Marco Albrecht

Feuer – was ist das eigentlich?

4 | Vorstellung des Versuchsaufbaus an Hand eines Protokolls
4 | Vorstellung des Versuchsaufbaus an Hand eines Protokolls

Marco Albrecht

Das gemeinsame Lernen strukturieren

Inklusion ist nicht nur dann wichtig, wenn am Chemieunterricht Lernende mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung teilnehmen. Vielmehr kann Inklusion so verstanden werden, dass alle Schülerinnen und Schüler auf Grund ihrer spezifischen Vo-raussetzungen im Unterricht eigene, unterschiedliche Lösungswege entwickeln und dadurch am Unterricht teilnehmen können [1]. Zusätzlich muss Inklusion auch dahingehend verstanden werden, dass die Lernenden nicht nur allein lernen, sondern dass alle Lernenden einer Klasse miteinander lernen können.
Ziel der Unterrichtseinheit
Die Einheit „Feuer was ist das eigentlich? ist für den Anfangsunterricht in einer 8. Klasse geplant. Ziel der Einheit ist es, dass die Lernenden im Laufe der Einheit eine Vorstellung davon entwickeln, was sich hinter dem Begriff „Feuer verbirgt. Am Ende der Einheit sollen alle Lernenden die Aufgaben bearbeitet und zu eigenen, individuellen Lösungen gelangt sein. Die Lernenden entwickeln dabei Kompetenzen, auf die sie während der folgenden Einheiten aufbauen können. Dazu ist es sinnvoll, ein Ziel zu formulieren, welches alle Lernenden am Ende der Unterrichtseinheit verstanden haben sollen.
„Die Lernenden verstehen, dass ein Feuer eine chemische Reaktion mit Sauerstoff ist und für diese chemische Reaktion verschiedene Bedingungen erfüllt sein müssen. Auf Grundlage dieses Wissens entwickeln die Lernenden individuelle Möglichkeiten der experimentellen Überprüfung für das Entstehen und Löschen von Feuer.
Neben den fachlichen Kompetenzen sollen die Lernenden die Voraussetzungen für selbstständiges Lernen im Fach Chemie entwickeln. Eine entscheidende Voraussetzung für individuelles und selbstständiges Lernen ist die Bildung von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Damit Lernende dieses Vertrauen entwickeln können, ist es notwendig, dass sie auf Grundlage eigener Entscheidungen positive Erfahrungen machen. Diese Entscheidungen können sie aber nur treffen, wenn innerhalb des Unterrichts der Raum für eigene, nicht vom Lehrer vorgegebene, Lösungswege vorhanden ist [2].
Fachliche Strukturierung der Unterrichtseinheit
Die Unterrichtseinheit ist so strukturiert, dass die Lernenden von ihren Alltagsvorstellungen zum Thema Feuer zu einem chemischen Verständnis des Themas geführt werden. Dazu sollen sie ein Verständnis von den Bedingungen für eine Verbrennung und damit vom Verbrennungsdreieck entwickeln. Zudem erwerben sie eine Vorstellung von der Verbrennung als chemische Reaktion, die durch die Umwandlung von Stoffen und die Umwandlung von Energie gekennzeichnet ist. Gerade diese Erkenntnisse sind für den Aufbau einer transferfähigen Basis an Fachkompetenzen wichtig.
Die fachlichen Inhalte der Einheit werden durch Lernaufgaben strukturiert, die die Lernenden schrittweise zu einem Verständnis des Themas „Feuer was ist das eigentlich? führen sollen. Die Lernaufgaben sind mit den zur Verfügung stehenden Materialien, den möglichen Hilfen und dem methodischen Vorgehen in einer Übersicht für den Lehrer zusammengefasst (Abb.1).
  • Die Bedingungen Brennstoff, Luft und Zündtemperatur sind für die Entstehung eines Feuers notwendig. (Lernaufgabe2)
  • Bei einem Feuer reagiert ein Stoff mit Sauerstoff. (Lernaufgabe3)
  • Eine Verbrennung ist eine chemische Reaktion, bei der ein neuer Stoff mit neuen Eigenschaften entsteht. (Lernaufgabe4)
  • Ein Feuer kann durch den Ausschluss einer der Bedingungen aus Lernaufgabe 2 verhindert oder gelöscht werden. (Lernaufgabe5)
Eingebettet sind die Lernaufgaben 2 bis 5 in eine strukturierende Lernaufgabe (Lernaufgabe1), die die Lernenden Schritt für Schritt, zusammen mit den anderen Lernaufgaben, bearbeiten. Die Lernenden sollen für die Bearbeitung der strukturierenden Lernaufgabe einen Wortstern (Abb.2 ) erstellen. Dadurch erhalten sie ein Gerüst, welches ihnen hilft, das eigene Lernen zu strukturieren. Zudem stellt der Wortstern ein Diagnoseinstrument für...

Friedrich+ Chemie

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Fakten zum Artikel
aus: Unterricht Chemie Nr. 162 / 2017

Inklusion

Friedrich+ Kennzeichnung Praxis Schuljahr 7-8