Timo Münzing

Künstliche Intelligenz

© Sergey Tarasov/shutterstock.com

Timo Münzing

Wind zieht auf in der dunklen Gasse. Blitze zucken durch die Nacht. Ein gewaltiger Lichtkegel erscheint und aus ihm heraus steigt der Terminator, eine Vernichtungsmaschine, die von der Künstlichen Intelligenz Skynet in die Vergangenheit geschickt wurde, um das Ende der Menschheit sicherzustellen.
Sicher ist uns allen diese Szene noch im Kopf und lange Zeit waren die medialen Erscheinungen wie die todbringende Künstliche Intelligenz Skynet aus „Terminator, der Computer aus „War Games, der erst durch ein nicht endendes Tic-Tac-Toe-Spiel lernte, dass ein Atomkrieg keinen Sieger hat oder auch das intelligente Programm Agent Smith aus „Matrix die einzigen Berührungspunkte, die die Gesellschaft mit Künstlicher Intelligenz hatte.
Doch während wir noch dachten, dass die Zeiten der Künstlichen Intelligenz, oder kurz „KI, weit in der Zukunft liegen, hat sie bereits ihren Weg in unsere digitale Gesellschaft gefunden. So lesen wir auf Twitter und Facebook vor allem die Posts, die eine KI für uns ausgesucht hat (und laufen so Gefahr, in einer Filterblase zu landen). Programme zur Bilderkennung können lernen, welche Objekte sich gerade vor einer Kamera befinden (und werden zukünftig vielleicht unser Auto bremsen, wenn ein Kind auf die Straße rennt), wir sprechen und steuern unser Haus mit Alexa, Siri und Co. oder wir chatten mit freundlichen Chatbots auf Internetseiten, manchmal sogar ganz ohne überhaupt zu realisieren, dass wir mit einer Maschine sprechen.
Was ist Künstliche Intelligenz?
Da bereits für den Begriff „Intelligenz eine eindeutige Definition fehlt, fehlt diese in ihrer Eindeutigkeit auch für „Künstliche Intelligenz. Dennoch kann man im allgemeinen Sprachgebrauch sagen, dass man von einer KI spricht, wenn das entsprechende Programm eigenständig lernen kann und es somit schafft, ein Problem nach einiger Zeit und erhaltenen Daten (besser) zu lösen als direkt nach seiner Inbetriebnahme. Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist das Maschinelle Lernen. Hierbei werden von der Software in einer Lernphase Trainingsdaten dazu genutzt, ein eigenes Modell zu erstellen (in der Bilderkennung beispielsweise Bilder vieler Objekte und die Information, welches Objekt jeweils zu sehen ist). Aus diesem Modell kann die Software dann auch Schlüsse für ihr unbekannte Bilder ziehen (beispielsweise dass auf einem Bild ein Stuhl zu sehen ist).
Künstliche Intelligenz und Bildung
Wäre mit Staubsaugrobotern, die den Grundriss unserer Wohnung lernen, und dem Entsperren unseres Smartphones per Fingerabdruck die Krone der KI erreicht, könnte man sich sicherlich fragen, ob dieses Thema tatsächlich einen Platz in der Bildung verdient hat. Doch bereits selbstständige Chatroboter stellen einen Themenkomplex dar, über den man dringend reden muss. Hier wirft sich auch die ethisch spannende Frage auf: Sollte sich ein solcher Roboter auch als maschinelles Wesen seinem Gegenüber zu erkennen geben müssen?
Wir sind hier sicherlich auch noch nicht am Ende der Entwicklung. So hat Google-Chef Sundar Pichai bereits 2018 ein Programm vorgestellt, dass telefonisch Termine vereinbaren kann, während es dem Gegenüber nicht einmal bewusst war, mit einer Maschine zu sprechen. Im selben Jahr stellte die News-Seite Buzzfeed ein von einer KI erstelltes Video von Barack Obama online, indem er vor gefälschten Videos warnt, ehe er in untypischer Manier Donald Trump beleidigt. Es zeigt, wie perfekt bereits heute solche Videos erstellt werden können und wie sehr KI in Zukunft beeinflussen könnte, was wir sehen und hören.
Eine Super-KI wäre entweder das Beste oder Schlimmste, das der Menschheit zustößt
Nach Stephen Hawking aus seinem letzten Buch „Kurze Antworten auf große Fragen (vgl. 2020, S.213)
Hieraus kristallisieren sich zwei wichtige Gründe, warum KI im heutigen Unterricht mehr als nur eine Randerscheinung sein sollte: Zum einen wird es ein immer wichtiger werdender Zweig in den Entwicklungen der...
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Fakten zum Artikel
aus: On lernen digital Nr. 2 / 2020

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Kennzeichnung Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "on. Lernen in der digitalen Welt" Hintergrund Schuljahr 1-13