day bezeichnet und gedenkt der Veteranen des US-Militärs. Der Klatschmohn als Symbol der Opfer des Ersten Weltkrieges wird in den USA am Memorial Day, dem letzten Montag im Mai, eingesetzt, an dem der Kriegsgefallenen gedacht wird. Die USA waren zwar die erste Nation, die den Klatschmohn als Symbol des Ersten Weltkrieges verwendeten und poppies werden als Grabschmuck auch noch eingesetzt. Insgesamt hat der Klatschmohn in den USA heute aber keinen so großen Stellenwert mehr wie in Kanada und Großbritannien.

Die Aufgabe

Die Lernenden gestalten eine Poster-Präsentation, die einerseits über das Symbol Klatschmohn informiert, andererseits John McCraes Gedicht analysiert und interpretiert sowie bewertet, warum „In Flanders fields“ das einflussreichste Gedicht des Ersten Weltkrieges und der Klatschmohn somit zum Symbol desselben wurde.

Einen ausführlichen Unterrichtsvorschlag mit Materialien finden sich in Ausgabe 155 des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch zum Thema World War I.

Passendes Material

Zum Unterrichtsvorschlag

Download: In Flanders fields

Download: Arbeitsblatt "Doing research on the history of the poppy"

Literatur

Martin Genetsch (2018): „The great seminal catastrophe. Kulturelles, literar-ästhetisches und historisch-politisches Lernen am Ersten Weltkrieg.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 155 [World War I]. 2 – 7.

Linda Weiland (2018): „In Flanders fields the poppies blow.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 155 [World War I]. 32 – 39.

Fakten zum Artikel
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