Stefan Aufenanger

Design Thinking in Schulentwicklungsprozessen

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Stefan Aufenanger

Schulentwicklungsprozesse spielen gerade zur Zeit der Umsetzung des „DigitalPakts Schule eine wichtige Rolle in der Implementierung digitaler Medien und werden als wesentlicher Bestandteil der medienpädagogischen Kompetenzen von Lehrkräften angesehen. Viele Schulen stehen vor dem Problem, wie sich die Einführung von Notebooks, interaktiven Whiteboards oder Tablets in den traditionellen Unterricht und die bestehende Schulorganisation integrieren lässt. Dies ist ein Veränderungsprozess von Schule, der häufig als „Change Management bezeichnet wird. Für das Schulmanagement ergeben sich aus diesem Wandel der Bildungsaufgaben der Schule und den veränderten Bedingungen des Unterrichtens wichtige Aufgaben.
Ausgangspunkt der Überlegungen soll sein, die Schule als eine lernende Institution aufzufassen, die sich den veränderten Bedingungen und Aufgaben zwar nicht anzupassen hat, aber diese als Herausforderung zur Auseinandersetzung versteht. Man muss nicht jeglichen Trend mitmachen und sollte auch manchen öffentlichen Druck von vermeintlichen Bildungspolitikern standhalten etwa jeder Schülerin bzw. jedem Schüler ein Tablet zu geben. Ein erster wichtiger Schritt ist deshalb, dass alle Mitglieder einer Schule also nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch Schülerinnen, Schüler und deren Eltern sich auf ein Schulprogramm oder Konzept einigen, in dem digitale Medien eine Rolle spielen. Das Programm sollte begründet werden können, um deutlich zu machen, dass es nicht nur um einen Trend, sondern um ein ernsthaftes pädagogisches Anliegen geht. Veränderungen und Erneuerungen müssen zwar nicht von allen Beteiligten von Anfang an gemeinsam durchgeführt und getragen werden, sie sollten von den Skeptikern aber zumindest toleriert werden. Dies heißt, dass das Projekt „Profilbildung von einer kleinen Gruppe getragen werden kann, welche die Unterstützung der Schulleitung hat und ihre Arbeit immer wieder kritisch selbst begleiten sollte. Sie sollten aber auch die Gelegenheit erhalten, ihre Arbeit und Erfolge den anderen präsentieren zu können.
Zur Gestaltung eines Schulentwicklungsprozesses gibt es verschiedene Ansätze. Ein Vorschlag dazu soll hier am Beispiel der aktuellen Entwicklung zum „Design Thinking vorgestellt und diskutiert werden. Er kann auch unter dem Motto einer partizipativen Schulentwicklung beschrieben werden.
Was ist „Design Thinking?
Das Prinzip von „Design Thinking stammt ursprünglich aus der Softwareentwicklung, wird aber vermehrt auch bei der Produktentwicklung eingesetzt. Man versteht darunter die Fähigkeit, sich in Probleme und Aufgaben einzufühlen, kreativ zu denken, produktiv zusammenzuarbeiten, mit Lösungen zu experimentieren und Ideen zu kommunizieren. Da in diesem Prozess die Perspektive der Anwender eine große Rolle spielt, ist im Kontext der Schulentwicklung bei der Implementation digitaler Medien die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern entscheidend. Partizipation ist also nicht nur auf die Lehrpersonen beschränkt, sondern verlangt die Erweiterung auf alle Personen, die von dem Ergebnis des Prozesses betroffen sind. Dies mag in Schulen nicht immer ganz einfach zu arrangieren sein, ist aber eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen eines Veränderungsprozesses. Je nach Größe der Schule ist es sinnvoll, ein Team zu bilden, das sich dem Entwicklungsprozess widmet, aber auch immer die anderen, aktuell nicht beteiligten Akteure einbezieht. Dies sollten auf jeden Fall Mitglieder der Schulleitung sein, damit bestimmte Rahmenbedingen einer Schulorganisation einbracht werden.
Die fünf Phasen des Design-Thinking-Prozesses
Ein Schulentwicklungsprozess nach dem Prinzip des Design Thinking besteht meist aus fünf Phasen, die hintereinander abgearbeitet werden sollen. Es kann aber in jeder Phase auch sinnvoll sein, zu einer vorherigen zurückzuspringen. Da es sich bei dem vorliegenden Thema nicht um die Entwicklung eines Produkts handelt, sondern auch um einen...
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Fakten zum Artikel
aus: On lernen digital Nr. 1 / 2020

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Kennzeichnung Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "on. Lernen in der digitalen Welt" Hintergrund Schuljahr 1-13