vorgestellt von Martin Fritze

Digital tools in der Lehramtsausbildung

Foto: Illus_man/shutterstock.com

vorgestellt von Martin Fritze

Wenn Lehrerinnen und Lehrer selbst Lernerfahrungen mit digitalem Unterricht und digitalen Werkzeugen in Universität und Studienseminar machen, werden sie diese auch in ihrem eigenen Unterricht einsetzen. Denn nur wenn sie die Vorteile oder auch Schwierigkeiten am eigenen Leibe erfahren haben, können sie die Situation der Lernenden in digitalen Lernszenarien nachvollziehen. Doch hier fehlen oft noch positive Erfahrungen aus der eigenen Lernbiografie.

Wo liegen Stärken, wo lauern Schwierigkeiten? Welche Erfahrungen haben mir genutzt, welche Hilfen habe ich benötigt? Fragen wie diese helfen dabei, digitale Lernarrangements passender und letztlich erfolgreicher zu gestalten. Solche Erfahrungen macht man durch Ausprobieren. Und das geschieht am besten nahtlos, d.h. nicht in einem gesonderten Rahmen à la „ heute machen wir einmal etwas digitale Didaktik und Methodik, sondern durch eine selbstverständliche Mischung von guten Aufgaben, Unterrichtskonzepten und digitalen Hilfsmitteln. Dabei muss niemand völlig neue Wege des Lehrens und Lehrens gehen: Wichtig erscheint, auf einer soliden Grundlage aus Erfahrung und praktischen Vorstellungen weiterzuarbeiten zum Beispiel mit diesen Anregungen.
Flipped classroom-Konzepte
Flipped classroom-Konzepte nutzen u.a. video tutorials, um Präsenzsitzungen vorzubereiten und zu entlasten. Wie das geht, kann man hier erfahren:
Auf dieser Grundlage kann man selbst video tutorials wie dieses zum prop word one/ones (https://youtu.be/_q8d8cBhpao) erstellen und dabei sowohl technische Kompetenzen als auch methodische und didaktische Kompetenzen erwerben. Die Themen können direkt aus dem Unterrichtsalltag stammen wie eine Einführung des simple past oder Aspekte der Lehrerausbildung umfassen, wie ein Video über „Wie entwerfe ich einen guten Test zur Überprüfung der Lesefertigkeiten?. Geeignet sind dafür tools wie Powerpoint, Keynote oder Screencast-Software.
Digitale Lernumgebungen
Essenzieller Bestandteil einer zeitgemäßen Lehrer-Ausbildung ist eine flexible digitale Lernumgebung. Dort können fast alle zum gemeinsamen Lernen benötigten Materialien an einem Ort verwaltet werden. Digitale Lernumgebungen ermöglichen asynchrones Arbeiten und geben gerade weniger erfahrenden Lernenden durch ihre klare Struktur ein Gefühl von Sicherheit. Kurselemente können sukzessive den Teilnehmern zugänglich gemacht werden oder gleich in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Eine Moodle-basierte Umgebung eignet sich ob ihrer Plattformunabhängigkeit und der Möglichkeit, erweiterte Kommunkationssysteme (MS Teams etc.) zu verwenden.
Austausch, Kollaboration und Feedback
Gemeinsame (interne) Chats oder Foren einer Lernplattform können Lehrkräften (nicht nur) in der Ausbildung dazu dienen, Beispiele zu diskutieren oder Vorschläge zur Verbesserung von entwickelten Materialien auszutauschen. Verschiedene tools ermöglichen es, kollabortativ an Aufgaben zu arbeiten. Dabei reicht es, sich auf wirklich grundlegende Anwendungen zu konzentrieren, die in jeder Schule unserer heterogen ausgestatteten Schullandschaft funktionieren. Browserbasierte Editoren wie ZUM-Pad (https://zumpad.zum.de/) oder Cryptpad (https://cryptpad.fr/) ermöglichen die Arbeit in einem gemeinsamen Dokument fast ohne jegliche Systemvoraussetzungen.
Regelmäßiges Audiofeedback via direkt versendetem Soundfile oder auch per QR-Code (erstellt mit der Apps wie Chirp.qr) lässt Nachwuchslehrkräfte erfahren, wie schnell erstellt und wirkungsvoll diese Form des Feedbacks ist, da sie im Vergleich zu beispielsweise rein schriftlichen Rückmeldung z.B. auch (positive) Emotionen transportieren kann.
Portfolios
Geteilte Portfolios oder Projektmappen erleichtern auch über die Distanz das gemeinsame Lernen, Begleiten und...

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 167 / 2020

Distanzunterricht: Digitales Lernen

Friedrich+ Kennzeichnung Methode & Didaktik Schuljahr 1-13