Petra Szucsich | Klaus Himpsl-Gutermann

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Petra Szucsich | Klaus Himpsl-Gutermann

Mit E-Portfolios individualisiert zu Romanen arbeiten

Das elektronische Portfolio erweitert die traditionelle pen and paper-Methode: Es lassen sich hier multimediale Inhalte einbinden, Artefakte hochladen, Tagebücher (Blogs) erstellen und Hyperlinks setzen. Nutzerinnen und Nutzer können zusammenarbeiten und ihre Arbeit kommentieren. So macht es Lernprozesse sichtbar. In einem Literaturprojekt stellen die Lernenden ihr Lieblingsbuch anhand verschiedener Aufgaben im E-Portfolio vor.

Zeitgemäßes Lernen erfordert die Verwendung innovativer Technologien. Allerdings gilt es nicht nur den Umgang mit neuen Medien zu trainieren, sondern viele verschiedene Aspekte des Lernens und Reflektierens wie Teamarbeit, Urteils- und Kritikfähigkeit sowie das Geben und Nehmen kollegialer Rückmeldung zu fördern. Dafür ist das elektronische Portfolio gut geeignet: Es stellt eine Alternative zum pen and paper-Portfolio dar und erweitert die traditionelle Methode durch die Einbindung multimedialer Inhalte, Hyperlinks sowie diverser Feedbackmöglichkeiten. Lehrende sowie Lernende können Artefakte hochladen, Tagebücher (Blogs) erstellen und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern zusammenarbeiten. Da ein E-Portfolio dynamisch über einen bestimmten Zeitraum hinweg bearbeitet wird, macht es Lernprozesse für sich selbst und für andere sichtbar (Bernstein et al. 2006, Himpsl-Gutermann/Bauer 2011). Das E-Portfolio kann auf diese Weise ein pädagogisches Instrument der Lerndokumentation sein, andererseits aber auch als Instrument zur Leistungsbeurteilung dienen.
In diesem Literaturprojekt sollen die Lernenden einen Roman per E-Portfolio vorstellen. Dabei sollen sie sich sowohl kritisch mit Literatur auseinandersetzen als auch fächerübergreifende Kompetenzen wie Medienkompetenz, Teamarbeit, Reflexionskompetenz und Präsentationstechniken trainieren. Wir haben dieses Projekt anhand des Romans Elanor&Park (Kasten 1) in einer Klasse 11 erprobt, in der das Projekt über einen Zeitraum von drei Monaten stattfand.
Eleanor & Park
Eleanor & Park
Rainbow Rowell (2013):
Eleanor & Park.
New York: St. Martins Press.
Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gutaussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich aber es passiert doch
Ziele und Aufgabenstellung klären
Zunächst werden mit den Schülerinnen und Schülern die Ziele des Projekts sowie die Einzelaufgaben geklärt. Sie erhalten die Aufgabenstellung in Form eines Arbeitsplanes (worksheet 1 ): In Zweier- oder Dreiergruppen wählen die Lernenden einen Roman aus und bearbeiten dazu während des Projekts unterschiedliche Aufgaben. Parallel führen sie in einem Blog ein Lerntagebuch über ihr Vorgehen. Dafür legen sie auf der kostenlosen Plattform Mahara (www.mahara.at) eine Portfolio-Seite an.
Die hier angeführten digitalen Tools sollen einige Beispiele für die Einbindung multimedialer Arbeitsaufträge bieten, müssen jedoch keineswegs alle innerhalb eines Projektes verwendet werden. „Der Trend scheint gegenwärtig zu solchen einfachen und flexibel einsetzbaren Tools hinzugehen, die ubiquitär erreichbar sind und ein produktives und kollaboratives Arbeiten im Unterricht unterstützen. (Moser 2011:174).
Sich einen Überblick über die Figuren verschaffen
Die Lernenden stellen Informationen zu den Figuren des Romans und deren Beziehungen untereinander in einer Übersicht oder Mindmap dar. Es ist den...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 144 / 2016

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