Deutsch als Zweitsprache

Deutsch als Zweitsprache

Praxis Deutsch | Ausgabe Nr. 263/2017

Für Lehrkräfte ist der kompetente Umgang mit ganz unterschiedlichen Sprachvoraussetzungen und der Vielfalt im Klassenzimmer eine alltägliche Herausforderung. Aber wie muss der Unterricht für Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse aussehen? Und wie können notwendige Kompetenzen vermittelt und vorhandene Potenziale genutzt und gefördert werden?

Inhaltsverzeichnis
Quantitative und qualitative Wortschatzerweiterung durch strategiebasierte Wortschatzarbeit Fußballtor oder Fußballschläger?
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 4-7

Mit den hier vorgestellten Übungen erweitern Schülerinnen und Schüler, die erst seit Kurzem Deutsch lernen, ihren produktiven Wortschatz. Der Anlass ist dabei ein Sportfest.

Dieses Unterrichtsmodell ist für Schülerinnen und Schüler geeignet, die erst seit wenigen Wochen Deutsch lernen. Mit spielerischen Übungen zur Phonologie, Morphologie, Semantik und Syntax erweitern und vernetzen sie ihren Wortschatz. Anlass ist ein Sportfest, daher kann das Modell in Verbindung mit dem Sportunterricht durchgeführt werden. Oder das Sportfest wird im Rahmen der „Willkommenskultur“ veranstaltet.

Foto: fauxels/pexels.com
Zugewanderte Kinder und Jugendliche nutzen die Videokamera als sprachunterstützendes Instrument des Selbstausdrucks „Hallo – das bin ich …“
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 2-4

Erste positive Spracherfahrungen sammeln, auch ohne umfangreiche Sprachkenntnisse: Das gelingt in einem Vorstellungsvideo über sich selbst. 

Neu eingewanderte Kinder und Jugendliche, die über geringe Vorerfahrungen in der deutschen Sprache verfügen, erhalten Möglichkeiten, sich auszudrücken und Mithilfe von Sprachroutinen erste positive Spracherfahrungen zu sammeln. Das Setting bedient sich der Medien Theater und Video und nutzt deren didaktisches Potenzial für die Sprachförderung. Es ist in Vorbereitungs- bzw. Welcome-Klassen ebenso umsetzbar wie in Regelklassen. Das Video dient den Lernenden dabei als Sprachbrücke und als Mittel zum Ausdruck eigener Fähigkeiten.

Foto: Priscilla Du Preez/unsplash.com
Sprachreflexive Übungen zur Konjunktion und im Mündlichen Und?
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 6-8

Der Unterschied von geschriebener und gesprochener Sprache kann für Lerner und Lernerinnen des Deutschen eine Herausforderung sein. Begegnen Sie diesen Schwierigkeiten am Beispiel von und.

Das Unterrichtsmodell ist für Schülerinnen und Schüler geeignet, die bereits einige Zeit (mindestens ca. ein halbes Jahr) Deutsch lernen, aber auch für integriertes Arbeiten in Regelklassen. Die Schüler sollten kurze Texte und Aufgaben lesen und verstehen können. Sie beschäftigen sich in diesem Modell mit dem Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache am Beispiel der Konjunktion und. Sie vergleichen zwei Erzählungen, in denen und als Konjunktion bzw. als Diskursmarker verwendet wird. Zusätzlich untersuchen sie Dialoge, in denen und in beiden Funktionen vorkommt. Über eine Reflexion über die Rolle der Konjunktion wird das Sprachbewusstsein weiterentwickelt und die Verwendung wichtiger Funktionswörter geübt.

Foto: fauxels/pexels.com
Ein Projekt für Seiteneinsteiger der 7.–8. Klassen Mehrsprachigkeit hat Mehrwert!
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-8

Die Fähigkeit, Texte selbstständig zu produzieren, wird Seiteneinsteigern allzu oft aberkannt. Dabei können viele schon in mehreren Sprachen kreative Texte mündlich sowie schriftlich produzieren. Das Unterrichtsmodell setzt grundlegende Schreibfertigkeiten voraus. Idealerweise lernen die Schülerinnen und Schüler seit mindestens einem halben Jahr Deutsch, unter bestimmten Voraussetzungen können auch Schülerinnen und Schüler mit geringeren Deutschkenntnissen mitmachen. Das Projekt zielt einerseits auf die Entwicklung von Schreibfähigkeiten, die für alle Sprachen relevant sind, andererseits auf eine Würdigung der Sprachen, die die Beteiligten mitbringen. In Gruppen verfassen die Schüler Erzählungen in mehreren Sprachen. Da es innerhalb der Geschichten Wahlmöglichkeiten gibt, kann man sich aussuchen, welche Episoden in welchen Sprachen geschrieben und gelesen werden. So ergeben sich, je nach gewählter Sprache, unterschiedliche Geschichten.

Biografisch-produktiver Umgang mit Mehrsprachigkeit – gegen Ende der Sekundarstufe I Über mich – über dich
Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 7-9

Eingewanderte Schülerinnen und Schüler verfassen zunehmend komplexere Texte zur eigenen Person. 

Der Unterrichtsvorschlag ist für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe geeignet, Grundkenntnisse des Deutschen werden vorausgesetzt. Der Unterricht kann in Vorbereitungsklassen durchgeführt werden, in denen der Austausch über Herkunft und Sprache ohnehin unerlässlich ist. Besonders produktiv und integrativ wirkend ist ein solcher Austausch zwischen relativ neu zugewanderten und länger hier lebenden Schülern in Regelklassen. Ausgehend von sprachbiografischen Notizen werden die Schüler angeregt, über sich, ihre Sprachen und über ihre Wünsche und Träume zu berichten und sich darüber auszutauschen.