Methode: Fact checking

Internetrecherche – welche Informationen sind glaubwürdig?

Im post-faktischen Zeitalter scheint weniger denn je klar zu sein, welche Informationen wahr sind und sich auf wirkliche Gegebenheiten beziehen. Wenn sie im Internet recherchieren, müssen Lernende die so gewonnenen Informationen überprüfen können: Entsprechen sie den Tatsachen? Sind sie gefärbt oder gelogen? Wir stellen Ihnen 5 Methoden für diesen Faktencheck vor.

Liste mit abgehakten Fakten
Glauben ist gut, überprüfen viel besser: Sind die recherchierten Informationen wahr oder manipuliert? ©iQoncept - stock.adobe.com

Im Unterricht sammeln Schüler häufig Informationen per Internetrecherche. Doch mit welchen Methoden können sie erkennen, ob es sich dabei Fakten handelt oder um Fiktionen oder gar Fälschungen?

Der truth claim

Mit den traditionellen Medien war in der Vergangenheit ein eine Wahrheitsanspruch verbunden: Ein journalistischer Text folgt dem Grundsatz der Wahrheit und der Faktentreue. Doch seitdem jede/r seinen eigene Informationsplattform im Internet oder auf Social Media-Kanälen erstellen kann, ist die Zuverlässigkeit der Information nicht verbürgt – sie hat aber dennoch eine enorme Reichweite. Der amerikanische Präsident setzt diese Kanäle gezielt ein, um den seriösen Journalismus auszubooten.

Internetrecherche im Unterricht: Methoden zum Faktencheck

Alle großen Redaktion Redaktionen beschäftigen Journalisten, die die eigenen Berichte, diejenigen anderer Nachrichtenorgane oder Aussagen von Politikerinnen und Politikern auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen. Es gibt auch zahlreiche seriöse Internetplattformen, die nichts als fact-checking betreiben. Manche von ihnen geben Tipps, wie man fake news in Social Media erkennen kann. Von diesen Profis kann man auch Prüfroutinen für den Unterricht übernehmen, die verhindern, dass Schülerinnen und Schüler bei Internetrecherchen Falschinformationen aufsitzen. Diese Methoden für den Umgang mit Informationen sollten gemeinsam mit den Lernenden an einem Sachtext oder einer Nachricht erarbeitet werden.

Methode 1: Textinterner Check

Der textinterne Check nutzt Anzeichen im Text oder Textmerkmale, um (Un-)Zuverlässigkeit zu erkennen. Folge Merkmale sollte man überprüfen:

  • Fakten: Welche? Details? Echte Menschen, Orte und Umstände?
  • Beweise: Quellen? Zeugen? Belege?
  • Ausgewogenheit
  • Stimmigkeit
  • Sprache: Korrekt? Sprachregister der Textsorte angemessen? Sachlich oder emotional?

Methode 2: Abgleich

  • Herkunft: Existieren die Quellen, auf denen der Text basiert, überhaupt?
  • Seriosität: Ist sie seriös (Journalismus, Universität, offizielle Stelle, Experte/in?)? Gehört sie einer weltanschaulichen Richtung an?
  • Vergleich: Mehrere Quellen vorhanden? Wie viele? Welcher Art (Print, TV, Internet etc.). Unabhängig voneinander? Identische Information oder Abweichung?

Methode 3: Eigenes Wissen aktivieren, Expertenwissen hinzuzuziehen

  • Weltwissen: Was weiß ich schon über ein Thema? Ist es wahrscheinlich, was der Text behauptet?
  • Spezialwissen: Habe ich selbst Spezialwissen in einem Bereich? Kann ich eine/n glaubwürdigen Expert/in befragen? Kenne ich Nachschlagewerke, spezialisierte Websites, Fachbücher zum Thema?

Methode 4: Kontexte und Paratexte prüfen

  • Autor: Was weiß man über den/die Autor/in des Textes? Parteizugehörigkeit? Ruf?
  • Ideologie: Welche Institution veröffentlicht die Information, und für welche Weltanschauung steht sie?
  • Dauer: Wird die Quelle weiterhin bestehen?

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Methode 5: Social Media überprüfen

Die Social Media-Welt besteht zu einem riesigen Teil aus Posts. Das Hauptproblem: Oft ist schwer erkennbar, wer eigentlich der Urheber ist – vor allem, wenn Posts ungeprüft und kommentarlos geteilt werden. Es lohnt sich immer, skeptisch zu sein, die Urheberschaft und die Quelle zu prüfen, ggf. zurückzufragen und Recherchen anzustellen, ehe man selbst den betreffenden Post teilt. Grundsätzlich ist bei ungeprüft geteilten Posts Skepsis angezeigt.

  • Quelle: identifizierbar? Zuverlässig?
  • Bildsuche: ist das Bild, das als Beleg dienen soll, auch schon an anderen Stellen erschienen? Ist die dortige Information zum Thema deckungsgleich?
  • Bildbearbeitung: Ist das Bild mutmaßlich bearbeitet?

Probieren Sie’s aus

Probieren Sie einige dieser Methoden doch gemeinsam mit ihrer Klasse anhand des educational game „Factitious“ aus. Das Spiel präsentiert Nachrichten und Berichte von verschiedenen Ereignissen. Die Spielenden schätzen ein, ob diese Ereignisse wirklich passiert oder erfunden sind. Das Spiel löst anschließend auf.

Mehr wissen?

Englischsprachiges Unterrichtsmaterial mit diesen und nach mehr Fragen, die man sich im Umgang mit Informationen stellen sollte, finden Sie in Ausgabe 163 des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch: Medienkompetenz: Fake realities. Diese Ausgabe widmet sich den fake news und wie man sie erkennen kann.  


Dieser Beitrag beruht auf Wolfgang Hallet (2020): "Be your own fact checker: Informationen überprüfen.” In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Ausgabe 163 [Medienkompetenz: Fake realities]. 8 – 9.

Fakten zum Artikel
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