Kontinuierliche und systematische Leseförderung

Lesekompetenz: Wie kann Lesen in der Schule nachhaltig gefördert werden?

Lesen ist nicht nur Ziel, sondern auch Voraussetzung für Bildungserfolg. Ohne solide Lesefähigkeiten ist es kaum möglich, sich vertieftes Wissen anzueignen. Doch wie sieht ein nachhaltiges Lesetraining aus und wie kann man Lernende langfristig zum Lesen motivieren? In der "Deutsch 5-10"-Ausgabe "Leseförderung" wird gezeigt, wie sich Lesekompetenz durch Lautleseverfahren und Lesestrategietraining aufbauen lässt, aber auch wie diese Verfahren in höheren Jahrgangsstufen ausgebaut und im Hinblick auf verschiedene Anforderungen spezifiziert werden können.

Lesende Jugendliche
Motivation fördert das Lesen © sebra/stock.adobe.com

Lesekompetenz fördern mit Lautlesen und Strategietraining

Die Erhebungen der Lesekompetenz dienen im Bildungsmonitoring als Seismographen, um die Leistungsfähigkeit von Schulsystemen zu bewerten. Lesen ist nicht nur Ziel, sondern auch Voraussetzung für Bildungserfolg. Ohne solide Lesefähigkeiten ist es kaum möglich, sich vertieftes Wissen anzueignen. Die Ergebnisse aus der ersten PISA-Studie haben sowohl die Bildungsadministration als auch die Deutschdidaktik gezwungen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Seit etwa zwanzig Jahren liegt deshalb ein besonderer Fokus auf der Leseförderung.

Zahlreiche Programme, wie etwa BISS (Bildung in Sprache und Schrift) auf Bundesebene, oder „Lesen macht stark“ in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, „FilBY“ in Bayern oder die Initiative „Lust auf Lesen & Kultur“ in Thüringen sollen die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler nachhaltig fördern. Internetseiten wie „Lesen-in-Deutschland“ zeigen, dass es vielfältige Initiativen rund um die Leseförderung gibt. Nicht alle Aktivitäten werden jedoch systematisch daraufhin überprüft, ob sie tatsächlich zu den erhofften Erfolgen führen. Im Fokus steht nicht selten die mediale Vermarktbarkeit von Leseaktionen. Eine Märchen-Lesewoche im dekorierten Klassenzimmer macht sich auf einer Schulhomepage besser als ein Lesestrategietraining, bei dem nur arbeitende Schülerinnen und Schüler zu sehen sind. Eine Lesung mit einer bekannten Autorin ist ein attraktiveres Event als ein Lautlesetraining, das sich über mehrere Wochen hinzieht und die immer gleiche Routine erfordert.

Zeitschrift
Deutsch 5–10 Nr. 61/2019 Leseförderung

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Langfristige Lesemotivation

Wenn auch alle Maßnahmen zum Lesekompetenz fördern grundsätzlich zu begrüßen sind, ist es wichtig, dass Lehrkräfte wissen, welche Maßnahmen für welche Schülerinnen und Schüler besonders gut geeignet sind, um sie in der Entwicklung ihrer Lesekompetenz und -motivation zu unterstützen. Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, dass langfristige Lesemotivation nur dann entstehen kann, wenn sich die Lernende als lesekompetent wahrnehmen. Motivation ist nämlich nicht nur Voraussetzung für das Lesen, sondern auch Folge von wahrgenommenem Kompetenzerleben.

Die Deutsch 5-10-Ausgabe Leseförderung baut auf diesem zentralen Forschungsergebnis auf. Sie zeigt, wie eine kontinuierliche und systematische Leseförderung aussehen kann, die auch motivationale Aspekte wie spezifische Interessen berücksichtigt. In den verschiedenen Beiträgen wird gezeigt, wie sich Lesekompetenz durch Lautleseverfahren und Lesestrategietrainings aufbauen lässt. Es wird gezeigt, wie diese etablierten Verfahren in höheren Jahrgangsstufen ausgebaut und im Hinblick auf verschiedene Anforderungen spezifiziert werden können. Dabei werden verschiedene Textsorten aufgegriffen, zu denen unterschiedliche Texte als Übungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt liegt auf unterschiedlichen Strategien. Sie werden -­­ je nach Ziel und Textsorte - aus Basisstrategien so weiterentwickelt, dass sie sich aufgabenspezifisch und zielgenau einsetzen lassen.

Fakten zum Artikel
Methode & Didaktik
  • Autor/in: Anita Schilcher | Redaktion
Fachbuch
Bestandsaufnahmen, Analysen,didaktische Reflexionen Handbuch Lehr- und Lernmittel für den Deutschunterricht

Dieses Handbuch bietet erstmalig einen Überblick über die Vielfalt der Publikationen. Welche Lehr- und Lernmittel gibt es, und wie setze ich sie sinnvoll im Unterricht ein?

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Praxis Deutsch Nr. 270/2018 Nebentexte

Welchen didaktischen Mehrwert bieten Nebentexte für den Deutschunterricht? Wie können diese als eigenständige oder vom Referenztext abhängige Texte im Unterricht eingesetzt werden? Die Modelle im Heft zeigen exemplarisch, wie Nebentexte in allen Alterstufen eingesetzt werden können.

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Praxis Deutsch Nr. 231/2012 Lesekultur

Leseförderung wird spätestens seit PISA in vielen Schulen betrieben. Doch meist enden die Maßnahmen an der Grenze des Deutschunterrichts, was zu wenig nachhaltigen Ergebnissen führt. Deshalb ist es wichtig, das Lesen fächerübergreifend in der Schulkultur und dem Alltagsleben der Jugendlichen zu verankern.

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