Jeanina Miskovic

Späterer Schulstart – ja oder nein?

Für Teenager stellt der frühe Schulbeginn oft eine Herausforderung dar. Ein späterer Schulstart wird deshalb immer wieder diskutiert.
Für Teenager stellt der frühe Schulbeginn oft eine Herausforderung dar. Ein späterer Schulstart wird deshalb immer wieder diskutiert., © Robert Kneschke/stock.adobe.com

Jeanina Miskovic

Mustertexte und Schreibhilfen als didaktische Hilfen für das argumentierende Schreiben

Argumentierende Texte zu schreiben ist für Schülerinnen und Schüler immer wieder eine anspruchsvolle Aufgabe. Hilfreich ist es, wenn ihnen Mustertexte und Schreibhilfen zeigen, welche Handlungen in argumentativen Texten vollzogen werden und wie diese sprachlich realisiert werden können.

Wer Stellung bezieht, versucht, den eigenen Standpunkt zu einem kontroversen Thema deutlich zu machen und andere von diesem zu überzeugen. Dass das gar nicht so leicht ist, liegt an der Vielzahl argumentativer Handlungen, die bei einer Stellungnahme vollzogen werden müssen: Unter anderem muss die strittige Frage im Kontext dargestellt, die eigene Position hierzu formuliert und die eigene Position mit Argumenten gestützt werden. Die Argumente wiederum müssen mit Hinweisen auf Folgen oder Bedingungen angereichert werden etc.
Prototypische Formate der Stellungnahme sind Briefe, Kommentare, Bitten, Beschwerden oder Vorschläge. Die Schreibenden haben in diesen Formaten im Unterschied zur Problemerörterung bereits Position bezogen und ihnen ist von Anfang an klar, was für und gegen diese Position spricht. So nehmen sie z.B. Kontraargumente mit dem alleinigen Zweck auf, diese umgehend zu entkräften oder zurückzuweisen.
Für die Stellungnahme ist es darüber hinaus auch kommunikativ zwingender, dass thematische und kausale Zusammenhänge sprachlich deutlich markiert werden. Nur so können Leserinnen und Leser dem Gedankengang folgen und von der eingenommenen Position überzeugt werden.
Wir wissen, dass argumentierende Texte bezüglich der zu lösenden kommunikativen Aufgaben und mit Blick auf die sprachlichen Anforderungen anspruchsvoll sind und Erfahrungen mit argumentierenden Texten in der Rezeption den Schülerinnen und Schülern die Bewältigung dieser Herausforderungen erleichtern. Solche Erfahrungen können jedoch insbesondere bei leistungsschwächeren Lernenden mit wenig Rezeptions- und Schreiberfahrung kaum vorausgesetzt werden. Ihnen muss der Aufbau von musterhaften Vorstellungen von argumentierenden Texten mithilfe entsprechender Instrumente erst ermöglicht werden. Darum soll es hier gehen.
Intentionen
In diesem Modell werden Mustertexte und Schreibhilfen als didaktische Werkzeuge eingesetzt (vgl. Miskovic/Bachmann 2019). Auf diese Weise erwerben Lernende relevantes Sprachwissen, um einen argumentativen Text (eine Stellungnahme) verfassen zu können. Zielgruppe des Modells sind insbesondere leistungsschwächere Lernende im 7. bis 9. Schuljahr, mit welchen tragfähige Grundlagen fürs Argumentieren entwickelt werden sollen.
Konkret geht es darum, den Lernenden bewusst zu machen,
  • welche Handlungen in argumentativen Texten vollzogen werden („Das musst du machen): Sie sollen Position zur strittigen Frage beziehen; die Positionen mit eigenen Argumenten stützen; Argumente anreichern etc.
  • wie diese Handlungen ausdrucksseitig realisiert werden können („So kannst du es formulieren): meiner Meinung nach; Ich bin dagegen, weil ; Erfahrungen zeigen; es ist bewiesen, dass usw.
Was sind Mustertexte?
Mustertexte zeigen in exemplarischer Form die für ein bestimmtes Textmuster relevanten Handlungs- und Formulierungsmuster. Sie sind didaktisch überformt und in ihrer Komplexität reduziert, um das besonders Relevante und Musterhafte eines Textmusters für die Lernenden erkennbar zu machen. Ein Beispiel dafür stellt Material 2 dar. Bei leistungsschwächeren Lernenden geschieht dies auf Kosten von zu Anspruchsvollem (in der Stellungnahme z.B. die ausführliche Darstellung der strittigen Frage im Kontext) oder von nicht Textmusterspezifischem (z.B. Formalitäten des Briefs an die Schulleitung).
Was sind Schreibhilfen?
Schreibhilfen strukturieren und systematisieren das Wissen über ein Textmuster und seine Bausteine. Schreibhilfen setzen das Konstrukt „Textprozeduren (Feilke 2014) didaktisch um: Die enge gegenseitige...

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Fakten zum Artikel
aus: Praxis Deutsch Nr. 281 / 2020

Textprozeduren: Lesen und Schreiben

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 7-9