Stephanie Wössner

Konferenzen in virtuellen Welten

Immersive Lernsettings auf einem virtuellen Campus erlauben auch die soziale Interaktion.
Immersive Lernsettings auf einem virtuellen Campus erlauben auch die soziale Interaktion., © Screenshot: Stephanie Wössner

Stephanie Wössner

Virtual Reality (VR) ist seit einigen Jahren in aller Munde, nicht zuletzt im Bildungsbereich. Während Gamer*innen sich bisher weniger begeistert gezeigt haben, hat der Bildungsbereich das Potenzial von VR zumindest ansatzweise erkannt, und es gibt interessante Ansätze, wie VR zeitgemäßes Lernen ermöglichen kann (siehe C+U 114).
Was ist VR?
VR zeichnet sich primär durch zwei Eigenschaften aus: Immersion in eine computergenerierte Welt und Interaktion mit dieser Welt. Gemeinsam lösen sie je nach Grad beim Nutzer ein Gefühl der Präsenz in dieser Welt aus. Von der Verwendung eines bestimmten Gerätes hängt dies jedoch nicht ab, sodass man VR sowohl am Bildschirm als auch mit VR-Brille erleben kann. Der Grad von Immersion und Interaktion basiert teilweise auf der technischen Komponente, wird jedoch auch von der Persönlichkeit des Nutzers oder der Nutzerin beeinflusst, da es sich um eine individuelle Erfahrung handelt.
Digitale Konferenzen im Bildungsbereich
Auch viele Präsenzfortbildungen im Bildungsbereich wurden aufgrund der Coronapandemie in ein digitales Format umgewandelt, sodass sie auch 2020 stattfinden konnten. Somit war die Planung der Konferenzen nicht ganz umsonst, und auch die fachliche Komponente kam nicht zu kurz. Auch wenn in Webinaren die normalerweise sehr wertvolle Möglichkeit, Socializing zu betreiben und zu netzwerken, bei vielen Veranstaltungen nicht mit integriert werden konnte, gab es vereinzelt ansatzweise Versuche, virtuelle Kaffeepausen zu machen. Positiv hingegen wurde oft als Fazit zum digitalen Format herausgestellt, dass der Teilnehmerkreis sich ausgeweitet hatte, da die Anreisewege beim digitalen Format entfielen.
iLRN 2020
Das „Immersive Learning Research Network (iLRN) ist eine internationale Vereinigung von Entwicklern, Lehrkräften und Forschern, die gemeinsam das Potenzial von immersiven Lernsettings erforschen. Von 2015 bis 2019 fanden einmal jährlich mehrtägige Präsenzveranstaltungen statt. Die für Ende Juni 2020 geplante 6. iLRN-Konferenz konnte jedoch aufgrund der weltweiten Coronapandemie nicht stattfinden. Daher entschieden sich die Veranstalter, nicht primär auf Webinare auszuweichen, sondern die Konferenz auf einen virtuellen Campus von VirBELA zu verlagern, womit das Thema des Lernens in virtuellen Settings nicht nur Thema, sondern auch Erlebnis wurde.
Das Motto von VirBELA lautet: Remote, but together (dt: Auf Distanz, aber zusammen) und betont somit die soziale Komponente der Plattform. Das Mission Statement auf der europäischen Webseite der Firma lautet folgendermaßen:
„[Wir haben] zu diesem Zweck eine Software entwickelt, die eine effektive Kommunikation unterstützt, zwischenmenschliche Beziehungen aufbaut und eine sichere Umgebung für Fernarbeit schafft. Es ist eine immersive und fortschrittliche 3D-Virtual-Reality-Plattform, wodurch Nutzer mit ihren Avataren, ihrer Stimme, ihrem Chat und ihren Gesten kommunizieren können. (https://www.virbela.de)
Und genau das, was das Mission Statement verspricht, wurde bei der iLRN 2020 umgesetzt. Verteilt auf mehrere Tage fanden in verschiedenen Bereichen des Campus („Venues) Vorträge zum Thema Lernen in virtuellen Welten statt. Diese waren wissenschaftlich orientiert und sowohl zu allgemeinen Themen als auch zu spezifischen Beispielen. Teilgenommen wurde am PC, d.h. ohne VR-Brille. Zusätzlich gab es jedoch bei FrameVR (www.framevr.io) virtuelle Ausstellungen zu vielen Projekten, die man am Bildschirm und mit einer VR-Brille besuchen konnte. Außerdem waren einige Veranstaltungen ausgelagert in AltSpaceVR. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die einzelne virtuelle Räume für Events zur Verfügung stellt. An diesen Events kann man mit unterschiedlichen Geräten, inkl. VR-Brillen, teilnehmen. Dort fand auch bereits im März die Konferenz „Educators in VR statt.
Doch neben dem fachlichen Aspekt bot iLRN das, was vielen digitalen Formaten fehlt: die Möglichkeit zu netzwerken....
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Fakten zum Artikel
aus: On lernen digital Nr. 3 / 2020

Informatische Bildung

Kennzeichnung Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "on. Lernen in der digitalen Welt" Projekt Schuljahr 1-13