Linguistik als Science-Fiction

Welche Sprache sprechen Aliens?

Geheimnisvolle Raumschiffe tauchen auf der Erde auf. Das ist kein überraschender Anfang für einen Science-Fiction-Film. Untypisch ist die Heldenfigur, die die Menschheit retten soll: kein muskelbepackter Actionheld, sondern eine Linguistin! Der Film "Arrival" vermittelt die Sapir-Whorf-Hypothese (kurz gesagt: unsere Sprache bestimmt unser Denken) einmal ganz anders.

Person vor Sternenhimmel
Wer ist da draußen und können wir mit ihnen sprechen?

Die Welt ist alarmiert. 12 riesige, muschelförmige Ufos schweben über die Kontinente. Niemand weiß, was sie auf die Erde geführt hat und ob sie der Menschheit friedlich gesinnt sind. Der Film Arrival (USA 2016) hört sich an wie ein konventioneller Blockbuster, ist aber eine spannende Anregung für den Deutschunterricht in der Oberstufe. Die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und der Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) treten an, um mit den siebenfüßigen Außerirdischen zu kommunizieren. Diese verständigen sich über rätselhafte, kreisförmige Zeichen. Das Team setzt alles daran, diese Kommunikationsform zu entschlüsseln. Sie haben nicht viel Zeit, denn die nervösen Regierungen rund um den Globus sind kurz davor, zu den Waffen greifen. Die Forscher entdecken, dass die Grammatik der Außerirdischen keine Chronologie kennt. Das prägt ihr Denken: Sie unterscheiden nicht zwischen Gegenwart und Zukunft. Auch das Denken der Linguistin Banks wird zunehmend von dieser Entdeckung beeinflusst. Plötzlich hat sie Visionen aus ihrer eigenen Zukunft …

Praxis Deutsch Nr. 267/2018 Sprache – Denken – Wirklichkeit

Die Unterrichtsmodelle in diesem Heft konkretisieren die Grenzen der Sprache am Beispiel von Körpermetaphern, Gender-Marketing, den Sozialen Medien, dem Wortschatzwandel oder filmischer Vorstellungswelten.

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Kein typischer Science-Fiction-Film

Der Film selbst erzählt nicht linear, sondern arbeitet mit Voraus- und Rückblenden. Besonders trickreich: Der Zuschauer erfährt erst nach und nach, ob es sich bei einer Szene um eine Voraus- oder Rückblende handelt. Der Film hat wenig gemein mit "typischen" Science-Fiction-Filmen. Alien-Invasoren im Blutrausch und maskuline Helden, die mit ihrer Muskelkraft oder schweren Waffen die Menschheit retten, spielen hier nicht die Hauptrolle. Stattdessen geht es um die detektivische Arbeit, eine unbekannte Kommunikationsform zu entschlüsseln. Hintergrund ist dabei die Sapir-Whorf-Hypothese, nach der Sprache das Denken bestimmt.

Arrival (Regie: Denis Villeneuve) basiert auf der Kurzgeschichte Story of your life des amerikanischen Science-Fiction-Autors Ted Chiang von 1989. Sie erschien 2011 auf Deutsch unter dem Titel Geschichte deines Lebens in der Kurzgeschichtensammlung Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes.

Ein Unterrichtsmodell zum Film Arrival finden Sie hier

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Fakten zum Artikel
Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 11-13