Ingrid Burow-Hilbig

Von Rollen und Funktionen

Ingrid Burow-Hilbig

Eine Schulleiterin in einer Gesamtkonferenz

Als Schulleiterin im Spannungsfeld der Gesamtkonferenz können Sie viele Rollen einnehmen: Leiterin, Moderatorin, Zeitwächterin, Berichterstatterin, Entscheiderin, Vorbereiterin, Schlichterin, Zurechtweiserin, Remonstratorin etc. Ob Sie sie einnehmen, entscheiden Sie .
Eine Rolle haben Sie immer nämlich die der Schulleiterin. Alle anderen Rollen können Sie delegieren. Hierzu folgen einige Beispiele:
Die Rolle der Leiterin
Die Schulleiterin eröffnet die Gesamtkonferenz, begrüßt Teilnehmerinnen und Gäste, belobigt und/oder dankt Kolleginnen und Kollegen für besondere Erfolge, verkündet Personalia, lässt das Protokoll und die Tagesordnung abstimmen und bereitet die Tagesordnungspunkte Mitteilungen und Verschiedenes vor, indem sie Stichpunkte abfragt.
Sie kann dann die Moderation und den Zeitwächter des weiteren Konferenzablaufes delegieren, sollte aber die Konferenz beenden und die KonferenzteilnehmerInnen verabschieden.
Die Rolle der Moderatorin (delegierbar)
Das Konzept für den Antrag für die Pädagogische Mittagsbetreuung soll abgestimmt werden. Berichterstatter ist eine Arbeitsgruppe, die diesen Antrag vorbereitet hat.
Die Diskussion ist zu leiten, Argumente dafür und dagegen sind zu nennen, es muss abgestimmt werden. Möchte die Schulleiterin ein Plädoyer für oder gegen den Antrag halten, sollte sie die Moderation einem Schulleitungsmitglied übertragen, was allerdings bereits bei der Vorbereitung in der Schulleitung entschieden werden sollte.
Die Rolle der Entscheiderin (bedingt delegierbar)
Gibt es in einer Diskussion eine angespannte Stimmung, die im Moment nicht aufgelöst werden kann, muss die Schulleiterin das erspüren und unter Umständen entscheiden, ob eine Auszeit oder eine Pause eingelegt wird, um die Strategie für das weitere Vorgehen zu diskutieren (innerhalb der Schulleitung) oder die Gemüter zu beruhigen.
Über die Schuldeputatsstunden soll abgestimmt werden. Sprecherinnen des Ausschusses stellen das Konzept vor. Die Kolleginnen stellen Nachfragen und formulieren Wünsche für Nachbesserungen. Die Schulleiterin entscheidet, jetzt nicht zu entscheiden und macht einen Vorschlag zum weiteren Verfahren.
Die Rolle der Berichterstatterin (delegierbar)
Eine Abstimmung über die Verwendung der zugewiesenen Haushaltsmittel ist das Ziel. Die Schulleiterin stellt den Haushaltsentwurf vor, den der Finanzausschuss vorbereitet hat.
Die Rolle der Remonstratorin (nicht delegierbar)
Haben die Mitglieder der Gesamtkonferenz andere Vorstellungen und beschließen Alternativen zu dem vorgelegten Haushaltsentwurf, die nicht gesetzeskonform sind, muss die Schulleiterin eingreifen, sie muss remonstrieren. Hier wechselt die Schulleiterin ihre Rolle von der Berichterstatterin zur Schulleiterin.
Optional zu delegieren ist die Moderation und die Vorstellung des Haushaltsentwurfes.
Zur Rolle der Leiterin gehört, die Entscheidung zu vertagen und Vorschläge zum weiteren Vorgehen zu machen. Das Remonstrieren kann nicht delegiert werden.
Die Rolle der Zurechtweiserin (nicht delegierbar)
Eine besondere Situation ist immer dann gegeben, wenn ein Kollege z.B. vorzeitig die Gesamtkonferenz verlassen will (oder zu spät kommt), ohne dies vorher erbeten zu haben. Hier ist die Schulleiterin gefordert, eine klare Aufforderung zum Bleiben zu erteilen und das ist nicht delegierbar. Hier hat sie dafür Sorge zu tragen, dass Regeln eingehalten werden und muss u.U. auch disziplinieren.
Fazit
Denken Sie daran, wenn Sie in eine Rolle gehen, die nicht originär Ihre Rolle als Schulleiterin darstellt, als Berichterstatterin oder als Zeitwächterin etc., werden Sie angreifbarer und beschädigen sich ggf. leichter in Ihrer Rolle als Schulleiterin (s. Tool-box, Planung Gesamtkonferenz ).
Beschränken Sie sich daher auf die Rollen, die originär zu Ihrer Rolle als Schulleiterin gehören: Entscheidungen treffen, Kolleginnen schützen, Beschlüsse...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 6 / 2016

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  • Autor/in: Ingrid Burow-Hilbig