Wolfgang Hallet

Be your own fact checker: Informationen überprüfen

Glaub nur, was du aus seriösen Quellen erfahren hast, und prüfe doppelt nach ...
Glaub nur, was du aus seriösen Quellen erfahren hast, und prüfe doppelt nach ..., istock.com/filo

Wolfgang Hallet

Der politische Populismus hat ein Phänomen verschärft und stärker ins Bewusstsein gerückt, das im Journalismus und in den Medien nicht neu ist: Wie können Leserinnen, Fernsehzuschauer oder Internet-User erkennen, ob es sich bei den in diesen Medien verbreiteten Informationen um Fakten handelt oder um Fiktionen oder gar Fälschungen?
Der truth claim
Mit allen journalistischen Formaten, ob tabloids, quality papers oder online journals, ist ein truth claim verbunden, ein journalistic pact: Als Leserin oder Leser muss man darauf vertrauen, dass ein journalistischer Text dem Grundsatz der Wahrheit und der Faktentreue folgt. Kompliziert wird der Glaube an die Zuverlässigkeit einer Nachricht oder Information, weil jede/r seine bzw. ihre eigene Informationsplattform erstellen und mit dem truth claim versehen kann. Auch existierende Social Media-Kanäle wie Twitter oder Facebook werden systematisch für die Verbreitung tatsächlicher oder erfundener Nachrichten und Informationen genutzt. Deren riesige Nutzerzahlen sorgen für große Reichweite und Wirkung. Solche Kanäle der (Des-)Information werden politisch instrumentalisiert: Der amerikanische Präsident setzt sie gezielt ein, um den seriösen Journalismus auszubooten.
Fact-checking
Die Institution der fact checker (Smith 2007) wirkt dem politischen Geschäft mit der Falsch- und der Desinformation entgegen: Alle großen Redaktionen beschäftigen Journalisten, die nur damit befasst sind, vor die eigenen Berichte, diejenigen anderer Nachrichtenorgane oder Aussagen von Politikerinnen und Politikern auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen (Grace 2018, Stevenson 2019). Inzwischen gibt es zahlreiche seriöse Internetplattformen, die nichts als fact-checking betreiben (Ellis 2019, Snopes 2019). Manche von ihnen geben Tipps, wie man fakes in Social Media erkennen kann (z.B. Stegner 2016). Sowohl für den persönlichen Umgang mit Informationen als auch für die Internet-Recherche im Unterricht heißt es daher, Routinen zu entwickeln und Recherche-Praktiken einzuüben, die es zumindest unwahrscheinlicher machen, dass man Falschinformationen aufsitzt.
Es ist sehr schwierig, dafür einfache Regeln aufzustellen. Solche Regeln sollten aber ständiger Teil der Internetarbeit sein und mit den Lernenden gemeinsam erarbeitet werden. Die Erarbeitung kann mit der thematischen Arbeit verknüpft, aber auch als eigenständiges kleines Projekt gestaltet werden. In diesem Fall kann man die online zugänglichen Informationen zum journalistischen fact checking als Basis nutzen (s. Literatur). Ziel muss es sein, Regeln für den Umgang mit Informationen festzulegen, an die sich alle in der Textarbeit, aber auch in der privaten Kommunikation halten, zum Beispiel:
  • Dont just believe always check.
  • Never simply share. Always think and check before you actually share information.
  • Always conduct your own research to check the facts.
Prüfroutinen für den Umgang mit Informationen einüben
Prüfroutinen für den Umgang mit Informationen sollten gemeinsam mit den Lernenden an einem Text- oder Nachrichtenbeispiel entwickelt werden. Sie sollten immer Teil der Arbeit mit allen Arten von Sachtexten sein. Mit diesen Checks lassen sich übrigens auch Romane und andere fiktionale Texte auf ihren Realitätsgehalt hin überprüfen, indem man historische oder geografische Referenzen checkt.
Textinterner Check
Der textinterne Check nutzt Anzeichen im Text oder Textmerkmale, um (Un-)Zuverlässigkeit zu erkennen.
  • Factual information: Which facts does the text claim to present? How detailed is the information that is presented? Do people, places and conditions mentioned in a text really exist? Is it convincing or proven that a certain person was in a certain place at a certain time?
  • Evidence: What evidence is presented for any claims that are made in a text? Are the sources explicitly mentioned? Are there witnesses, other sources and references presented in addition to the authors...
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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Englisch Nr. 163 / 2020

Medienkompetenz: Fake realities

Methode & Didaktik Schuljahr 5-13