(Geschlechter-)Rolle und Identität

Gender: What it means to be a woman, a man, or else

Mann, Frau, etwas dazwischen oder keins davon? Auch heute sind Vorstellungen von Gender immer noch erschreckend stereotyp – besonders in der Werbung. Aber es geht auch anders: Die Schülerinnen und Schüler analysieren zwei commercials auf ihre Darstellung von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit und äußern ihre Meinung dazu.

Mädchen in rosa in Prinzessinnen-Pose
To do something like a girl – welche Assoziationen weckt das? Ein Werbespot untersucht, ob diese zutreffen – Stoff für Diskussionen über Gender im Unterricht Foto: Look Studio/Shutterstock.com

Ein wichtiger Aspekt der eigenen Identität ist für alle Menschen ihr Gender, also ihr soziales Geschlecht. Doch was bedeutet es, ein Mann oder eine Frau zu sein? Welche Erwartungen und Vorstellungen dazu, wie man aussieht, was man tut, wie man spricht oder sich verhält, knüpfen sich daran? Besonders die Werbung arbeitet häufig immer noch mit Gender-Klischees. Im Englischunterricht diskutieren die Schülerinnen und Schüler zwei Werbeclips: Einer räumt mit Frauen-Stereotypen auf – nicht nur am Weltfrauentag ein guter Anlass für das Thema Gender im Unterricht. Aber auch das männliche Gender-Bild müsste im Unterricht kritisch diskutiert werden.

Gender im Unterricht

Was assoziieren wir eigentlich mit der Phrase like a girl? Und welche Verhaltensmuster werden besonders häufig mit Mädchen, welche mit Jungs in Verbindung gebracht? Dazu sehen die Schülerinnen und Schüler zwei Werbespots, die sich Geschlechterrollen auseinandersetzen – und genderspezifische Produkte an die Frau oder an den Mann bringen wollen.

Like a girl?

Die Kampagne #LikeAGirl diente 2015 als Werbung für ein Unternehmen, das Hygieneartikel für Frauen herstellt. Der zugehörige dreiminütige Werbespot hinterfragt die Phrase doing something „like a girl“: Die Filmemacher haben verschiedene Kinder und junge Erwachsene gefragt: What does it mean to do something ‘like a girl?’

Es zeigt sich dabei, dass Jugendliche Phrasen wie to run / fight / throw like a girl als Abwertung interpretieren: Sie rennen affektiert und auf gutes Aussehen bedacht, kämpfen halbherzig und treffen so bestimmt kein Ziel. Ein Desaster für Heranwachsende, so etwas eingeredet zu bekommen! Dabei zeigen jüngere Kinder noch ein gesundes Selbstwertgefühl: „‘To run like a girl’ means to run as fast as you can.“ oder “to be yourself, because I am a girl and I get up every morning being a girl.”

Doch woher kommt die Delle im Selbstbewusstsein? Welche Vorstellungen und Wertungen prasseln täglich auf Mädchen und Frauen ein? Wie kann frau sich dagegen wehren? Das sammeln und diskutieren die Schülerinnen und Schüler.

Zeitschrift
Englisch 5–10 Nr. 49/2020 POP CULTURE

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Aber auch Jungen und jungen Männern ergeht es häufig nicht besser.

The best a man can be?

Männer kommen nicht gut weg im Werbespot „The best a man can get“ (2019): Sie werden als aggressiv, lüstern, mobbend gezeigt – eine wahrscheinlich selten verwendete Werbestrategie in commercials, die sich an Männer als Käufer wenden …

Kein Wunder, dass der Spot zum „20th most disliked video on YouTube“ gewählt wurde! Es gibt eine Vielzahl von Videos, die auf dieses Video reagiert, Auszüge aus Talkshow-Diskussion dazu und so weiter. Wie positionieren sich die Schülerinnen und Schüler dazu?

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In ihrem Unterrichtsvorschlag „Tough boys and weak girls?“ zeigt Theresa Summer, wie man Schülerinnen und Schüler dazu anleiten kann, sich mit stereotypen Vorstellungen von like a girl und like a boy kritisch auseinanderzusetzen. Dazu sehen die Lernenden die Werbespots #LikeAGirl und #TheBestMenCanBe. In einer pre-, while-, und post-viewing Abfolge reflektieren die Schülerinnen Schüler Geschlechterrollen. Sie drücken ihre Meinung dazu in einer E-Mail oder einer Rede aus.

Weiterführung

Als Weiterführung kann der politische Kontext der Werbespots, die #MeToo-Bewegung, thematisiert werden. Auch die Frage nach weiblichen Schönheitsidealen schließt an das Thema an. So kann z. B. die Bewegung „Not Heidi‘s girl“ diskutiert werden.

Des Weiteren kann das Thema „being transgender“ erörtert werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Begriff „transgender“ vertraut gemacht werden und verstehen, dass das sexuelle Geschlecht nicht mit Gender gleichzusetzen ist. Gerade weil in den Medien häufig eine binäre Geschlechtertypifizierung präsentiert wird, mag es für manche Menschen und eben auch Jugendliche schwer sein, ihre eigene Identität zu finden und selbstbewusst dazu zu stehen.

Dieser Beitrag beruht auf
Theresa Summer (2020): „Tough boys and weak girls? Anhand von Werbespots gender stereotypes kritisch hinterfragen.” In: Englisch 5-10, Ausgabe 49 [Pop culture.] 24-27.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min)
Zeitschrift
Unterricht Englisch Nr. 135/2015 Negotiating Gender

Das Thema „Rollen und Rollenidentität“ steht auf den meisten Lehrplänen und Curricula für den Englischunterricht. Ein wichtiger Teil der eigenen Identität ist für alle Menschen ihr Gender.

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