Bilder lesen lernen

Why and how every photo tells a story

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – aber nur demjenigen, der es zu lesen und zu versprachlichen gelernt hat! Da Fotos heute einfach überall sind, besonders in der Lebenswelt Jugendlicher, müssen Lernende Verstehensstrategien für dieses Bildmedium entwickeln. Das macht besonderen Spaß, wenn sie selber fotografieren und sich über ihre Arbeit austauschen. Doch nicht nur das: An den vielen Kommentaren zu Fotos im Internet oder an Gesprächen über Urlaubsfotos zeigt sich, wie kommunikationsanregend Fotos sind.

Zwei Urzeitmenschen beim Selfie Fotografieren
Das erste Selfie der Welt - heute ist dieses Fotogenre allgegenwärtig Foto: Roswitha Henseler

Viele Menschen, gerade Jugendliche, halten ihren Alltag in Fotos fest und teilen diese umgehend per Social Media mit allen Interessierten – vom foodie des Frühstücks über einen Schnappschuss zwischendurch bis zum ussie (Selfie mit Freunden) auf der Party­ am Abend. Doch Fotografien sind kein Zufallsergebnis: Sie sind sorgfältig komponierte Bilder, bei dem Bildausschnitt und Kameraeinstellung, Farbgebung und verschiedene Bildtraditionen die Aussage des Fotos bestimmen.

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte?

Eines ist klar: Fotos sind mehr als das, was sie zeigen, und man sollte nicht alles glauben, was man darauf sieht: Seit ihrer Erfindung haben sie unsere Welt-Anschauung geprägt, zum Beispiel davon, wie ein „echter Indianer” aussieht oder wie das Leben an entfernten Orten der Welt so ist. Indem sie unsere Aufmerksamkeit fokussiert, unsere Wahrnehmung perspektiviert und selektiert, bestimmt die Linse der Kamera unsere Vorstellung von Wirklichkeit, die man kritisch hinterfragen kann. Das Selfie, eines der beliebtesten Fotogenres, ist sogar so wirkmächtig, dass es soziale Interaktion, Körpersprache, Selbstwahrnehmung, Privatsphäre, Humor und das Verhalten von Menschen in der Öffentlichkeit verändert hat.

Visual literacy erwerben, Fotos lesen lernen

Deshalb sollten Fotos im Englischunterricht als eigenständiges Medium genutzt werden, das mehr ist als illustratives Beiwerk in Lehrwerken oder Mittel zur Semantisierung von Wortschatz oder zur Unterstützung des Textverstehens. Um zu ergründen, wie Fotos wirken, müssen Lernende Verstehensstrategien entwickeln – unter anderem, indem sie selber fotografieren und ihre Fotos im Austausch mit anderen reflektieren. Denn nicht zuletzt sind Fotos außerordentlich kommunikationsanregend, wie sich in jedem Gespräch über Familien- oder Urlaubsfotos oder in den Bildkommentaren auf den Foto-Plattformen im Internet zeigt. Sie regen dazu an, Texte zu den Bildern zu erstellen, oder sind Grundlage von Präsentationen oder Ausgangspunkt für Geschichten.

Sprache erwerben Klick für Klick

In dieser Ausgabe des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch finden sie Unterrichtsideen, die die Schülerinnen und Schüler auf Foto(schnitzel)jagd schicken und zeigen, wie sie beim Fotografieren gleichzeitig Sprache erwerben. Sie hinterfragen aber auch gängige Selfie-Trends und Formen der Selbstdarstellung in sozialen Medien, indem ein Selfie erstellen, das eine auf einer Rollenkarte beschriebene Person ablichtet. Sie erproben Möglichkeiten der Selbstinszenierung mit der Kamera und wenden dabei fotografische Grundkenntnisse an. Dadurch reflektieren die Lernenden ihre eigene Mediennutzung. Fotos spielen auch in aktueller Jugendliteratur eine Rolle: Im multimodalen Roman The Unforgotten Coat, der 2013 den den deutschen Jugenliteraturpreis gewann, spinnen sie gemeinsam mit dem Worttext eine fesselnde Lügengeschichte. Im passenden Unterrichtsmodell zeigen wir Ihnen, wie Ihre Schüler dem auf die Spur kommen. In anderen Unterrichtsmodellen erfahren Ihre Schüler, warum es Fotos gibt, die jeder kennt – am Beispiel von Fotos aus dem Vietnamkrieg. Auf welche Art die Kameralinse sonst noch unsere Wahrnehmung lenkt, untersuchen die Schüler anhand der Dokumentarfotografie von Martin Parr.

Zeitschrift
Unterricht Englisch Nr. 158/2019 Bilder lesen – Photography

Um zu ergründen, wie Fotos wirken, müssen Lernende visual literacy erwerben – unter anderem, indem sie selber fotografieren und ihre Fotos im Austausch mit anderen reflektieren.

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Selbst fotografieren: 8 kreative Fotoprojekte

Eine Methodenkartei mit 8 kreativen Fotoprojekten motiviert Schüler zur Spracharbeit und sind durch den Einsatz des eigenen Smartphones einfacher denn je! Die Methodenkartei stellt folgende Fotoprojekte vor:

  • Manners matter
  • That’s my (favourite) …
  • The incredible shrunken me
  • Picture introductions
  • Meme class rules
  • Forced perspective
  • 1, 2, 3 Triptych
  • A story in one shot.

Diese können zu unterschiedlichen Themen und Inhalten im Englischunterricht oder im fächerverbindenden Unterricht eingesetzt werden. Die Fotos gewinnen an Qualität, wenn die Lernenden bewusst verschiedene Kameraeinstellungen und Fotoeffekte nutzen. Dafür erhalten sie ein glossary aus kleinen Bild-Text-Karten. Diese Fachbegriffe benötigen die Lernenden auch beim Planen, Präsentieren und Diskutieren ihrer Fotoergebnisse.

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Zum Weiterlesen

Wer sich weiter einlesen möchte in das Thema Fotografie, Fotoklassiker und Fotos im Unterricht, dem seien folgende Titel empfohlen:

Theorie der Fotografie

Die klassischen Schriften der drei Begründer/innen der modernen Fototheorie mit zahlreichen Analysen und Studien zu kulturellen Praktiken des Fotografierens und zu einzelnen Fotos.

  • Barthes, Roland (2000) [1980]: Camera Lucida. Reflections on Photography. London: Vintage. 
  • Berger, John (2013) [1967]: Understanding a Photograph.Hrsg. v. Geoff Dyer. London: Penguin.
  • Sontag, Susan (2008) [1977]. On Photography. New York: Picador.

Kulturgeschichte der Fotografie

Eine Kulturgeschichte des Bildes mit einem Kapitel zur Einordnung des Fotos als ‚transparentem Medium‘.

In drei sehr spannenden Bänden des Historikers werden die kulturspezifische und die transkulturelle Wirkungsmacht einzelner (ikonographisch gewordener) Fotografien in (teils sehr ausführlichen) Interpretationen und case studies nachgezeichnet. Darüber hinaus finden sich Analysen kultureller visueller Praktiken, Strategien und Bildtraditionen, im Band von 2016 auch des elektronischen (TV-) und des digitalen Bildes.

Der Fotograf Joel Meyerowitz kommentiert Fotos namhafter Fotografen, u.a. William Eggleston oder Walker Evans, und gibt Anstöße, genauer hinzuschauen. An jedem Foto beleuchtet er zentrale Konzepte und Themen der Fotografie. Eine wunderbare Einführung in die Fotografie – für alle Altersgruppen!

  • Meyerowitz, Joel (2016): Seeing Things: A Kid’s Guide to Looking at Photographs. New York: Aperture.

Zwei sehr empfehlenswerte Bände mit einer umfassenden Kulturgeschichte der Fotografie und mit einer großen Zahl von Einzelstudien zu Fotos und deren Geschichte.

The Family of Man ist eine legendäre Foto-Ausstellung des luxemburgisch-amerikanischen Fotografen Edward Steichen im Museum of Modern Art von 1955.

  • Steichen, Edward (2015): The Family of Man. New York: Museum of Modern Art.
  • Hurm, Manfred / Reitz, Anke / Shamoon, Zakir (Hrsg.) (2018): The Family of Man Revisited. London & New York. I. B. Tauris.

Fotos im Unterricht

Zwei Sammelbände mit Analysen, Fallstudien und zahlreichen Anregungen zum systematischen und bildanthroplogischen Umgang mit Fotos in der schulischen Bildung und in pädagogischen Kontexten.

Zahlreiche Vorgehensweisen und methodische Zugänge zum Bildverstehen im Unterricht.

Kritische Analysen und Fallstudien zum Umgang mit Bildern und Fotos, fotografischen Kompetenzen sowie Anleitungen zum kulturellen und ästhetischen Lesen von Fotografien im Fremdsprachenunterricht.

  • Hallet, Wolfgang (2008): „Die Visualisierung des Fremdsprachenlernens. Funktionen von Bildern und visual literacy im Fremdsprachenunterricht.” In: Lieber, Gabriele (Hrsg.): Lehren und Lernen mit Bildern. Ein Handbuch zur Bilddidaktik. Baltmannsweiler: Schneider. 212-222. 
  • Reinfried, Markus (2008): „Vom „Stellvertreter“ zum „Türöffner“. Bilder in Fremdsprachenlehrwerken. In: Lieber, Gabriele (Hrsg.). Lehren und Lernen mit Bildern. Ein Handbuch zur Bilddidaktik. Baltmannsweiler: Schneider. 

Abhandlungen zur Rolle der Fotos in Lehrwerken und Materialien für den Fremdsprachenunterricht.

  • Hallet, Wolfgang (2010): „Viewing Cultures: Kulturelles Sehen und Bildverstehen im Fremdsprachenunterricht." In: Hecke, Carola & Surkamp, Carola (Hrsg.). Bilder im Fremdsprachenunterricht. Neue Ansätze, Kompetenzen und Methoden. Tübingen: Narr. 26 – 54.
  • Hecke, Carola (2010): Visuelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht: Die Bildwissenschaft als Schlüssel für einen kompetenzorientierten Bildeinsatz. Diss. Universität Göttingen.
  • Hecke, Carola / Surkamp, Carola (Hrsg.) (2010): Bilder im Fremdsprachenunterricht. Neue Ansätze, Kompetenzen und Methoden. Tübingen: Narr.
  • Seidl, Monika (2010): „SlashSit und andere Geschichten vom Sitzen: Geschlechtersterotype in Bildmedien und Computespielen und ihre Untersuchung im Fremdsprachenunterricht.” In: Hecke / Surkamp (Hrsg.): Bilder im Fremdsprachenunterricht. Neue Ansätze, Kompetenzen und Methoden 294 – 311.

Unterrichtsvorschläge zum Einsatz von Fotos

Themenhefte von Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch mit Beiträgen zur Arbeit mit Fotos

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 87 (2007). Visual literacy: Bilder verstehen.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 111 (2011). 9/11. Ten Years On.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 121/122 (2013) Telling Stories.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 136 (2015) Autobiographies. Presenting the Self.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 142 (2016). Dramapädagogik.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 149 (2017) Childhoods.

Foto-Ideen für junge Fotograf/innen

Diese praxisorientierten Bände für junge Foto-Fans erzählen Geschichten rund ums Fotografieren, liefern zahlreiche Anregungen für alle, die gerne fotografieren, oder stellen Fotoprojekte vor, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen. Die illustrierten Anleitungen sind verständlich geschrieben und daher auch gut für den Einsatz im Englischunterricht geeignet.

Zur Bibliografie zum Ausdrucken

Fakten zum Artikel
Methode & Didaktik Schuljahr 5-13
Zeitschrift
Englisch 5–10 Nr. 46/2019 Byod

Schule soll digitaler werden – so zumindest der Wunsch vieler Länder. Einige Schulen setzen diese Vorgabe bereits um, andere warten noch auf die nötige technische Ausstattung. In der Zwischenzeit liegt die Lösung bereits in den Taschen der Jugendlichen: Fast alle Lernenden haben ein Smartphone dabei, welches sich gewinnbringend in den Unterricht einbeziehen lässt.

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Zeitschrift
Kunst 5–10 Nr. 51/2018 Fotografieren

Fotografie und Bildbearbeitung begegnen uns in Zeiten massenmedialer Bilderflut Tag für Tag und häufiger denn je. Sei es beispielsweise in Zeitschriften, der Werbung oder im Rahmen sozialer Netzwerke. Digitalkameras sind mittlerweile fester Bestandteil unseres Alltags und Smartphones werden – gerade von den sogenannte „digital natives“ – viele Male täglich insbesondere für Fotozwecke genutzt.

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Zeitschrift
Kunst 5–10 Nr. 51/2018 Fotografieren

Fotografie und Bildbearbeitung begegnen uns in Zeiten massenmedialer Bilderflut Tag für Tag und häufiger denn je. Sei es beispielsweise in Zeitschriften, der Werbung oder im Rahmen sozialer Netzwerke. Digitalkameras sind mittlerweile fester Bestandteil unseres Alltags und Smartphones werden – gerade von den sogenannte „digital natives“ – viele Male täglich insbesondere für Fotozwecke genutzt.

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Fachbuch
Methodische Impulse für den Unterricht Bildzugänge

Von Bildern lernen – mit Bildern lernen

Bilder sind aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken und ihre kulturelle Bedeutung nimmt stetig zu. Die Folgen dieses "iconic turn" wurden in den vergangenen Jahren von der Wissenschaft theoretisch reflektiert. Mittlerweile haben Bilder auch eine neue didaktische Bedeutung gewonnen – und das keineswegs nur im Kunstunterricht, sondern in allen Fächern und allen Schulstufen.

25,95 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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Zeitschrift
Kunst und Unterricht Nr. 319/2008 Digitale Fotografie

Digitale Fotografie ist bei Kindern und Jugendlichen eine selbstverständliche Kulturtechnik geworden. Die Bilder der Handys, Kameras und des Internets bestimmen ihren Alltag. Diese Ausgabe von Kunst+Unterricht löst bewusst die Fotografie aus dem Multimedia-Verbund, um ihre didaktischen Potentiale herauszuarbeiten und um kunstpädagogische Chancen und Probleme dieses Mediums zu verdeutlichen.

15,90 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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Zeitschrift
geographie heute Nr. 253/2007 Bilder lesen lernen

"Mittendrin statt nur dabei", "Bilder lügen nicht", "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Die Bedeutung, die wir visuellen Informationsträgern beimessen, ist sprichwörtlich. Tatsächlich prägen Bilder wie kaum ein anderes Medium unser tägliches Verständnis von Welt. Und auch im Geographieunterricht findet die Begegnung der Schüler mit fachspezifischen Inhalten meistens über das Bild statt.

33,80 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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Zeitschrift
Kunst und Unterricht Nr. 309/310 2007 Bild – Wort – Text

Bilder und Sprache sind im Kunstunterricht selbstständige Medien, die als gleichwertige Partner dennoch zusammengehören. Diese Doppel-Ausgabe knüpft vielfach an die grundlegenden Texte Gunter Ottos an und möchte Sie dazu anregen, Wort und Bild in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen und die Thematik in Theorie und Praxis zusammenzuführen.

31,80 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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Zeitschrift
Geschichte in Wiss. u. Unterr. Nr. 7/8 2007 Bilder und ihre Wahrnehmung

Aus dem Inhalt:

Opferbilder – Täterbilder
Zum Bildverständnis von Schülern
Zur Wahrnehmung von Bildern im Geschichtsunterricht

43,00 EUR Preise jeweils zzgl. Versandkosten

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