Presidential elections im Englischunterricht

Who’s going to be POTUS?

Rot oder blau, Amtsinhaber oder Herausforderer, Joe oder Donald? Rund um den Globus wird im Herbst 2020 mit Spannung verfolgt, wen die US-Amerikaner*innen ins mächtigste Amt der Welt wählen. Denn diese Person wird nicht nur die Weichen der amerikanischen Politik stellen, sondern auch international prägend sein. Nicht zuletzt ein Grund, sich mit den presidential elections im Englischunterricht zu befassen.

Weißkopfseeadler vor amerikanischer Flagge
Wer wird Chef im Weißen Haus? Die US presidential elections und deren Ergebnis halten im Herbst 2020 die Welt in Atem - und auch den Englischunterricht Friedrich Verlag

Am 3. November 2020 sind die amerikanischen Bürger*innen aufgerufen, einen der mächtigsten Staatschefs der Welt ins Amt zu wählen: POTUS – the President of the United States. Wer nach einem monatelangen Wahlkampf den Sieg davonträgt, hängt entscheidend davon ab, welches mediale Bild er von sich entwerfen konnte. Über die Auseinandersetzung mit der visuellen (Selbst-)Darstellung von Präsidenten und Kandidaten lernen die Schülerinnen und Schüler das politische System der USA kennen. Ein neuer Zugang zum Thema presidential elections im Englischunterricht!

Presidential elections im Englischunterricht

Ein wahres Medienspektakel rund um die Wahlen und Vorwahlen tobt seit Monaten und bedient sich dabei verschiedener Bildmedien, die Qualifikation, Sympathie und öffentliche Wahrnehmung der Kandidaten ins rechte Licht rücken sollen. Wer den Weg der Kandidaten ins Präsidentenamt verfolgen möchte, muss sich deshalb zum einen mit dem politischen System der USA auskennen. Zum anderen muss er oder sie aber auch über visual literacy verfügen, um politischen Inszenierungen sowie der Machart und Wirkweise von Wahlwerbung auf die Schliche zu kommen. In den Unterrichtsvorschlägen der Ausgabe „American Presidency“ erkunden die Lernenden

  • warum die Familie der Kandidaten so wichtig für ihre (Selbst-)repräsentation ist
  • ob Schlammschlachten ein probates Mittel der politischen Auseinandersetzung sind
  • wie um jede Stimme gerungen wird und
  • warum aus der Innensicht eines US-Bundesstaat gar nicht so klar ist, wer Präsident werden sollte, obwohl sich viele Europäerinnen und Europäer darin bereits einig sind.

Global education

Auf Anhieb ist die globale Bedeutung erkennbar, die noch jede US-amerikanische Präsidentschaft hatte: Von den Überzeugungen und den politischen Entscheidungen des amerikanischen Präsidenten (oder der Präsidentin!) hängen Krieg und Frieden, Freiheitsrechte und wirtschaftliche Entwicklungen buchstäblich in aller Welt und in Europa ab. Im besten Fall kann aus der Beschäftigung mit den presidential elections im Englischunterricht die Einsicht resultieren, dass politische Vorgänge im Inneren einer Weltmacht unmittelbar das Wohl und Wehe der Menschen in anderen Teilen der Erde betreffen. Die globale Zirkulation von Informationen und Bildern aus dem Innenleben der USA und von Unterhaltungsformaten des Fernsehens und des Kinos zeugen davon, dass die globale mediale Präsenz der amerikanischen Präsidentschaft diese zum Bestandteil eines globalisierten kulturellen Wissens macht.

Unterrichtseinheiten zu den USA

Möchten Sie weitere landeskundliche Themen der USA vertiefen? Wir haben noch ein paar Ideen für Sie:

  • Amerikanische Wahlen: Stellen Sie sich vor, eine einzige Stimme würde über die Wahl des US-Präsidenten entscheiden – welchen Aufwand würde die Politikmaschinerie dann betreiben, um diese Person für sich zu gewinnen … Genau dieses Szenario spielt der Film Swing Vote durch. Die Lernenden analysieren, welche Rolle Bilder und Inszenierungen bei dieser „Überzeugungsarbeit“ leisten, und wie der Film seinerseits politisch wirkt.
     
  • gun laws: Amokläufe in Schulen, Unfälle mit Schusswaffen und viele andere Tote könnten der Vergangenheit angehören, wenn in den USA der Zugang zu Waffen eingeschränkt würde. Warum beharren die US-Amerikaner so auf ihr right to bear arms? Welche Folgen hat das? Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen? In einer Infografik arbeiten die Lernenden einen Aspekt dieses komplexen Themas auf und präsentieren ihre Grafik. 
     
  • songs: Es gibt songs über Städte, die niemals schlafen, Songs über New Orleans oder sogar Allentown, Pennsylvania: Die Lernenden untersuchen, wie Text und Musik zusammenwirken, um US-Städte und den American Way of Life zu porträtieren. 

Politisches Lernen

Neben dem Beitrag des Englischunterrichts zu global education ist die Fähigkeit zur politischen Teilhabe und Diskursfähigkeit ein wichtiges Ziel des Englischunterrichts. Das Bildungsziel democratic citizenship beinhaltet auch die Meinungsbildung und die Äußerungsbereitschaft zu politischen Standpunkten und Entscheidungen auf vielen wichtigen politischen und kulturellen Feldern der Politik in den Vereinigten Staaten. Nicht selten ziehen US-amerikanische Weichenstellungen, z. B. in der Finanz-, Wirtschafts- oder Bildungspolitik, entsprechende Debatten in Europa und in Deutschland nach sich. Und die Menschen hierzulande müssen sich eine Meinung zum amtierenden Präsidenten wie seinem demokratischen Konkurrenten Joe Biden allein schon deshalb bilden, weil die USA in Europa einen zuverlässigen Partner für eine stabile globale Ordnung sehen.

Landeskundliches Wissen

Selbstverständlich gehört zum politischen Lernen im Englischunterricht auch ein Verständnis von der Funktionsweise des amerikanischen Wahl- und Präsidialsystems und ein Bewusstsein davon, dass von der Beschaffenheit politischer Systeme entscheidend die demokratischen Teilhaberechte und Einwirkungsmöglichkeiten der Menschen abhängen. Die unterschiedlichen Wahlsysteme der USA und Deutschlands bieten reichlich Raum für den politischen Vergleich, für kontroverse Urteile und für das transkulturelle Lernen, also für die Gewinnung eigener Standpunkte und Überzeugungen aus dem Wissen um die Gegebenheiten in den USA. Landeskundliches Wissen bildet die Grundlage für kulturelles Lernen und eigene Positionsbestimmungen.

Umgang mit textuellen und medialen Inszenierungen der Politik

In der Beschäftigung mit dem herausragenden politischen Ereignis der Präsidentschaftswahl kommt die für den Englischunterricht zentrale Dimension des Umgangs mit politikspezifischen Texten, Medien und Artefakten zur Geltung. Die Vertrautheit mit den Rhetoriken der Wahlpropaganda, mit der Strategien der medialen Inszenierung von Macht und politischem Personal und nicht zuletzt mit Formen der Repräsentation des Politischen in Bildern, Webseiten und Filmen ist ein wichtiger Bestandteil der fremdsprachigen Diskursfähigkeit und der politischen Selbstbestimmung.


Dieser Beitrag beruht auf 

Birte Christ/Wolfgang Hallet (2012): "How to Become POTUS. Mit dem FUE-Special zur Präsidentenwahl 2012 arbeiten." Sonderheft In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 119 [Lernschwierigkeiten]. 24-25.

Fakten zum Artikel
Unterricht Englisch Nr. 141/2016 American Presidency

Rund um den Globus wird alle vier Jahre im Herbst mit Spannung verfolgt, wen die US-Amerikaner ins mächtigste Amt der Welt wählen. Wer den Weg der Kandidaten ins Präsidentenamt und das Medienspektakel drumherum verfolgen möchte, sollte sich mit dem politischen System der USA auskennen, aber auch über visual literacy verfügen.

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