Nicole Neumeister

Am häufigsten bin ich im Netz unterwegs, weil … – Kommas richtig setzen

Nicole Neumeister

Die Kommasetzung gilt als einer der Problembereiche der deutschen Orthographie. Besonders für das Komma zwischen Haupt- und Nebensätzen ist viel grammatikalisches Wissen nötig, da zunächst die Komplexität der Satzgefüge entschlüsselt werden muss. Dies bereitet vielen Schülern Probleme. Bereits seit einigen Jahren gibt es jedoch einen Ansatz, der diese Komplexität reduziert und den Schülern ab Klasse 5/6 recht erfolgreich die Kommasetzung vermittelt (vgl. Lindauer/Sutter 2005 und 2006). Dabei rückt das finite Verb bzw. die finiten Verben eines Satzes in den Blick der Schüler. Diese Grundidee greift der folgende Beitrag auf, um die Schüler an die Kommasetzung zwischen Haupt- und Nebensätzen heranzuführen. Ausgehend von der Funktion von Kommas greift der Beitrag die finiten Verben als Indikatoren für die Kommasetzung auf und bietet verschiedene Übungsmöglichkeiten an.

(Einen ergänzenden Beitrag über diesen Zugang zur Kommasetzung, speziell für die Klassen 5/6 aufbereitet, bietet das Heft 31 (2. Quartal 2012), S. 1217: „Von Königen, Untertanen und Königreichen.)
Einstieg und Problematisierung
Als Einstieg in die Stunde schreiben Sie verschiedene Satzpaare an die Tafel, wie zum Beispiel: „Wir essen jetzt Opa., „Wir essen jetzt, Opa. oder „Die Traumhochzeit ist geplatzt: er will sie nicht., „Die Traumhochzeit ist geplatzt: er will, sie nicht., oder die nebenstehenden in jeweils zwei Varianten, und fordern die Schüler auf, die Unterschiede in den jeweiligen Paaren zu benennen. Nachdem die Schüler erkannt haben, dass das Komma in diesen Sätzen einen Bedeutungsunterschied bewirkt, also den Leser beim Verstehen des Satzes unterstützt, schreiben Sie einen weiteren, komplexen Satz an, z.  B. „Wenn Kinder ins Internet gehen, nutzen sie am häufigsten, das bedeutet zu über 50%, den Nachrichtendienst Whats App. Dabei verzichten Sie absichtlich auf die Kommas und fordern die Schüler dazu auf, den Satz zunächst zu lesen. Anschließend fügen Sie mit Farbe die Kommas ein und die Schüler lesen den Satz nochmals. Auch in diesem Beispiel verdeutlichen Sie den Schülern die Funktion des Kommas für den Leser. Nun leiten Sie im Gespräch auf das Thema „Kommasetzung über und sammeln im Gespräch zunächst das bereits vorhandene Wissen der Schüler zum Thema (eventuell auch durch Notizen an der Tafel). Anschließend kündigen Sie als Thema der Stunde/n zwei wichtige Tipps/Hilfestellungen für die Kommasetzung an und erläutern kurz den thematischen Bezug der folgenden Texte, die KIM-Studie 2016 (Kindheit, Internet, Medien), sofern diese den Schülern nicht bekannt ist.
Finite Verben erkennen
Der erste Tipp für die Kommasetzung bezieht sich auf die finiten Verben. Die Schüler suchen zunächst einmal die (finiten) Verben in dem komplexen Satz an der Tafel vom Einstieg und unterstreichen diese. Anschließend schreiben Sie einen weiteren Satz an die Tafel, der eine Klammerstellung des Verbs enthält, z.B. „Die Studie hat gezeigt, dass 51% der Kinder ein Mobiltelefon besitzen. Auch hier unterstreichen die Schüler die (finiten) Verben. Bei der Kombination „hat gezeigt greifen Sie die Problematik der zweiteiligen Verben auf und erläutern, welcher Teil als finites Verb bezeichnet wird. Dafür verändern sie den zweiten Beispielsatz in: „Die Studien haben gezeigt, dass 51% der Kinder ein Mobiltelefon besitzen. und besprechen mit den Schülern die Kongruenz des Verbs zum jeweiligen Subjekt des Satzes: „Die Studie (Singular) hat gezeigt…“ vs. „Die Studien (Plural) haben gezeigt …“. Anhand der Beispiele auf AB 1a/AB 1b Finite Verben erkennen üben die Schüler nun in Einzelarbeit die finiten Verben zu finden und durch die Veränderung des Subjekts des Satzes die Kontrolle durchzuführen. Dafür stehen zwei Varianten zur Differenzierung bereit. In der leichteren Variante ist das veränderte Subjekt vorgegeben und die Schüler müssen die Sätze nur noch vervollständigen. Schließen Sie diese Phase mit einer gemeinsamen...

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Fakten zum Artikel
aus: Deutsch 5-10 Nr. 59 / 2019

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