Open Space

Moderation für große Gruppen

Christine Maurer
Eine Anekdote erzählt, dass der Organisationsberater Harrison Owen feststellte, dass das Wesentliche bei Konferenzen außerhalb des Programms stattfand. Anfang der 1980er Jahre entwickelte er aus seinen Erfahrungen mit Konferenzgestaltungen den Open-Space-Ansatz.
Einsatzmöglichkeiten
Im schulischen Umfeld können Einsatzmöglichkeiten für Open Space große Veränderungen (Ausweiten des Angebotes z.B. zur Ganztagsschule, Zusammenlegung von zwei Schulen, etwa die Integration einer Hauptschule) sein, die gemeinsam angegangen werden sollen.
Große organisatorische Themen, Strategiefragen oder große Fragen der Kommunikation bis hin zu Strukturthemen sind gut geeignet.
Überall dort, wo ein Brainstorming in einer großen Gruppe benötigt wird, die dann auch noch gleich Handlungsempfehlungen mitliefern soll, ist die Methode gut eingesetzt.
Die Planungsgruppe
Die Planunggruppe beschäftigt sich mit den Vorbereitungen, der Durchführung und der Nachbereitung. Hier werden der Anlass und das Thema diskutiert und geklärt. Alle vom Thema betroffenen Bereiche sollten in der Planungsgruppe repräsentiert sein. Unterschiede sind dabei wichtiger als Ähnlichkeiten. Die Planungsgruppe prüft, ob die Methode passt:
  • Ein Anliegen muss dringlich sein.
  • Es muss unklar sein, was eine passende Lösung, ein geeigneter Weg ist.
  • In der Organisation muss es unterschiedliche Ansichten und Absichten zum Thema geben.
Aufgabe der Planungsgruppe ist dann, das Kernthema der Konferenz zu formulieren und damit den Einstieg in die Großgruppen-Moderation zu haben. Als letzten Schritt in der Vorbereitung legt die Planungsgruppe den Teilnehmerkreis fest und lädt diese auch ein. Wird diese Methode zum ersten Mal verwendet, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Der Ablauf der Konferenz
Open Space als ergebnisoffene Methode lebt vom „freien Raum. Ein großer Stuhlkreis und eine leere Mitte in einem großen Raum sind wichtige Kennzeichen, die den Teilnehmenden deutlich machen, dass nichts vorgegeben ist und es auf jeden Einzelnen ankommt. Ein Begleiter (oder Facilitator) eröffnet die Konferenz. Die wichtigsten Regeln und Leitgedanken der Methode werden vorgestellt und erläutert. Das Thema bzw. das Motto der Veranstaltung sollte für alle gut sichtbar im Raum präsent sein.
Nach dieser Einführung sind die Teilnehmenden aufgefordert, den freien Raum zu betreten. Jeder Teilnehmende kann sein Anliegen oder Thema auf ein vorbereitetes Blatt schreiben. Damit geht er oder sie in die Mitte des Stuhlkreises, nennt den Namen und liest das Anliegen vor.
Anliegenwand und Marktplatz
So entsteht in der ersten Stunde die Anliegenwand an Moderationswänden. Die Anliegenzettel werden um Ort und Zeit für die Bearbeitung des Anliegens ergänzt. Mit dem Charakter eines Marktplatzes werden nun die Anliegen verhandelt. Die Initiatoren erläutern ihr Thema. Dabei können ähnliche Themen zusammengelegt werden oder können parallel bearbeitet werden.
Es kann auch abgestimmt werden, welche Workshops nacheinander stattfinden sollen, weil Konferenzteilnehmer an zwei Themen mitarbeiten wollen. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin initiiert entweder ein Thema oder nimmt an einem Workshop zu einem Thema teil.
Was die Methode auszeichnet, ist, dass kein Thema vom Tisch bzw. von der Wand genommen wird, sofern es in den Rahmen des Konferenzthemas passt. Es wird allerdings auch kein Thema von außen hinzugefügt.
Workshops im Open Space
Der Marktplatz hat eine inhaltliche Struktur geschaffen, die erste Workshop-Runde findet statt. Verschiedene Sichtweisen kommen zum Tragen, Unterschiede werden benannt, Perspektiven entstehen. So kommen Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten der Einzelnen zum Tragen und Wirken.
Bei mehrtägigen Konferenzen treffen sich die Konferenzteilnehmer im großen Kreis zum Austausch. Im Stile von „Morgen- oder „Abendnachrichten werden Informationen ausgetauscht und wie an einem schwarzen...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 6 / 2016

Konferenzen – TOP vorbereitet?!

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13
  • Autor/in: Christine Maurer