Werbung analysieren in Zeitschriften und Instagram-Posts

Werbung analysieren: Sprache-Bild-Texte in Jugendzeitschriften und sozialen Netzwerken

Werbung ist in Jugendzeitschriften und auch in den sozialen Medien allgegenwärtig. Hier wie dort findet sie jedoch oft nicht mehr in herkömmlicher Form (als Printanzeigen, Werbespots oder Bannerwerbung) statt. Vielmehr werden eine Vielzahl von Produkthinweisen in Textsorten integriert, in denen es vorrangig um nicht werbende Aspekte geht. Mit diesem Unterrichtsvorschlag sollen Schülerinnen und Schüler darin unterstützt werden, Phänomene dieser sogenannten osmotischen Werbung im Print- und Onlinebereich zu erkennen und in ihrer Funktionsweise zu verstehen.

Werbung analyiseren
Werbung der Firma Deichmann mit der Sängerin Rita Ora aus: Hey, Heft 10/2019, S. 10f. © Deichmann

Werbung analysieren: Ein Unterrichtsvorschlag

Als Einstieg wird exemplarisch eine Printanzeige der Firma Deichmann mit der Sängerin Rita Ora aus einer Jugendzeitschrift analysiert. Die Schüler erkennen im Laufe der Untersuchung, dass „Sprache-Bild-Texte“ wie diese Werbeanzeige nur als Zusammenspiel zwischen sprachlichen und bildlichen Elementen gelesen und verstanden werden können. Ausgehend von dieser Einsicht erarbeiten sie intensiv die genauen bildlichen und sprachlichen Zusammenhänge der Anzeige und werden sich darüber bewusst, wie sie diese wahrnehmen.

Im folgenden Schritt analysieren die Schüler arbeitsteilig zwei unterschiedliche Werbestrecken aus Jugendzeitschriften, die sich gezielt je an Jungen und Mädchen richten. Die Schüler erkennen im Prozess der Analyse, dass Werbung gegenwärtig häufig nicht mehr in Form von eindeutigen Werbeformaten stattfindet, sondern über eine Vielzahl von Produkthinweisen, die eher beiläufig in andere Textsorten integriert werden. Wie bereits im vorigen Schritt denken die Schüler auch hier über die Abfolge ihrer Wahrnehmungen der einzelnen Textelemente nach. Dieser Schritt führt zu einer Definition der untersuchten Werbung als „osmotischer Werbung“: Werbende Elemente werden in Textsorten integriert, die vorrangig nichtwerbende Aufgaben erfüllen. Dabei kann es sich um informative, beratende oder unterhaltende Textsorten handeln. Beispiele hierfür finden sich in Mode- und Schminkstrecken, aber auch in Sport- und Musikartikeln, in vielen Videos und auf Kleidung. Die Schüler diskutieren zum Abschluss dieser Phase über die Relevanz osmotischer Werbung in ihrem Alltag und suchen nach Beispielen dafür.

Unterrichtseinheiten zum Thema Werbung

Alle Materialien und Arbeitsblätter zur Unterrichtseinheit finden Sie in diesem Beitrag, der über unser Angebot Friedrich+ Deutsch abrufbar ist:
Von Bravo zu Instagram

Außerdem interessant für Sie:

Vorsicht! Versteckte Werbung! - Interstitials in digitalen Medien
Auch Spiele-Apps enthalten Werbung, die für die Nutzer nicht direkt als solche erkennbar sind. Die Übergänge zwischen Spiel und Werbung sind fließend. Wie sie solche „Interstitials“ in digitalen Medien mit Ihren Schülerinnen und Schülern gemeinsam in den Blick nehmen und welche Materialien und Arbeitsblätter Ihnen dazu zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier.

Im nächsten Schritt wird der neu eingeführte Textbegriff („osmotische Werbung“) für die Analyse von Posts aus sozialen Netzwerken genutzt. Dazu werden Arbeitsblätter zu zwei unterschiedlichen Instagram-Posts bearbeitet. Die Schüler analysieren auch hier das Zusammenspiel aus Texten und Bildern genau und spüren Elemente osmotischer Werbung auf.

Am Ende der Einheit steht die Einsicht, dass in den sozialen Medien osmotische Werbung noch häufiger genutzt wird als in den Printmedien, dass sich aber auch in den Printmedien immer mehr Formen osmotischer Werbung finden. Die Schüler werden darin unterstützt, zu erkennen, dass „osmotische Werbung“ ein konstanter Teil ihres Textalltags ist und sie werden zu einem differenzierten und kritischen Lesen solcher Texte angeleitet.


Hintergrundinformationen zum Thema „Werbung im Netz“ sowie Unterrichtsvorschläge zur weiteren Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für Online-Werbung erhalten Sie in unserer Zeitschrift „Computer+Unterricht“.

Konkrete Anleitungen zur Untersuchung von Werbeanzeigen und Werbespots sowie Projekte zu eigenen Gestaltung von Werbung und viele weitere auf den Deutschunterricht bezogene Grundlageninformationen und Impulse zum Thema Werbung finden Sie hier.

Fakten zum Artikel
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-9
  • Thema: Deutsch, Sprachgebrauch
  • Autor/in: Dorothee Meer | Anastasia Och | Reaktion

Unterrichtseinheiten zum Thema Werbung

Wie Sie das Thema Werbung auch in einem anderen für Kinder und Jugendliche relevanten Kontext behandeln können, erfahren Sie in den folgenden Beiträgen, die Sie mit Friedrich+ Deutsch abrufen können:

Vorsicht! Versteckte Werbung!

Von Bravo zu Instagram