Mehr Spannung in die Konferenz!

Interview mit zwei Kongressprofis

Schule leiten: Endlos-Konferenzen und Beratungen sind mitunter eine Plage, nicht nur in Schulen, auch in großen Unternehmen. Sie beschäftigen sich mit innovativer Kongress- bzw. Eventgestaltung. Es ist klar, dass große Firmen in anderen Dimensionen denken und über gute finanzielle Ressourcen verfügen. Konferenzen im schulischen Kontext sind dagegen oft viel kleiner und die Kollegen kennen sich recht gut untereinander. Aber vielleicht haben Sie ja einige Impulse für uns Schulleiter, wie Beratungen und Konferenzen spannender für die Teilnehmer werden?
Claudia Hirsch: Bei großen Konferenzen lohnt sich das Kreieren einer Smartphone-optimierten Microsite oder Konferenz-App, welche sich die Teilnehmer rechtzeitig vorher herunterladen können, und die alle wichtigen Informationen wie Programmplan und Agenda der jeweiligen Vorträge, Symposien, Raumpläne usw. bündelt. Für kleinere Schulen ist das Versenden eines Newsletters an die Teilnehmer sicher praktikabler. Durch diese Art des Medieneinsatzes erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihren Besuch im Vorfeld zu planen und sich zu überlegen, welche Sessions für sie interessant wären.
Thomas Reißmann: Von Teilnehmern bekommen wir gute Rückmeldungen, wenn Podiumsdiskussionen, kleine Vortragsrunden oder Workshops in den Ablauf einer größeren Konferenz eingebunden sind. In Gruppenarbeitsphasen fühlen sich die Lehrerinnen und Lehrer aktiv eingebunden und nehmen nicht nur die Gast- bzw. Zuhörerrolle ein. Sie können viel direkter miteinander sprechen und diskutieren. 
Schule leiten: PowerPoint-Präsentationen werden oft schon als „Konferenzkiller bezeichnet. Was spricht dennoch für den Einsatz verschiedener Medien?
Thomas Reißmann: Der Einsatz von analogen und digitalen Medien sorgt für mehr Abwechslung. In Workshops sind Arbeitsmittel, wie z.B. Handouts, unterstützend.
Claudia Hirsch: Unsere Erfahrungen zeigen, dass kleine Infostände mit digitalen Medien (Tablets, Screens, Laptops mit Informationen, Materialien zum Thema usw.) als Hingucker fungieren. Moderatoren oder Sprecher an den Ständen ziehen die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf sich. Das neue Format „Meet the expert liefert Wissen aus erster Hand. Hier trifft man Experten im Gespräch, kann Ideen austauschen oder neue Konzepte erläutern.
Schule leiten: Herr Reißmann, Sie sind im Bereich des Eventmanagements sehr erfahren. Wie können Konferenzen mal ganz anders ablaufen?
Thomas Reißmann: Sinnvoll ist ein Rahmenprogramm, das mal so gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Organisieren Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen eine sportliche Betätigung. Das kann eine Wanderung oder Radtour an einen anderen Ort als Schule sein, wo man dann die Konferenz in einer „neuen Umgebung abhält. Sightseeing oder Unterhaltung sind dafür ebenfalls geeignet.
Über Claudia Hirsch und Thomas Reißmann
Über Claudia Hirsch und Thomas Reißmann
Claudia Hirsch ist Projektleiterin für Kongressorganisation in der Pharmabranche in Berlin.
Thomas Reißmann arbeitet als Senior Projektmanager in Mün-chen.
Das Interview führte Mitherausgeberin Martina Weyrauch.

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 6 / 2016

Konferenzen – TOP vorbereitet?!

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13
  • Autor/in: Martina Weyrauch