Katja Holdorf

Was heißt eigentlich Dingsda?

Mindmap Begriffskonzept
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Katja Holdorf

Fachwortschatz erklären, verwenden, speichern

Fachwörter werden im Fachunterricht oft nur beiläufig thematisiert. Sie tauchen auf, werden kurz erklärt und verschwinden wieder. Es wird aber verlangt, dass sich die Schüler später daran erinnern. Dies kann nur gelingen, wenn ein umfassendes Konzept zu dem Fachbegriff [Infokasten] entwickelt und im Mentalen Lexikon [Infokasten] mehrdimensional abgespeichert wird. Dieser Beitrag zeigt in fünf Schritten auf, wie Schüler möglichst viele Zugänge zu einem Begriff finden und Sie Situationen schaffen können, in denen sie Fachbegriffe anwenden und erklären. Zudem werden Möglichkeiten erläutert, wie Begriffe in einem eigenen Lexikon multi-medial abgespeichert werden können, um sie wiederholt abrufbar zu machen.
Begriffskonzept
Begriffskonzept
Wichtig für die Verankerung eines Begriffs im mentalen Lexikon ist, dass zu einem Wort nicht nur die Bedeutung, sondern beispielsweise auch grammatische Informationen, Rechtschreibung, Aussprache und Verwendungszusammenhänge erlernt werden. Hinzu kommt, dass das Wort von den Schülern nicht nur rezeptiv gehört und gelesen, sondern aktiv gebraucht, also auch gesprochen und geschrieben, wird.
Mentales Lexikon
Mentales Lexikon
Als „Mentales Lexikon wird die Art und Weise bezeichnet, wie eine Person Wörter und ihre Konzepte im Langzeitgedächtnis abspeichert. Man stellt sich ein dynamisches Netzwerk vor, in dem neu erlernte Wörter eingeordnet und mit bereits Bekanntem verknüpft werden. Jeder Mensch erstellt aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen sein eigenes Lexikon.
Exemplarischer Fachbegriff:„Stoffwechsel
Die im Beitrag vorgestellten fünf Unterrichtsschritte sind für jeden beliebigen (Fach-)Begriff einsetzbar. Um die Schritte zu konkretisieren, dient im folgenden Text der Begriff „Stoffwechsel als Beispiel (vgl. Klasse 8 Biologie „Zellstoffwechsel). Durch die vielfältigen Aufgaben beschäftigen sich die Schüler intensiv mit einem Begriff. Sie erarbeiten das Konzept selbstständig und erfassen dieses. Dabei nehmen sie den Begriff nicht nur rezeptiv wahr, sondern wenden ihn auch produktiv an.
Sie können die Aufgaben aber auch nur teilweise (je nach Ziel, zeitlichen und medialen Ressourcen) oder arbeitsteilig in Gruppen bearbeiten lassen und anschließend in einem (gemeinsamen) multimedialen Wörterbuch wieder zusammenfügen. Im Vordergrund der Einheit steht, dass sich die Schüler im Prozess des Erklärens von Wörtern langfristig einsetzbare Strategien zum Wortschatzerwerb aneignen. Dies wird mit dem Ziel verbunden, dass sie Lexikoneinträge erstellen und dadurch immer selbständiger im Erwerb von Wortkonzepten werden. Optimal ist es, wenn die Schüler die Schritte 1-4 komplett durchlaufen. Zur Festigung der Zugänge können sie abschließend ein Spiel einsetzen. Eine Beispiellösung zum Fachwort „Stoffwechsel" ist vorhanden (AB 4d_L ).
Schritt 1: Fachwortschatz begegnen und über Fachwörter nachdenken (Analyse)
Teilen Sie den Schülern den Text zum Zellstoffwechsel (AB 1a/AB 1b ) aus und bitten Sie sie, ihn zu lesen und dabei unbekannte Wörter zu unterstreichen. Da der Text in zwei Schwierigkeitsstufen vorliegt, ist eine qualitative Differenzierung möglich. Sammeln Sie anschließend die unbekannten Wörter an der Tafel (z.B. Zellstoffwechsel, Eiweiß, Kohlenhydrate, Spurenelement, Enzym, Hormon ). Je nach Anzahl der unbekannten Wörter teilen Sie jedes Wort zwei bis x Schülern aus. Mit Hilfe von AB 2 stellen die Schüler dann erste Vermutungen zum Wort an und verknüpfen dies mit bereits Bekanntem.
Schritt 2: Vorwissen und Vermutungen abgleichen (Analyse)
Im nächsten Schritt geht es darum, Fragen zu stellen und die eigenen Vermutungen mit denen anderer abzugleichen. Dazu treffen sich die Schüler, die das gleiche Wort bearbeitet haben, in einer Gruppe und vergleichen ihre Vermutungen. Die einzelnen Schüler begründen ihre Meinung und einigen sich gemeinsam auf (verschiedene)...

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Fakten zum Artikel
aus: Deutsch 5-10 Nr. 59 / 2019

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Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9