Anna-Maria Maier

Ist doch klar – schau die da!

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Anna-Maria Maier | Katharina Kellermann

Sprachliche Mittel der WhatsApp-Kommunikation

Die grüne App mit dem Telefonhörer in einer Sprechblase ist heutzutage bei so gut wie jedem Schüler und jeder Schülerin angekommen. Die JIM-Studie 2018 belegt, dass 82 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich WhatsApp nutzen (vgl. JIM 2018, S. 38). Aufgrund der Nähe zu den Lernenden ist die Integration von WhatsApp-Nachrichten in den Deutschunterricht besonders geeignet. Im Folgenden werden charakteristische sprachliche Mittel einer dieser dialogisch strukturierten, privaten Freizeitkommunikation reflektiert, die durch die App ermöglicht wird.

WhatsApp ist die wichtigste App auf dem Smartphone der 12- bis 19-Jährigen (vgl. JIM 2018, S. 36). Aus diesem Grund bietet es sich an, die Lernenden in ihrem Lebensalltag abzuholen und eine ihrer täglichen 36 WhatsApp-Nachrichten (vgl. JIM 2018, S. 38) in den Deutschunterricht zu integrieren. Im folgenden Unterrichtsvorschlag möchten wir zeigen, wie Sie gemeinsam mit Ihrer Lerngruppe eine WhatsApp-Kommunikation reflektieren können. Mithilfe einiger Kurznachrichten können Sie die Sprache und den Sprachgebrauch im Hinblick auf das geteilte Vorwissen reflektieren. Dieses kann über die sprachlichen Mittel der Anapher (fortführende Mittel) und Deixis (zeigende Mittel) zum Ausdruck gebracht werden. Texte, die im Deutschunterricht produziert werden, benötigen demgegenüber wesentlich mehr Explizitheit und Kontext. Und genau hier arbeiten die Lernenden sprachreflexiv.
Einstieg
Den folgenden Unterrichtsvorschlag führen Sie entweder mit einem authentischen Textbeispiel (bspw. via Screenshot, Visualizer oder Bildschirmübertragung) ein. Sofern es Schüler gibt, die freiwillig einen Einblick in eine von ihnen geführte private WhatsApp-Kommunikation geben möchten, nutzen Sie deren Austausch. Ansonsten nehmen Sie das Beispiel aus AB 1. Lesen Sie zunächst den dialogischen Text vor und lassen im Anschluss daran mittels der Methode „Think-Pair-Share erklären, worum es in dem Chat-Ausschnitt gehen könnte.
Think-Pair-Share
Think-Pair-Share
Beim „ThinkPairShare haben die Lernenden zuerst eine stille Einzelarbeitsphase des Denkens und Überlegens (Think). Danach schließt sich eine Partnerarbeitsphase an, in der die Lernenden sich über ihre Gedanken austauschen (Pair). Zuletzt werden die Erkenntnisse im Plenum geteilt (Share).
Nutzen Sie zudem die Gelegenheit, um mögliche weitere Interpretationen anzuschließen. Kommen Sie darauf zu sprechen, warum es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt.
Erarbeitung: Geteiltes Vorwissen erkennen
Leiten Sie automatisch auf ein potenzielles Merkmal des interaktionalen Schreibens hin: das geteilte Vorwissen. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten dazu Aufgabe 1 auf dem AB 1. Lenken Sie zur Unterstützung die Gedanken der Lernenden dabei durch Fragen wie: Glaubt ihr, Lotte und Joris kennen sich bereits? Wenn ja, warum? Welche Anrede wählen die Chatpartner? Erarbeiten Sie in diesem Zusammenhang mit den Schülern, dass Beiträge, die aus dem Kontext herausgenommen werden, in der Regel nicht befriedigend interpretiert werden (vgl. Beißwenger 2018, S. 7).
Vertiefung: Anknüpfungen an Themen
Fordern Sie die Lernenden dazu auf, die Erkenntnisse an der Wahl von konkreten Wörtern oder anderen sprachlichen Mitteln festzumachen. Geben Sie Ihrer Klasse dafür etwas Zeit, damit die Nachrichten genau analysiert werden können. Fragen wie: Was meinen Lotte und Joris mit „das? Worauf bezieht sich „jetzt oder „die? lenken die Gedanken der Lernenden dabei auf die sprachlichen Merkmale. Knüpfen Sie an die Erkenntnisse an, indem Sie mit Ihren Lernenden Möglichkeiten erarbeiten, wie Themen durch die Verwendung anaphorischer und deiktischer sprachlicher Mittel fortgeführt werden können. Dazu bearbeiten die Schüler Aufgabe 2 auf AB 1.
Themen fortführen
Themen fortführen
Kennzeichnend für die Interaktionsorientierung sind Anknüpfungen an das Thema...

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Fakten zum Artikel
aus: Deutsch 5-10 Nr. 63 / 2020

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