Dialekte heute

Dialekte heute

Praxis Deutsch | Ausgabe Nr. 275/2019

Dialekte liefern interessante Themen für den Deutschunterricht: Wie ist das Verhältnis von Dialekt und Standardsprache? Wo kommen welche Varietäten vor? Welche Funktion haben sie? Woran liegt es, dass einige Dialekte in Werbung, Kabarett und Jugendkultur präsent sind und andere nicht? Die Unterrichtsmodelle in diesem Heft zeigen Ihnen, wie Sie das Thema im Kompetenzbereich Sprache und Sprachgebrauch untersuchen einbinden können.

Inhaltsverzeichnis
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Was wir „deutsche Sprache“ nennen, ist ein Gefüge von Varietäten bzw. Subsprachen des Deutschen.
Dialekte heute
Methode & Didaktik Schuljahr 5-13

Mia san mia, Mudda und Moin sind dialektale Äußerungen, die Schülerinnen und Schüler wahrscheinlich bundesweit verstehen. Daneben gibt es aber „alte“ Basisdialekte, die heute kaum noch gesprochen werden. Was unterscheidet diese Dialekte? Warum sind einige von ihnen in den digitalen Medien, in Werbung, Kabarett und Jugendkultur präsent und welche Inhalte sollten im Deutschunterricht thematisiert werden?

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Basisdialekte in der Sek. I Max und Moritz im Dialekt
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-6

Nee, von die Berlina Jörn, jibtdit ümma wat ze hörn! Findet die Lerngruppe heraus, dass es sich um die berlinerische Version von Max und Moritz handelt? Inwiefern weicht diese Version vom Standarddeutsch ab und was sind typische Merkmale des Dialekts? Wie sehen im Unterschied dazu die niederdeutsche und bairische Variante aus? Anhand dieser drei Mundartübertragungen wird den Lernenden die Begegnung mit Basisdialekten ermöglicht.

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Regionalsprachliche Variation in Alltag und Werbung Von Grumbeeren, Erdäpfeln und Tartuffeln
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-9

Schülerinnen und Schüler verwenden viele regionalsprachliche Formen in ihrem Alltag, auch wenn deren Verwendung mitunter in der Schule als „falsch“ bewertet wird.
In der Werbung dagegen erlebt der Gebrauch von Dialektwörtern einen Aufschwung. Das Erkunden und Reflektieren der Verwendung regionalsprachlicher Variation schärft
den Blick auf ihre Funktionen.

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Je nach Region kann für diese Uhrzeit Viertel nach zehn, Viertel über zehn oder auch Viertel elf verwendet werden.
Regionale Unterschiede und deren Entwicklung in der Alltagssprache erforschen Viertel elf oder Viertel nach zehn?
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 8-10

Regionale Unterschiede in der Alltagsprache sind allgegenwärtig und finden immer wieder breites Interesse – besonders Unterschiede im Wortschatz und in der Aussprache. Das Modell greift dieses Interesse auf. Die Lerngruppe untersucht die sprachliche Vielfalt im Deutschen, erforscht Gründe für diese Vielfalt und deren Wandel und reflektiert sprachliche Normen.

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Mit Hömma bringen auch die Ultras in Bielefeld ihre regionale Verbundenheit zum Ausdruck.
Emblematischer Gebrauch von Dialektausdrücken „Hömma“
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-11

Moin, moin und da nich für sind Dialektausdrücke, die auch von Nicht-Dialektsprechern genutzt werden. Es sind Äußerungen, die im öffentlichen Raum oder in den Medien vorkommen und als vermeintlich typische Dialektausdrücke gelten. Im vorliegenden Modell entdecken die Schülerinnen und Schüler diese emblematische Funktion von Dialekten, erfassen deren mediale Verbreitung und erkennen deren identitätsbildende Funktion.