Visualisierungsmethode | Lerntechnik

Making connections: concept map

Visualisierungen helfen, Zusammenhänge in Sachtexten oder auch in literarischen Texten besser zu verstehen. Concept mapping ist eine Methode, mit der sich am Ende einer Lernsequenz alle gesammelten Informationen strukturieren lassen. Sie kann auch zur Diagnose dienen. Wir erläutern, wie die Methode funktioniert und wie Lernende sie erlernen.

Concept map zur Visualisierungsmethode und Lerntechnik concept mapping
Concept maps stellen Verbindungen zwischen Informationen her. So helfen sie dabei, Texte zu erschließen und Wissen zu systematisieren | Jean-Louis Zimmermann

Eine concept map ist eine Begriffs- oder Wissenslandkarte. Die Visualisierungsmethode concept mapping strukturiert Denkprozesse und stellt Zusammenhänge bildlich dar. Auf diese Weise hilft concept mapping, das Textverständnis zu erleichtern und zu vertiefen. Einmal erlernt ist dies eine sehr effiziente Lerntechnik.

Concept map im Unterricht

Eine concept map besteht aus drei zentralen Elementen:

  • das Thema, das als Überschrift oben steht. Von hier ausgehend werden die Zusammenhänge entwickelt.
  • die Kernelemente des Themas, die in Kästchen geschrieben werden. Diese sind einzelne Begriffe, die aus Substantiven, evtl. mit Adjektiven, bestehen.
  • die logischen Beziehungen zwischen den Elementen, die auf Pfeilen geschrieben werden. Diese Beziehungen bestehen aus Verben und / oder Präpositionen und werden in Pfeilrichtung gelesen.

Manchmal ist mehr als eine richtige Lösung möglich.

Wofür eignet sich concept mapping?

Die concept mapping-Methode eignet sich insbesondere, um Sachtexte zu erschließen. Sie hilft aber auch, um den Durchblick durch Erzählungen mit komplexen oder vielschichtigen Zusammenhängen zu erhalten. Concept maps wurden ursprünglich als advance organizers konzipiert, um am Anfang des Lernprozesses Vorkenntnisse zu ordnen. Sie können aber auch dazu dienen, um am Ende einer Lernsequenz alle gesammelten Informationen zu strukturieren.

Was sind die Vorteile einer concept map im Unterricht?

Bei der Arbeit mit einer concept map im Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren. Sie stellen logische Verbindungen zwischen den Textelementen her und reflektieren ihre Darstellung. Erst wenn dieser Schritt gelingt, kann man davon ausgehen, dass sie einen Sachverhalt wirklich verstanden haben. Wegen ihres logischen Aufbaus und einfacher Syntax helfen sie besonders leseschwachen Lernenden oder solchen, die Schwierigkeiten haben, sich auszudrücken.

Wozu dient concept mapping noch?

Eine concept map ist mehr als nur eine Inhaltswiedergabe. Auch als Diagnoseinstrument ist die Begriffslandkarte nützlich: Da die Lernenden ihr Textverständnis grafisch darstellen, lassen sich Fehlschlüsse oder Wissenslücken leicht identifizieren.

Wie erlernt man concept mapping?

Um diese Methode gewinnbringend einsetzen zu können braucht es etwas Übung. Daher fertigen jüngere Lerner die concept maps zunächst nicht individuell an, sondern erarbeiten sie in der Gruppe.

Concept mapping lässt sich gut in kooperativen Lernarrangements einsetzen: Durch die Gespräche, die eine Zusammenarbeit mit sich bringt, helfen die Lernenden sich gegenseitig, die Strategie zu verstehen und erfolgreich anzuwenden.

Mehr erfahren

Visualisierungen veranschaulichen Sachverhalte und stellen Beziehungen her. So verschaffen sie Ordnung in Sachtexten, literarischen Texten oder Filmen. Als Lerntechnik dienen dazu, Ideen zu generieren und logisch anzuordnen, Informationen zu sammeln und zu strukturieren und Wissen besser zu behalten. Die Ausgabe 157 des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch zum Thema "Lerntechnik Visualisierungen" stellt verschiedene Visualisierungsformen und –techniken vor, die Schülerinnen und Schülern das Lernen erleichtern.
Beispiel-concept map zum kostenlosen Download


Dieser Beitrag basiert auf: Claudia Straeter-Lietz (2018): „Making connections. Concept mapping: eine Strategie zum besseren Leseverständnis.“ In: Englisch 5-10, Heft 44 [Lernstrategien]. 12 – 15.

Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 7-13